Interferon-Gamma-Release Assay (IGRA) – Erklärung
Der Interferon-Gamma-Release Assay (IGRA) ist ein Bluttest zur Erkennung einer Tuberkulose-Infektion. Er misst die Immunantwort auf spezifische TB-Antigene.
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Der Interferon-Gamma-Release Assay (IGRA) ist ein Bluttest zur Erkennung einer Tuberkulose-Infektion. Er misst die Immunantwort auf spezifische TB-Antigene.
Was ist der Interferon-Gamma-Release Assay?
Der Interferon-Gamma-Release Assay (kurz: IGRA) ist ein modernes Blutdiagnostikverfahren, das zur Erkennung einer Infektion mit Mycobacterium tuberculosis – dem Erreger der Tuberkulose (TB) – eingesetzt wird. Im Gegensatz zum klassischen Tuberkulin-Hauttest (Mendel-Mantoux-Test) wird beim IGRA eine Blutprobe im Labor untersucht, was ihn präziser und weniger anfällig für Fehlerquellen macht.
Der Test ist besonders wertvoll zur Diagnose einer latenten Tuberkulose-Infektion (LTBI), bei der der Erreger im Körper vorhanden ist, aber keine aktiven Krankheitssymptome vorliegen. Bekannte kommerziell verfügbare IGRA-Tests sind QuantiFERON-TB Gold und T-SPOT.TB.
Wirkmechanismus
Beim IGRA wird dem Patienten Blut abgenommen und anschließend im Labor mit spezifischen Antigenen aus Mycobacterium tuberculosis – insbesondere ESAT-6 und CFP-10 – stimuliert. Wenn der Patient zuvor Kontakt mit dem Tuberkulose-Erreger hatte, reagieren seine T-Lymphozyten (weiße Blutzellen) auf diese Antigene und setzen Interferon-Gamma (IFN-γ) frei – ein Botenstoff des Immunsystems.
Die Menge des freigesetzten IFN-γ wird gemessen. Ein erhöhter Wert gilt als Hinweis auf eine stattgefundene Infektion mit M. tuberculosis. Da die verwendeten Antigene (ESAT-6, CFP-10) nicht im BCG-Impfstamm (Bacillus Calmette-Guérin) vorkommen, liefert der IGRA auch bei geimpften Personen zuverlässige Ergebnisse.
Anwendungsgebiete
- Diagnose einer latenten Tuberkulose-Infektion (LTBI)
- Screening von Risikogruppen (z. B. Kontaktpersonen von TB-Erkrankten, immungeschwächte Personen, medizinisches Personal)
- Abklärung vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie (z. B. mit TNF-Alpha-Inhibitoren oder Biologika)
- Einwanderer-Screening in Ländern mit niedriger TB-Prävalenz
- Ergänzende Diagnostik bei Verdacht auf aktive Tuberkulose
Durchführung des Tests
Die Durchführung des IGRA ist unkompliziert. Dem Patienten wird eine venöse Blutprobe entnommen, die anschließend in speziell vorbereitete Röhrchen mit den TB-Antigenen gegeben wird. Nach einer Inkubationszeit von in der Regel 16 bis 24 Stunden wird die Konzentration von Interferon-Gamma im Blut mittels ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent Assay) oder einer ähnlichen Methode gemessen.
Beim T-SPOT.TB-Test werden alternativ die Anzahl der IFN-γ-produzierenden T-Zellen durch eine ELISPOT-Methode bestimmt. Die Ergebnisse liegen in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor.
Interpretation der Ergebnisse
- Positives Ergebnis: Deutet auf eine zurückliegende Infektion mit M. tuberculosis hin. Es kann sich um eine latente oder – in Kombination mit anderen Befunden – um eine aktive Tuberkulose handeln.
- Negatives Ergebnis: Spricht gegen eine Infektion, schließt sie aber nicht vollständig aus (z. B. bei sehr frischer Infektion oder schwerer Immunsuppression).
- Unbestimmtes Ergebnis: Kann bei sehr schwacher Immunantwort oder technischen Problemen auftreten; in diesem Fall ist eine Wiederholung des Tests empfohlen.
Vorteile gegenüber dem Tuberkulin-Hauttest
- Keine Beeinflussung durch die BCG-Impfung
- Nur ein einziger Arztbesuch notwendig (kein zweiter Ablese-Termin)
- Höhere Spezifität bei BCG-geimpften Personen
- Geringere Anfälligkeit für subjektive Interpretation
Einschränkungen
Der IGRA unterscheidet nicht zuverlässig zwischen einer latenten und einer aktiven Tuberkulose. Bei stark immungesupprimierten Patienten (z. B. HIV-Infizierte mit sehr niedrigen CD4-Zellzahlen) kann die Sensitivität des Tests eingeschränkt sein. Zudem erfordert der Test eine fachgerechte Laborinfrastruktur und ist im Vergleich zum Tuberkulin-Hauttest kostenintensiver.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Latent tuberculosis infection: updated and consolidated guidelines for programmatic management. Geneva: WHO, 2018. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Robert Koch-Institut (RKI): Tuberkulose – Ratgeber für Aerzte. Berlin: RKI, 2023. Verfügbar unter: https://www.rki.de
- Pai M, Denkinger CM, Kik SV et al.: Gamma Interferon Release Assays for Detection of Mycobacterium tuberculosis Infection. Clinical Microbiology Reviews, 2014; 27(1): 3–20.
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