Immunelektrophorese – Diagnose & Bedeutung
Die Immunelektrophorese ist ein labordiagnostisches Verfahren zur Analyse von Proteinen im Blut oder Urin, insbesondere zur Erkennung von Antikörper-Anomalien.
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Die Immunelektrophorese ist ein labordiagnostisches Verfahren zur Analyse von Proteinen im Blut oder Urin, insbesondere zur Erkennung von Antikörper-Anomalien.
Was ist die Immunelektrophorese?
Die Immunelektrophorese ist ein spezielles labormedizinisches Diagnoseverfahren, das zur Identifikation und Charakterisierung von Proteinen – insbesondere von Immunglobulinen (Antikörpern) – in Körperflüssigkeiten wie Blutserum oder Urin eingesetzt wird. Sie kombiniert zwei Techniken: die elektrophoretische Auftrennung von Proteinen nach ihrer elektrischen Ladung und Größe sowie die anschließende immunologische Reaktion mit spezifischen Antikörpern (Antiseren). Das Ergebnis ermöglicht eine präzise Aussage über Menge, Art und Struktur der vorhandenen Immunglobuline.
Wie funktioniert die Immunelektrophorese?
Das Verfahren läuft in zwei Hauptschritten ab:
- Elektrophorese: Die Probe (z. B. Blutserum) wird auf ein Gel aufgetragen und einem elektrischen Feld ausgesetzt. Die enthaltenen Proteine wandern entsprechend ihrer Ladung und Molekülgröße und werden so in verschiedene Fraktionen aufgetrennt.
- Immunpräzipitation: Entlang der aufgetrennten Proteinbanden wird ein spezifisches Antiserum aufgetragen. Trifft das Antiserum auf das entsprechende Zielprotein, bilden sich sichtbare Präzipitationsbögen (Fällungslinien), die Form, Position und Intensität der jeweiligen Proteinfraktion anzeigen.
Abweichungen in Form oder Position der Bögen weisen auf pathologische Veränderungen hin, beispielsweise auf das Vorhandensein eines monoklonalen Proteins (M-Protein), das bei bestimmten Erkrankungen des blutbildenden Systems auftreten kann.
Wann wird die Immunelektrophorese eingesetzt?
Die Immunelektrophorese wird vor allem dann angeordnet, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung des Immunsystems oder des blutbildenden Systems besteht. Typische Indikationen umfassen:
- Verdacht auf multiples Myelom (ein Tumor der Plasmazellen)
- Verdacht auf Morbus Waldenström (eine Form des Non-Hodgkin-Lymphoms)
- Abklärung von Gammopathien (Veränderungen der Gammaglobulin-Fraktion im Blut)
- Diagnose und Verlaufskontrolle von Immundefekten
- Nachweis von Bence-Jones-Proteinen im Urin (Hinweis auf Plasmazellerkrankungen)
- Unklare Erhöhung der Gesamtproteine oder der Immunglobuline
Welche Varianten der Immunelektrophorese gibt es?
Klassische Immunelektrophorese
Die ursprüngliche Methode nach Grabar und Williams dient der qualitativen Analyse und erlaubt die Identifikation abnormer Proteine anhand der Präzipitationsbögen.
Immunfixationselektrophorese (IFE)
Eine weiterentwickelte, heute häufiger eingesetzte Methode. Sie ist empfindlicher und ermöglicht die genaue Typisierung eines monoklonalen Proteins nach Immunglobulinklasse (z. B. IgG, IgA, IgM) und Leichtkette (Kappa oder Lambda). Sie gilt als Goldstandard zum Nachweis von M-Proteinen.
Kapillarelektrophorese mit Immunsubtraktion
Eine modernere automatisierte Variante, die in vielen Labors die klassische Methode ergänzt oder ersetzt, da sie schneller und standardisierter arbeitet.
Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Für die Untersuchung ist in der Regel eine Blutabnahme (zur Gewinnung von Serum) oder eine Urinprobe erforderlich. Die Probe wird dann im Labor aufgearbeitet. Eine besondere Vorbereitung durch den Patienten ist in der Regel nicht notwendig. Das Ergebnis wird von einem Facharzt für Labormedizin oder Hämatologie ausgewertet und beurteilt.
Wie werden die Ergebnisse interpretiert?
Ein normales Ergebnis zeigt ein typisches, symmetrisches Muster der Proteinfraktionen ohne auffällige Banden oder Bögen. Pathologische Befunde können sein:
- Monoklonale Bande (M-Gradient): Hinweis auf eine klonale Plasmazell- oder B-Zell-Erkrankung
- Polyklonale Erhöhung: Typisch bei chronischen Entzündungen, Lebererkrankungen oder Autoimmunerkrankungen
- Verminderung einzelner Immunglobuline: Hinweis auf einen Immundefekt
Die Interpretation erfolgt stets im klinischen Kontext und in Kombination mit anderen Laborwerten sowie der Krankengeschichte des Patienten.
Quellen
- Lothar Thomas (Hrsg.): Labor und Diagnose – Indikation und Bewertung von Laborbefunden für die medizinische Diagnostik. 8. Auflage. TH-Books Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main, 2012.
- Kyle RA, Rajkumar SV. Criteria for diagnosis, staging, risk stratification and response assessment of multiple myeloma. Leukemia. 2009;23(1):3-9. PubMed PMID: 18971951.
- World Health Organization (WHO): Classification of Tumours of Haematopoietic and Lymphoid Tissues. IARC Press, Lyon, 2017.
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