Inzidentalom – Zufallsbefund einfach erklärt
Ein Inzidentalom ist ein zufällig entdeckter Tumor oder eine Raumforderung, die bei einer Bildgebung ohne klinischen Verdacht gefunden wird.
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Ein Inzidentalom ist ein zufällig entdeckter Tumor oder eine Raumforderung, die bei einer Bildgebung ohne klinischen Verdacht gefunden wird.
Was ist ein Inzidentalom?
Ein Inzidentalom bezeichnet einen Tumor oder eine tumorähnliche Raumforderung, die bei einer bildgebenden Untersuchung – etwa einer Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) oder einem Ultraschall – zufällig entdeckt wird, ohne dass klinische Beschwerden oder ein konkreter Verdacht auf diesen Befund bestanden haben. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen Wort incidens (zufällig eintretend) und dem Suffix -om (Geschwulst) zusammen. Inzidentalome können grundsätzlich in jedem Organ auftreten, am häufigsten werden sie in der Nebenniere, der Schilddrüse, der Hypophyse, der Leber und den Nieren gefunden.
Ursachen und Entstehung
Mit der zunehmenden Verbreitung moderner, hochauflösender Bildgebungsverfahren werden Inzidentalome immer häufiger entdeckt. Da viele Menschen aus verschiedenen Gründen – etwa nach einem Unfall, bei Rückenschmerzen oder zur Krebsvorsorge – Schnittbilduntersuchungen erhalten, stoßen Radiologen dabei gelegentlich auf Befunde außerhalb des eigentlich untersuchten Bereichs.
- Gutartige Gewebeveränderungen (z. B. Zysten, Lipome, Adenome)
- Hormonell aktive oder inaktive Tumoren der Nebenniere
- Knoten in der Schilddrüse
- Kleine Hypophysentumoren (Mikroadenome)
- Metastasen eines bislang unbekannten Primärtumors
- Entzündliche oder infektiöse Läsionen
Häufige Lokalisationen
Nebenniereninzidentalom
Das Nebenniereninzidentalom ist eine der häufigsten Formen. Studien zeigen, dass es bei 4–7 % aller abdominellen CT-Untersuchungen vorkommt. Die Mehrheit (ca. 80 %) ist gutartig und hormonell inaktiv. Dennoch muss eine hormonelle Überproduktion (z. B. Phäochromozytom, Cushing-Syndrom, primärer Hyperaldosteronismus) sowie eine Malignität ausgeschlossen werden.
Schilddrüseninzidentalom
Schilddrüsenknoten werden bei Ultraschalluntersuchungen des Halses sehr häufig als Zufallsbefund entdeckt. Die meisten sind gutartig, jedoch muss ein differenziertes Schilddrüsenkarzinom in bestimmten Fällen ausgeschlossen werden.
Hypophyseninzidentalom
Kleine Hypophysentumoren, sogenannte Mikroadenome (kleiner als 1 cm), werden zunehmend in MRT-Untersuchungen des Schädels entdeckt. Die meisten sind klinisch nicht relevant, erfordern aber den Ausschluss einer hormonellen Fehlfunktion.
Diagnostik
Die Abklärung eines Inzidentaloms richtet sich nach Lokalisation, Größe und bildmorphologischen Charakteristika des Befundes. Grundsätzlich werden folgende Schritte empfohlen:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Gibt es Hinweise auf eine hormonelle Erkrankung oder ein bekanntes Malignom?
- Laboruntersuchungen: Hormonelle Funktionsdiagnostik (z. B. Cortisol, Katecholamine, Aldosteron, TSH)
- Weiterführende Bildgebung: MRT, kontrastmittelgestütztes CT oder nuklearmedizinische Verfahren (z. B. PET-CT) zur genaueren Charakterisierung
- Biopsie: In ausgewählten Fällen, wenn eine gewebliche Sicherung notwendig ist
Behandlung und Verlaufskontrolle
Die Behandlung hängt von der Art des Inzidentaloms ab. Viele Inzidentalome erfordern keine sofortige Therapie, sondern lediglich eine regelmäßige Verlaufskontrolle. Folgende Vorgehensweisen sind üblich:
- Abwarten und Beobachten (Watch and Wait): Bei kleinen, bildmorphologisch gutartig wirkenden und hormonell inaktiven Befunden
- Operative Entfernung: Bei Hinweisen auf Malignität, bei hormonell aktiven Tumoren oder bei relevanter Größenzunahme
- Medikamentöse Therapie: Bei bestimmten hormonell aktiven Tumoren (z. B. Phäochromozytom-Vorbereitung)
- Engmaschige Bildgebungskontrolle: In festgelegten zeitlichen Abständen, abhängig von der Art des Befundes
Bedeutung für den Patienten
Die zufällige Entdeckung eines Inzidentaloms kann für Betroffene zunächst beunruhigend sein. Es ist wichtig zu verstehen, dass die große Mehrheit dieser Befunde gutartig ist und keine unmittelbare Bedrohung darstellt. Dennoch sollte jeder Zufallsbefund durch einen Facharzt – in der Regel einen Endokrinologen, Onkologen oder Radiologen – sorgfältig bewertet werden, um eine mögliche Malignität oder hormonelle Überaktivität frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Quellen
- Fassnacht M. et al. - Management of adrenal incidentalomas: European Society of Endocrinology Clinical Practice Guideline. European Journal of Endocrinology, 2016; 175(2): G1–G34.
- Grumbach MM. et al. - Management of the clinically inapparent adrenal mass (incidentaloma). Annals of Internal Medicine, 2003; 138(5): 424–429.
- Herold G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, 2023.
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