Rekonstruktionschirurgie – Definition & Verfahren
Rekonstruktionschirurgie ist ein chirurgisches Fachgebiet, das beschädigte oder fehlende Körperstrukturen wiederherstellt. Sie dient der Funktion und Ästhetik nach Verletzungen, Erkrankungen oder Operationen.
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Rekonstruktionschirurgie ist ein chirurgisches Fachgebiet, das beschädigte oder fehlende Körperstrukturen wiederherstellt. Sie dient der Funktion und Ästhetik nach Verletzungen, Erkrankungen oder Operationen.
Was ist Rekonstruktionschirurgie?
Die Rekonstruktionschirurgie – auch als rekonstruktive Chirurgie oder Wiederherstellungschirurgie bezeichnet – ist ein chirurgisches Spezialgebiet, das sich mit der Wiederherstellung von Form und Funktion des menschlichen Körpers befasst. Im Mittelpunkt steht die Behandlung von Strukturen, die durch Erkrankungen, Verletzungen, angeborene Fehlbildungen oder vorangegangene Operationen beeinträchtigt oder verloren gegangen sind.
Im Gegensatz zur rein ästhetischen Chirurgie, die in erster Linie das äußere Erscheinungsbild verbessern soll, verfolgt die Rekonstruktionschirurgie vor allem medizinisch notwendige Ziele: Sie stellt lebenswichtige oder alltagsrelevante Körperfunktionen wieder her und verbessert die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig.
Anwendungsbereiche
Die Rekonstruktionschirurgie deckt ein breites Spektrum medizinischer Situationen ab. Zu den häufigsten Anwendungsbereichen zählen:
- Tumorchirurgie: Wiederherstellung von Gewebe nach der Entfernung von Tumoren, z. B. Brustrekonstruktion nach einer Mastektomie (Brustentfernung) oder Gesichtsrekonstruktion nach Hauttumoren.
- Unfallchirurgie und Traumatologie: Behandlung schwerer Verletzungen, z. B. nach Verbrennungen, Bisswunden oder Unfällen mit ausgedehnten Gewebsschäden.
- Angeborene Fehlbildungen: Korrektur von Strukturen, die bei der Geburt nicht vollständig oder fehlerhaft ausgebildet wurden, wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder Fehlbildungen der Extremitäten.
- Chronische Wunden: Versorgung von nicht heilenden Wunden, z. B. bei Diabetes mellitus oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit.
- Replantation: Wiederannahme abgetrennter Körperteile wie Finger oder Gliedmaßen.
Operative Techniken
Die Rekonstruktionschirurgie bedient sich einer Vielzahl spezialisierter Techniken, die je nach Ausmaß und Art der zu behandelnden Verletzung oder Erkrankung eingesetzt werden:
Hauttransplantation
Bei der Hauttransplantation wird Haut von einer körpereigenen Spenderstelle (z. B. Oberschenkel) entnommen und auf die betroffene Stelle übertragen. Man unterscheidet zwischen Spalthaut- und Vollhauttransplantaten. Diese Methode eignet sich besonders zur Deckung großer Wundflächen.
Lappenplastiken
Lappenplastiken (auch Flaps genannt) sind komplexere Verfahren, bei denen ein Gewebeverbund aus Haut, Unterhautfettgewebe und manchmal auch Muskel oder Knochen an seiner Blutversorgung gestielt oder als freies Transplantat in den Defektbereich verlagert wird. Sie ermöglichen die Deckung von tiefen oder schlecht durchbluteten Wunden.
Mikrochirurgie
Die Mikrochirurgie ermöglicht es Chirurgen, unter dem Operationsmikroskop feinste Blutgefäße und Nerven zu verbinden. Sie ist entscheidend für die Replantation von Gliedmaßen sowie für die Übertragung freier Gewebelappen über größere Distanzen im Körper.
Gewebsexpansion
Beim Verfahren der Gewebsexpansion wird ein Silikonballon unter die Haut eingesetzt und schrittweise mit Kochsalzlösung gefüllt, um die Haut zu dehnen und zusätzliches Gewebe für die Rekonstruktion zu gewinnen.
Implantate und körperfremde Materialien
In bestimmten Bereichen, wie der Brustrekonstruktion oder der Versorgung von Knochendefekten, kommen auch Implantate aus Silikon, Titan oder anderen biokompatiblen Materialien zum Einsatz.
Brustrekonstruktion nach Krebs
Ein besonders häufiger Anwendungsfall der Rekonstruktionschirurgie ist die Brustrekonstruktion nach einer Mastektomie im Rahmen einer Brustkrebsbehandlung. Die Rekonstruktion kann entweder unmittelbar während der Tumoroperation (primäre Rekonstruktion) oder zu einem späteren Zeitpunkt (sekundäre Rekonstruktion) erfolgen. Hierbei stehen verschiedene Methoden zur Verfügung: die Verwendung von Implantaten, körpereigenem Gewebe (z. B. TRAM-Lappen oder DIEP-Lappen) oder eine Kombination beider Ansätze.
Risiken und Komplikationen
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Rekonstruktionschirurgie spezifische Risiken. Zu den möglichen Komplikationen zählen:
- Wundinfektionen und Wundheilungsstörungen
- Abstoßung oder Verlust von Transplantaten und Lappen
- Narbenbildung und Narbenkontrakturen
- Sensibilitätsstörungen oder Nervenschäden
- Implantat-assoziierte Komplikationen (z. B. Kapselfibrose)
- Allgemeine Operationsrisiken wie Thrombose, Embolie oder Reaktionen auf die Narkose
Vor- und Nachsorge
Eine sorgfältige präoperative Planung ist essenziell. Dazu gehören bildgebende Verfahren, die Einschätzung des Allgemeinzustands und – bei elektiven Eingriffen – die optimale Einstellung von Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck. Die Nachsorge umfasst regelmäßige Wundkontrollen, physiotherapeutische Maßnahmen sowie gegebenenfalls psychologische Unterstützung, insbesondere nach schwerwiegenden Erkrankungen oder Verletzungen.
Quellen
- Grabb, W.C. & Smith, J.W. (Hrsg.) – Plastic Surgery. 7. Auflage. Lippincott Williams & Wilkins, 2014.
- Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) – Leitlinien und Fachinformationen. Abrufbar unter: www.dgpraec.de
- Neligan, P.C. (Hrsg.) – Plastic Surgery. 4. Auflage. Elsevier, 2018.
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