Oxidationsschutzmarker – Definition & Bedeutung
Oxidationsschutzmarker sind messbare biologische Parameter, die den Schutz des Körpers vor oxidativem Stress anzeigen. Sie helfen, das antioxidative Potenzial und Zellschäden durch freie Radikale zu bewerten.
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Oxidationsschutzmarker sind messbare biologische Parameter, die den Schutz des Körpers vor oxidativem Stress anzeigen. Sie helfen, das antioxidative Potenzial und Zellschäden durch freie Radikale zu bewerten.
Was sind Oxidationsschutzmarker?
Oxidationsschutzmarker sind biologische Messgrößen, die Aufschluss darüber geben, wie gut der menschliche Organismus in der Lage ist, sich vor oxidativem Stress zu schützen. Oxidativer Stress entsteht, wenn ein Ungleichgewicht zwischen reaktiven Sauerstoffspezies (sogenannten freien Radikalen) und den körpereigenen Abwehrmechanismen besteht. Dieses Ungleichgewicht kann Zellstrukturen, Proteine, Lipide und die DNA schädigen und ist an der Entstehung zahlreicher chronischer Erkrankungen beteiligt.
Die Bestimmung von Oxidationsschutzmarkern findet sowohl in der klinischen Diagnostik als auch in der Präventionsmedizin und Ernährungsforschung Anwendung. Sie ermöglichen eine gezielte Beurteilung des antioxidativen Status eines Menschen.
Arten von Oxidationsschutzmarkern
Enzymatische antioxidative Marker
Der Körper verfügt über ein komplexes System körpereigener Enzyme, die freie Radikale neutralisieren. Die wichtigsten enzymatischen Marker umfassen:
- Superoxid-Dismutase (SOD): Wandelt schädliche Superoxidradikale in Wasserstoffperoxid um.
- Glutathionperoxidase (GPx): Schützt Zellen vor Lipidperoxidation und oxidativen Schäden.
- Katalase: Baut Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff ab.
Nicht-enzymatische antioxidative Marker
Neben den Enzymen spielen auch bestimmte Moleküle eine wichtige Rolle im Oxidationsschutz:
- Glutathion (GSH): Eines der bedeutendsten endogenen Antioxidantien in der Zelle.
- Harnsäure: Wirkt im Blutplasma als antioxidativer Puffer.
- Bilirubin: Besitzt in niedrigen Konzentrationen antioxidative Eigenschaften.
Marker für oxidative Schäden
Diese Marker zeigen an, ob bereits oxidative Schäden an Zellbestandteilen eingetreten sind:
- Malondialdehyd (MDA): Ein Produkt der Lipidperoxidation und häufig verwendeter Marker für oxidativen Stress.
- 8-Hydroxy-2-Desoxyguanosin (8-OHdG): Zeigt oxidative DNA-Schäden an.
- Oxidiertes LDL (ox-LDL): Ein Marker für die Oxidation von Lipoproteinen, relevant bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Isoprostane: Entstehen durch nicht-enzymatische Oxidation von Arachidonsäure und gelten als zuverlässige Marker für Lipidperoxidation.
Gesamtantioxidative Kapazität
Ergänzend zu einzelnen Markern wird häufig die gesamtantioxidative Kapazität (TAC) bestimmt. Sie gibt einen übergeordneten Überblick über das antioxidative Potenzial des Blutserums und berücksichtigt alle vorhandenen Antioxidantien zusammen.
Klinische Bedeutung
Ein verminderter Oxidationsschutz oder erhöhte Werte von Oxidationsschadensmarkern sind mit einer Vielzahl von Erkrankungen assoziiert, darunter:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Arteriosklerose)
- Neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Alzheimer-Demenz, Parkinson-Krankheit)
- Diabetes mellitus und seine Folgeerkrankungen
- Chronisch-entzündliche Erkrankungen
- Onkologische Erkrankungen
In der Präventionsmedizin dienen Oxidationsschutzmarker dazu, Risikopersonen frühzeitig zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des antioxidativen Status einzuleiten.
Einflussfaktoren auf Oxidationsschutzmarker
Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Höhe der Oxidationsschutzmarker im Organismus:
- Ernährung: Eine obst- und gemüsereiche Kost mit ausreichend Vitaminen (z. B. Vitamin C, Vitamin E) und sekundären Pflanzenstoffen fördert den antioxidativen Schutz.
- Körperliche Aktivität: Moderate sportliche Betätigung steigert die antioxidative Enzymkapazität, während exzessive Belastung oxidativen Stress erhöhen kann.
- Rauchen und Alkohol: Beide erhöhen die Produktion freier Radikale und reduzieren antioxidative Kapazitäten.
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die antioxidative Abwehrkapazität ab.
- Chronische Erkrankungen und Entzündungen: Können oxidativen Stress verstärken.
Diagnostik und Messung
Die Messung von Oxidationsschutzmarkern erfolgt in der Regel aus Blut (Serum oder Plasma), Urin oder Gewebebiopsien. Gängige Analysemethoden sind:
- Photometrische und enzymatische Assays (z. B. für SOD, GPx, Katalase)
- ELISA-basierte Verfahren (z. B. für 8-OHdG, ox-LDL)
- HPLC-Methoden (z. B. für Malondialdehyd, Isoprostane)
- Kolorimetrische Tests für die gesamtantioxidative Kapazität
Eine standardisierte präanalytische Handhabung der Proben ist essenziell, da viele dieser Marker empfindlich auf Licht, Temperatur und Lagerungsdauer reagieren.
Quellen
- Halliwell, B. & Gutteridge, J. M. C. (2015). Free Radicals in Biology and Medicine. 5th Edition. Oxford University Press.
- Liguori, I. et al. (2018). Oxidative stress, aging, and diseases. Clinical Interventions in Aging, 13, 757–772. PubMed PMID: 29731617.
- World Health Organization (WHO) (2022). Noncommunicable diseases – oxidative stress and chronic disease prevention. WHO Technical Report Series.
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