Rotationsangioplastie – Verfahren & Anwendung
Die Rotationsangioplastie ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung stark verkalkter Herzkranzgefäße, bei dem ein rotierender Diamantbohrer Ablagerungen abträgt.
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Die Rotationsangioplastie ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung stark verkalkter Herzkranzgefäße, bei dem ein rotierender Diamantbohrer Ablagerungen abträgt.
Was ist die Rotationsangioplastie?
Die Rotationsangioplastie, auch als Rotationsatherektomie bekannt, ist ein minimalinvasives kardiologisches Verfahren zur Behandlung von stark verkalkten oder verhärteten Engstellen (Stenosen) in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien). Sie kommt dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Ballondilatationen (PTCA) aufgrund der Härte der Ablagerungen nicht ausreichend wirksam sind. Das Verfahren gehört zur Gruppe der interventionellen Kardiologie und wird in spezialisierten Herzzentren durchgeführt.
Wirkmechanismus
Bei der Rotationsangioplastie wird ein spezieller Katheter verwendet, an dessen Spitze sich ein winziger, olivenförmiger Diamantbohrer (Rotablator-Burr) befindet. Dieser Bohrer rotiert mit extrem hoher Geschwindigkeit von bis zu 180.000 Umdrehungen pro Minute und zerkleinert dabei kalzifizierte Plaques in der Gefäßwand in mikroskopisch kleine Partikel. Diese Partikel sind so klein, dass sie vom Körper über das Blut abtransportiert und abgebaut werden können. Durch das Abschleifen der Verkalkungen wird das Gefäß erweitert und die Passage für nachfolgende Behandlungsschritte, wie das Einsetzen eines Stents, vorbereitet.
Anwendungsgebiete
Die Rotationsangioplastie wird vorrangig eingesetzt bei:
- Stark verkalkten Koronarstenosen, die auf eine Standard-Ballondilatation nicht ansprechen
- Komplexen Gefäßläsionen mit schwerer Kalzifizierung
- Vorbereitung eines Gefäßes für die Stent-Implantation bei unzureichender Vordilatation
- Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK), bei denen andere Interventionen nicht durchführbar sind
Ablauf des Eingriffs
Der Eingriff wird in der Regel unter örtlicher Betäubung und leichter Sedierung durchgeführt. Der Zugang erfolgt meist über die Leistenarterie (Arteria femoralis) oder die Handgelenksarterie (Arteria radialis). Über eine dünne Führungsschiene wird der Rotablator-Katheter bis zur Engstelle im Herzkranzgefäß vorgeschoben. Anschließend rotiert der Diamantbohrer und trägt die verkalkten Ablagerungen ab. Nach der Vorbereitung des Gefäßes kann ein Stent eingesetzt werden, um das Gefäß dauerhaft offen zu halten. Der gesamte Eingriff dauert je nach Komplexität zwischen einer und mehreren Stunden.
Risiken und Nebenwirkungen
Wie bei jedem interventionellen Eingriff bestehen auch bei der Rotationsangioplastie bestimmte Risiken:
- Koronarer Vasospasmus: Krampfartige Verengung des behandelten Gefäßes
- Slow-Flow oder No-Reflow-Phänomen: Verminderte Durchblutung nach dem Eingriff durch Mikroembolien
- Dissektionen: Einrisse in der Gefäßwand
- Herzrhythmusstörungen: Kurzfristige Unregelmäßigkeiten des Herzschlags
- Herzinfarkt oder Notfall-Bypass-Operation: Seltene, aber mögliche schwerwiegende Komplikationen
Die Risiken werden vor dem Eingriff sorgfältig mit dem behandelnden Kardiologen besprochen und individuell abgewogen.
Nachsorge und Erholung
Nach der Rotationsangioplastie verbleiben Patienten zur Überwachung in der Regel für einen oder mehrere Tage im Krankenhaus. Es werden Blutverdünnungsmittel (Thrombozytenaggregationshemmer) verschrieben, um einer Bildung von Blutgerinnseln im behandelten Gefäß vorzubeugen. Körperliche Schonung wird für einige Wochen empfohlen. Regelmäßige kardiologische Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um den Behandlungserfolg zu überwachen.
Quellen
- Habib G. et al. - ESC Guidelines on the management of valvular heart disease. European Heart Journal (2022).
- Barbato E. et al. - European Association of Percutaneous Cardiovascular Interventions (EAPCI) position statement on rotational atherectomy. EuroIntervention (2015).
- Genereux P. et al. - Rotational atherectomy in the stent era. JACC: Cardiovascular Interventions (2017).
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