Oxalsäure – Wirkung, Vorkommen & Gesundheit
Oxalsäure ist eine natürlich vorkommende organische Säure in vielen Lebensmitteln. In hohen Mengen kann sie Nierensteine fördern und die Mineralstoffaufnahme hemmen.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Oxalsäure"
Oxalsäure ist eine natürlich vorkommende organische Säure in vielen Lebensmitteln. In hohen Mengen kann sie Nierensteine fördern und die Mineralstoffaufnahme hemmen.
Was ist Oxalsäure?
Oxalsäure (chemische Bezeichnung: Ethandisäure) ist eine einfache organische Dicarbonsäure, die in der Natur weit verbreitet ist. Sie kommt natürlicherweise in vielen Pflanzen vor und wird im menschlichen Körper auch als Stoffwechselprodukt gebildet. In der Ernährung ist sie vor allem in Gemüse, Hülsenfrüchten und einigen Obstsorten enthalten. In Form ihrer Salze, der sogenannten Oxalate, kann sie im Körper mit Kalzium, Magnesium und Eisen reagieren und deren Aufnahme beeinflussen.
Vorkommen in Lebensmitteln
Oxalsäure ist in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in:
- Spinat und Mangold
- Rhabarber
- Rote Bete
- Nüsse, insbesondere Erdnüsse und Mandeln
- Kakao und Schokolade
- Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen
- Tee (schwarzer und grüner Tee)
Lebensmittel mit niedrigem Oxalatgehalt sind beispielsweise Kartoffeln, Blumenkohl, Äpfel und die meisten tierischen Produkte.
Biologische Wirkung im Körper
Im Verdauungstrakt bindet Oxalsäure bevorzugt an Mineralien wie Kalzium und Magnesium und bildet dabei schwer lösliche Salze (Oxalate). Diese Verbindungen können vom Darm nicht oder nur schlecht aufgenommen werden, wodurch die Bioverfügbarkeit dieser Mineralstoffe sinkt. Ein klassisches Beispiel ist Spinat: Obwohl er reich an Kalzium ist, kann der Körper dieses aufgrund des hohen Oxalatgehalts kaum verwerten.
Überschüssige Oxalate, die nicht im Darm gebunden werden, gelangen ins Blut und werden über die Nieren ausgeschieden. Bei erhöhter Oxalatkonzentration im Urin kann es zur Bildung von Kalziumoxalat-Nierensteinen kommen, der häufigsten Form von Nierensteinen.
Gesundheitliche Risiken
Nierensteine
Ein hoher Oxalatkonsum gilt als wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung von Nierensteinen. Kalziumoxalat-Nierensteine machen etwa 70–80 % aller Nierensteine aus. Personen mit einer Vorgeschichte von Nierensteinen wird daher häufig empfohlen, oxalatreiche Lebensmittel zu reduzieren.
Hyperoxalurie
Eine Hyperoxalurie bezeichnet eine erhöhte Ausscheidung von Oxalat im Urin. Sie kann ernährungsbedingt (primäre Hyperoxalurie durch genetische Stoffwechselstörungen oder sekundäre Hyperoxalurie durch übermäßige Zufuhr) entstehen und erhöht das Risiko für Nierensteine und in schweren Fällen für Nierenschäden.
Mineralstoffmangel
Bei sehr hohem und dauerhaftem Verzehr oxalatreicher Lebensmittel kann die Aufnahme von Kalzium, Magnesium und Eisen beeinträchtigt werden, was langfristig zu Mangelzuständen führen kann.
Zubereitung und Reduktion des Oxalatgehalts
Durch geeignete Zubereitungsmethoden lässt sich der Oxalatgehalt in Lebensmitteln erheblich reduzieren:
- Kochen und Blanchieren: Wasserlösliche Oxalate gehen beim Kochen ins Kochwasser über. Das Kochwasser sollte daher weggegossen werden.
- Einweichen: Hülsenfrüchte vor dem Kochen einweichen und das Einweichwasser wegschütten.
- Kombination mit Kalzium: Die gleichzeitige Aufnahme kalziumreicher Lebensmittel (z. B. Milchprodukte) fördert die Bindung von Oxalat im Darm und verringert dessen Aufnahme ins Blut.
Empfehlungen für Risikogruppen
Personen mit erhöhtem Risiko für Nierensteine oder bekannter Hyperoxalurie sollten:
- Oxalatreiche Lebensmittel einschränken oder in Maßen konsumieren
- Ausreichend Flüssigkeit trinken (mindestens 2–2,5 Liter täglich), um die Oxalatkonzentration im Urin zu verdünnen
- Kalziumreiche Lebensmittel zu den Mahlzeiten zu sich nehmen
- Vitamin-C-Megadosen vermeiden, da Vitamin C im Körper zu Oxalat umgewandelt werden kann
- Ärztlichen Rat einholen und gegebenenfalls eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen
Industrielle Verwendung
Außerhalb des menschlichen Körpers findet Oxalsäure vielfältige industrielle Anwendungen. Sie wird als Reinigungsmittel, Bleichmittel, in der Galvanik und als chemisches Zwischenprodukt in der Industrie eingesetzt. In konzentrierter Form ist sie giftig und kann Haut und Schleimhäute reizen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte und Ernährungsempfehlungen. www.dge.de
- Tiselius H.G. - Oxalate metabolism and renal stone disease. In: World Journal of Urology, 2015.
- World Health Organization (WHO): Diet, nutrition and the prevention of chronic diseases. WHO Technical Report Series, 2003.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieAllantoinpflege
Bulbärhirnsyndrom
Elektrische Akupunktur
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Oxalsäure + Oxalsaeure + Oxalat + Ethandisäure