Gallenblasenfunktion – Aufgaben & Verdauung
Die Gallenblasenfunktion beschreibt die Rolle der Gallenblase bei der Fettverdauung: Sie speichert und konzentriert Gallenflüssigkeit und gibt sie bei Bedarf in den Dünndarm ab.
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Die Gallenblasenfunktion beschreibt die Rolle der Gallenblase bei der Fettverdauung: Sie speichert und konzentriert Gallenflüssigkeit und gibt sie bei Bedarf in den Dünndarm ab.
Was ist die Gallenblasenfunktion?
Die Gallenblase ist ein kleines, birnenförmiges Hohlorgan, das sich auf der Unterseite der Leber befindet. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit (auch Galle genannt) zu speichern, einzudicken und bei Bedarf in den Dünndarm (Duodenum) abzugeben. Die Gallenblase spielt eine zentrale Rolle im Verdauungssystem, insbesondere bei der Verdauung von Fetten und fettlöslichen Vitaminen.
Aufbau der Gallenblase
Die Gallenblase hat ein Fassungsvermögen von etwa 40 bis 70 Millilitern. Sie ist über den Ductus cysticus (Gallenblasengang) mit dem Ductus choledochus (Hauptgallengang) verbunden, der in den Zwölffingerdarm mündet. Die Wand der Gallenblase besteht aus einer Schleimhaut, einer Muskelschicht und einer Bindegewebsschicht, die eine aktive Kontraktion und Resorption ermöglichen.
Funktionen der Gallenblase
Speicherung der Galle
Die Leber produziert kontinuierlich etwa 600 bis 1000 Milliliter Gallenflüssigkeit pro Tag. Zwischen den Mahlzeiten wird diese Galle in der Gallenblase gespeichert. Dabei wird die Galle durch Wasserentzug auf das 5- bis 10-Fache konzentriert. Die Hauptbestandteile der Galle sind Gallensäuren, Cholesterin, Phospholipide, Bilirubin (ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin) sowie verschiedene Elektrolyte.
Abgabe der Galle bei der Verdauung
Sobald fetthaltiges Essen in den Dünndarm gelangt, wird das Hormon Cholecystokinin (CCK) aus der Darmwand ausgeschüttet. Dieses Hormon bewirkt, dass sich die Muskulatur der Gallenblase zusammenzieht und der Sphinkter Oddi (ein Schließmuskel am Ausgang des Gallengangs) sich öffnet. Dadurch wird konzentrierte Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm abgegeben.
Unterstützung der Fettverdauung
Im Dünndarm wirken die Gallensäuren als natürliche Emulgatoren: Sie umhüllen Fetttröpfchen und verkleinern sie in winzige Partikel (Emulgierung), sodass die fettspaltenden Enzyme (Lipasen) aus der Bauchspeicheldrüse effizienter angreifen können. Ohne diesen Schritt wäre die Aufnahme von Nahrungsfetten und fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) stark eingeschränkt.
Regulation der Gallenblasenfunktion
Die Funktion der Gallenblase wird sowohl hormonell als auch nervlich gesteuert. Neben Cholecystokinin spielen auch das vegetative Nervensystem und weitere Hormone wie Sekretin eine regulierende Rolle. Zwischen den Mahlzeiten sorgt das sogenannte migrierende motorische Komplex-Muster dafür, dass die Gallenblase periodisch kleine Mengen Galle in den Darm entleert, um Gallensteinbildung zu verhindern.
Störungen der Gallenblasenfunktion
Eine beeinträchtigte Gallenblasenfunktion kann verschiedene Erkrankungen verursachen:
- Gallensteine (Cholelithiasis): Entstehen durch Ausfällung von Cholesterin oder Bilirubin in der Gallenblase, häufig verursacht durch eine gestörte Zusammensetzung der Galle.
- Gallenblasenentzündung (Cholezystitis): Meist ausgelöst durch Gallensteine, die den Abfluss der Galle behindern.
- Gallenblasendyskinesie: Eine funktionelle Störung, bei der sich die Gallenblase nicht ausreichend zusammenzieht und die Galle nicht richtig entleert wird.
- Gallenblasenpol yposis: Wucherungen der Gallenblasenschleimhaut, die meist gutartig sind, aber überwacht werden sollten.
Leben ohne Gallenblase
Die Gallenblase ist kein lebenswichtiges Organ. Nach einer Cholezystektomie (operative Entfernung der Gallenblase) gibt die Leber die Galle direkt und kontinuierlich in den Dünndarm ab. Die meisten Patienten vertragen dies gut, obwohl einige vorübergehend oder dauerhaft Verdauungsbeschwerden bei sehr fetthaltigen Mahlzeiten berichten können.
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, 2023.
- Paumgartner, G. - Physiologie und Pathophysiologie der Galle. Deutsches Ärzteblatt, 2010.
- World Gastroenterology Organisation (WGO) - Global Guidelines on Gallstone Disease, 2020. Verfügbar unter: https://www.worldgastroenterology.org
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