Ovarialkarzinom – Ursachen, Symptome & Behandlung
Das Ovarialkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Eierstöcke. Es zählt zu den häufigsten gynäkologischen Krebserkrankungen und wird oft erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt.
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Das Ovarialkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Eierstöcke. Es zählt zu den häufigsten gynäkologischen Krebserkrankungen und wird oft erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt.
Was ist ein Ovarialkarzinom?
Das Ovarialkarzinom ist ein bösartiger (maligner) Tumor, der von den Eierstöcken (Ovarien) ausgeht. Es handelt sich um die häufigste zum Tod führende gynäkologische Krebserkrankung in den Industrieländern. Da die Erkrankung in frühen Stadien meist keine oder nur unspezifische Beschwerden verursacht, wird sie häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.
Man unterscheidet verschiedene Typen des Ovarialkarzinoms je nach Gewebeherkunft. Der häufigste Typ ist das epitheliale Ovarialkarzinom, das von den Epithelzellen der Eierstockoberfläche abstammt und etwa 90 % aller Fälle ausmacht. Seltener sind Keimzelltumoren und Stromatumoren.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen des Ovarialkarzinoms sind nicht vollständig geklärt. Bekannte Risikofaktoren umfassen:
- Genetische Faktoren: Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 erhöhen das Risiko erheblich. Frauen mit diesen Mutationen haben ein Lebenszeitrisiko von bis zu 40–60 % für ein Ovarialkarzinom.
- Familiäre Vorbelastung: Verwandte ersten Grades mit Ovarial- oder Brustkrebs erhöhen das eigene Risiko.
- Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, besonders nach der Menopause.
- Hormonelle Faktoren: Frühe Menarche, späte Menopause sowie Kinderlosigkeit gelten als Risikofaktoren.
- Hormonersatztherapie: Eine langfristige Einnahme kann das Risiko leicht erhöhen.
- Übergewicht (Adipositas) und bestimmte Ernährungsgewohnheiten werden ebenfalls diskutiert.
Symptome
Im Frühstadium verursacht das Ovarialkarzinom häufig keine typischen Beschwerden. Mögliche Symptome, die auf eine Erkrankung hinweisen können, sind:
- Anhaltende Bauchschmerzen oder ein Druckgefühl im Unterleib
- Aufgetriebener oder zunehmend vergrößerter Bauch (Aszites)
- Schnelles Sättigungsgefühl oder Verdauungsprobleme
- Häufiger Harndrang
- Unerklärlicher Gewichtsverlust oder -zunahme
- Unregelmäßige Menstruationsblutungen
Da diese Symptome unspezifisch sind und auch bei anderen Erkrankungen auftreten, sollte bei anhaltenden Beschwerden eine gynäkologische Untersuchung erfolgen.
Diagnose
Die Diagnose des Ovarialkarzinoms erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden:
- Gynäkologische Tastuntersuchung: Abtasten der Eierstöcke und des Beckens.
- Transvaginaler Ultraschall: Bildgebende Darstellung der Eierstöcke zur Beurteilung von Größe, Form und Struktur.
- Bluttest auf Tumormarker: Bestimmung des CA-125-Wertes im Blut. Erhöhte Werte können auf ein Ovarialkarzinom hinweisen, sind jedoch nicht spezifisch.
- CT oder MRT: Zur Beurteilung der Ausdehnung des Tumors und möglicher Metastasen.
- Histologische Sicherung: Die endgültige Diagnose erfolgt durch eine Gewebeentnahme (Biopsie) und mikroskopische Untersuchung, meist im Rahmen einer Operation.
Stadien des Ovarialkarzinoms
Das Ovarialkarzinom wird nach der FIGO-Klassifikation (Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique) in vier Stadien eingeteilt:
- Stadium I: Tumor auf die Eierstöcke begrenzt.
- Stadium II: Ausbreitung im kleinen Becken.
- Stadium III: Ausbreitung im Bauchraum und/oder Lymphknotenbefall.
- Stadium IV: Fernmetastasen, z. B. in Leber oder Lunge.
Behandlung
Die Behandlung des Ovarialkarzinoms richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, dem Allgemeinzustand der Patientin und dem histologischen Typ des Tumors. Die Standardtherapie umfasst:
Operation
Die chirurgische Entfernung des Tumors (Zytoreduktion) ist meist der erste Behandlungsschritt. Ziel ist eine möglichst vollständige Entfernung des Tumorgewebes. In der Regel werden Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter sowie das große Bauchnetz (Omentum majus) entfernt.
Chemotherapie
Im Anschluss an die Operation erfolgt meist eine platinbasierte Chemotherapie, häufig als Kombination aus Carboplatin und Paclitaxel. Diese Kombination gilt als Standardtherapie und wird in der Regel über sechs Zyklen verabreicht.
Zielgerichtete Therapien
Bei bestimmten Patientinnen, insbesondere bei BRCA-Mutationen, kommen PARP-Inhibitoren (z. B. Olaparib) zum Einsatz. Diese zielgerichteten Medikamente hemmen die DNA-Reparatur in Tumorzellen und können das Rückfallrisiko senken.
Antiangiogene Therapie
Bevacizumab, ein Antikörper gegen den Wachstumsfaktor VEGF, kann in Kombination mit Chemotherapie eingesetzt werden, um die Blutgefäßversorgung des Tumors zu hemmen.
Prognose
Die Prognose des Ovarialkarzinoms hängt stark vom Diagnosezeitpunkt ab. Im Frühstadium (FIGO I) liegen die 5-Jahres-Überlebensraten bei über 90 %. Da die Erkrankung jedoch häufig erst im fortgeschrittenen Stadium (FIGO III oder IV) entdeckt wird, liegt die durchschnittliche 5-Jahres-Überlebensrate insgesamt bei etwa 40–50 %. Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sind daher besonders wichtig.
Vorbeugung und genetische Beratung
Eine allgemeine Vorsorgestrategie für das Ovarialkarzinom existiert bislang nicht. Frauen mit einem erhöhten familiären Risiko oder nachgewiesener BRCA-Mutation sollten eine genetische Beratung in Anspruch nehmen. In bestimmten Fällen kann eine prophylaktische Entfernung der Eierstöcke (prophylaktische Salpingo-Oophorektomie) erwogen werden.
Quellen
- Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, DGGG, OEGGG, SGGG): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren, Version 5.1, 2023. AWMF-Registernummer: 032/035OL.
- World Health Organization (WHO): Classification of Tumours of Female Reproductive Organs. IARC Press, Lyon, 2020.
- Ledermann J et al.: Newly diagnosed and relapsed epithelial ovarian carcinoma: ESMO Clinical Practice Guidelines. Annals of Oncology, 2013; 24 (Suppl 6): vi24-vi32.
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