Isolierte systolische Hypertonie – Ursachen und Therapie
Die isolierte systolische Hypertonie bezeichnet einen erhöhten oberen Blutdruckwert (systolisch ≥140 mmHg) bei normalem unteren Wert. Sie tritt häufig im Alter auf.
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Die isolierte systolische Hypertonie bezeichnet einen erhöhten oberen Blutdruckwert (systolisch ≥140 mmHg) bei normalem unteren Wert. Sie tritt häufig im Alter auf.
Was ist isolierte systolische Hypertonie?
Die isolierte systolische Hypertonie (ISH) ist eine Form des Bluthochdrucks, bei der ausschließlich der systolische Blutdruckwert – also der obere Wert beim Blutdruckmessen – dauerhaft erhöht ist. Als Grenzwert gilt ein systolischer Druck von ≥140 mmHg, während der diastolische Wert (unterer Wert) unter 90 mmHg bleibt. Sie ist die häufigste Form der Hypertonie bei Menschen über 60 Jahren und stellt ein eigenständiges kardiovaskuläres Risiko dar.
Ursachen
Die isolierte systolische Hypertonie entsteht in den meisten Fällen durch altersbedingte Veränderungen der großen Blutgefäße, insbesondere der Aorta. Folgende Ursachen spielen eine zentrale Rolle:
- Arterielle Steifigkeit: Mit zunehmendem Alter verlieren die Arterienwände ihre Elastizität. Dies führt dazu, dass der Druck beim Herzschlag (Systole) stärker ansteigt.
- Arteriosklerose: Ablagerungen (Plaques) in den Gefäßwänden verringern zusätzlich die Dehnbarkeit der Arterien.
- Erhöhtes Herzminutenvolumen: Zustände wie Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Anämie oder Aortenklappeninsuffizienz können ebenfalls zu einem isoliert erhöhten systolischen Druck führen.
- Sekundäre Ursachen: In seltenen Fällen liegt eine zugrunde liegende Erkrankung vor, etwa Nierenerkrankungen oder hormonelle Störungen.
Symptome
Die isolierte systolische Hypertonie verläuft häufig über lange Zeit ohne spürbare Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, können diese umfassen:
- Kopfschmerzen, insbesondere am Morgen
- Schwindel oder Benommenheit
- Sehstörungen
- Ohrensausen (Tinnitus)
- Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
Da die Erkrankung oft symptomlos bleibt, wird sie häufig nur zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt. Deshalb wird regelmäßiges Blutdruckmessen dringend empfohlen.
Diagnose
Die Diagnose der isolierten systolischen Hypertonie erfolgt durch wiederholte Blutdruckmessungen. Dabei gelten folgende diagnostische Kriterien:
- Systolischer Wert: ≥140 mmHg an mindestens zwei verschiedenen Messterminen
- Diastolischer Wert: <90 mmHg
Ergänzend kommen folgende Untersuchungen zum Einsatz:
- 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABPM): Erfasst den Blutdruck über den gesamten Tag und die Nacht, um eine sogenannte Weißkittelhypertonie auszuschließen.
- Laboruntersuchungen: Blut- und Urintests zur Beurteilung der Nierenfunktion, des Blutzuckers und der Blutfettwerte.
- EKG und Echokardiografie: Zur Beurteilung möglicher Herzveränderungen durch den dauerhaft erhöhten Druck.
- Ultraschall der Halsschlagadern: Nachweis arteriosklerotischer Veränderungen.
Behandlung
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
Bei leicht erhöhten Werten werden zunächst Lebensstiländerungen empfohlen:
- Salzreduktion in der Ernährung (weniger als 5 g Kochsalz pro Tag laut WHO)
- Regelmäßige körperliche Aktivität (z. B. moderates Ausdauertraining)
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Einschränkung des Alkoholkonsums
- Nikotinverzicht
- Stressbewältigung und Entspannungstechniken
Medikamentöse Therapie
Wenn Lebensstiländerungen allein nicht ausreichen, werden Antihypertensiva eingesetzt. Bevorzugte Wirkstoffklassen bei isolierter systolischer Hypertonie sind:
- Thiaziddiuretika: Fördern die Ausscheidung von Wasser und Salz über die Nieren und senken so den Blutdruck.
- Kalziumkanalblocker: Erweitern die Blutgefäße und reduzieren den Gefäßwiderstand.
- ACE-Hemmer und Sartane (AT1-Antagonisten): Hemmen das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und senken den Blutdruck nachhaltig.
Das Therapieziel bei älteren Patienten ist in der Regel ein systolischer Wert zwischen 130 und 140 mmHg, wobei individuelle Faktoren wie Begleiterkrankungen und Verträglichkeit berücksichtigt werden. Bei sehr alten oder gebrechlichen Patienten wird ein zu starkes Absenken des Blutdrucks vermieden, um Stürze durch Kreislaufschwäche zu verhindern.
Risiken und Komplikationen
Eine unbehandelte isolierte systolische Hypertonie erhöht das Risiko schwerwiegender Folgeerkrankungen erheblich:
- Schlaganfall
- Herzinfarkt
- Herzinsuffizienz
- Chronische Nierenerkrankung
- Demenz durch vaskuläre Schäden
Studien zeigen, dass die konsequente Behandlung der ISH das Schlaganfallrisiko um bis zu 30 % und das Herzinfarktrisiko signifikant senken kann.
Quellen
- Williams B et al. - 2018 ESC/ESH Guidelines for the management of arterial hypertension. European Heart Journal, 2018.
- World Health Organization (WHO) - Hypertension. Key Facts. WHO Global Report, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/hypertension
- Staessen JA, Gasowski J, Wang JG et al. - Risks of untreated and treated isolated systolic hypertension in the elderly: meta-analysis of outcome trials. The Lancet, 2000;355(9207):865-872.
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