Rückenmarkskanal – Anatomie, Funktion & Erkrankungen
Der Rückenmarkskanal (Spinalkanal) ist der knöcherne Kanal in der Wirbelsäule, der das Rückenmark schützt und die Nervenwurzeln beherbergt.
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Der Rückenmarkskanal (Spinalkanal) ist der knöcherne Kanal in der Wirbelsäule, der das Rückenmark schützt und die Nervenwurzeln beherbergt.
Was ist der Rückenmarkskanal?
Der Rückenmarkskanal, auch als Spinalkanal oder Wirbelkanal bezeichnet, ist ein röhrenförmiger Hohlraum, der durch die übereinandergestapelten Wirbel der Wirbelsäule gebildet wird. Er erstreckt sich vom ersten Halswirbel (C1) bis zum Kreuzbein und enthält das Rückenmark, die umgebenden Schutzhüllen (Meningen), Blutgefäße sowie die austretenden Nervenwurzeln. Der Kanal hat eine lebenswichtige Schutzfunktion für das zentrale Nervensystem.
Anatomie und Aufbau
Der Rückenmarkskanal wird vorne durch die Wirbelkörper und Bandscheiben, seitlich durch die Bogenwurzeln (Pedikel) und hinten durch die Wirbelbögen begrenzt. Innerhalb des Kanals verlaufen:
- Das Rückenmark (Medulla spinalis), das beim Erwachsenen bis etwa zum ersten oder zweiten Lendenwirbel reicht
- Die Cauda equina (Pferdeschwanz), ein Bündel von Nervenwurzeln unterhalb des Rückenmarks
- Die drei Meningen: Dura mater, Arachnoidea und Pia mater
- Der mit Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) gefüllte Subarachnoidalraum
Funktionen
Der Rückenmarkskanal erfüllt mehrere wichtige Aufgaben:
- Schutz des Rückenmarks vor mechanischen Verletzungen
- Führung und Schutz der Spinalnervenwurzeln, die durch die Zwischenwirbellöcher (Foramina intervertebralia) austreten
- Beherbergung des Liquors, der als Stoßdämpfer wirkt und das Rückenmark mit Nährstoffen versorgt
Klinische Bedeutung
Spinalkanalstenose
Eine der häufigsten Erkrankungen, die den Rückenmarkskanal betreffen, ist die Spinalkanalstenose – eine Einengung des Kanals, meist im Bereich der Lendenwirbelsäule. Sie kann durch Bandscheibenvorfälle, knöcherne Anbauten (Osteophyten), verdickte Bänder oder Arthrosen entstehen. Typische Symptome sind Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln und Schwäche in den Beinen, die oft beim Gehen auftreten und im Sitzen nachlassen (neurogene Claudicatio).
Bandscheibenvorfall
Tritt Bandscheibenmaterial in den Rückenmarkskanal vor, kann es das Rückenmark oder Nervenwurzeln komprimieren. Dies verursacht je nach Höhe des Vorfalls Schmerzen, Taubheit oder Lähmungserscheinungen in Armen oder Beinen.
Rückenmarksverletzungen
Traumatische Verletzungen der Wirbelsäule können zu einer Kompression oder Durchtrennung des Rückenmarks im Kanal führen. Je nach Höhe und Schwere der Verletzung können Querschnittslähmungen (Paraplegie oder Tetraplegie) entstehen.
Weitere Erkrankungen
- Spinale Tumoren: Gut- oder bösartige Tumoren innerhalb des Kanals
- Myelitis: Entzündung des Rückenmarks, z. B. bei Multipler Sklerose
- Spinale Gefäßerkrankungen: z. B. spinale arteriovenöse Malformationen
Diagnose
Zur Beurteilung des Rückenmarkskanals und seiner Strukturen stehen verschiedene bildgebende Verfahren zur Verfügung:
- MRT (Magnetresonanztomographie): Goldstandard zur Darstellung von Rückenmark, Bandscheiben, Bändern und Nervenwurzeln
- CT (Computertomographie): Besonders geeignet zur Darstellung knöcherner Strukturen und Stenosen
- Myelographie: Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel im Liquorraum zur Darstellung von Einengungen
- Liquorpunktion (Lumbalpunktion): Entnahme von Liquor zur Laboranalyse
Behandlung
Die Behandlung von Erkrankungen des Rückenmarkskanals richtet sich nach der jeweiligen Ursache und dem Schweregrad:
- Konservative Therapie: Physiotherapie, Schmerztherapie, entzündungshemmende Medikamente
- Minimalinvasive Eingriffe: z. B. Infiltrationen (Nervenblockaden) zur Schmerzlinderung
- Operative Therapie: Dekompression des Kanals (Laminektomie, Laminotomie), Bandscheibenoperation, Stabilisierungseingriffe
Quellen
- Schünke M, Schulte E, Schumacher U: Prometheus LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Thieme Verlag, 5. Auflage, 2018.
- Mattle H, Mumenthaler M: Neurologie. Thieme Verlag, 13. Auflage, 2013.
- World Health Organization (WHO): International Classification of Diseases (ICD-11), Chapter on Diseases of the Nervous System. Verfügbar unter: https://icd.who.int/
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