Inotropie: Kontraktionskraft des Herzens
Inotropie beschreibt die Kontraktionskraft des Herzmuskels. Eine gesteigerte oder verminderte Inotropie beeinflusst die Herzleistung und ist klinisch bei Herzinsuffizienz relevant.
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Inotropie beschreibt die Kontraktionskraft des Herzmuskels. Eine gesteigerte oder verminderte Inotropie beeinflusst die Herzleistung und ist klinisch bei Herzinsuffizienz relevant.
Was ist Inotropie?
Inotropie bezeichnet in der Medizin die Kontraktilität des Herzmuskels, also die Fähigkeit des Herzens, sich mit einer bestimmten Kraft zusammenzuziehen. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort inos (Muskel) und tropos (Richtung, Eigenschaft) ab. Die Inotropie ist ein zentraler Parameter der Herzfunktion und bestimmt maßgeblich, wie viel Blut das Herz pro Schlag in den Kreislauf pumpen kann.
Positive und negative Inotropie
Man unterscheidet zwischen positiver und negativer Inotropie:
- Positive Inotropie: Eine Steigerung der Kontraktionskraft des Herzens. Das Herz pumpt kraftvoller und foerdert mehr Blut pro Herzschlag. Dieser Effekt kann durch bestimmte Medikamente (sogenannte Inotropika), Hormone wie Adrenalin oder durch Aktivierung des Sympathikus ausgeloest werden.
- Negative Inotropie: Eine Verminderung der Kontraktionskraft. Das Herz schlaegt schwaecher. Bestimmte Medikamente wie Betablocker oder Kalziumkanalblocker koennen diesen Effekt auslösen, ebenso Erkrankungen wie die Herzinsuffizienz.
Wirkmechanismus
Die Kontraktionskraft des Herzens haengt eng mit dem intrazellulären Kalziumspiegel in den Herzmuskelzellen (Kardiomyozyten) zusammen. Kalzium aktiviert das kontraktile Protein Troponin C, das die Wechselwirkung zwischen Aktin und Myosin – den Strukturen, die die Muskelkontraktion erzeugen – ermoeglicht.
- Eine erhoehte intrazellulaere Kalziumkonzentration fuehrt zu einer staerkeren Kontraktion (positive Inotropie).
- Eine verminderte Kalziumverfuegbarkeit oder eine beeintraechtigte Kalziumempfindlichkeit schwaechen die Kontraktion ab (negative Inotropie).
Klinische Bedeutung
Die Inotropie spielt eine entscheidende Rolle bei verschiedenen Herzerkrankungen und deren Behandlung:
Herzinsuffizienz
Bei der Herzinsuffizienz ist die Kontraktionskraft des Herzens pathologisch vermindert. Das Herz kann den Koerper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen. In akuten Situationen werden positiv inotrope Medikamente eingesetzt, um die Herzleistung kurzfristig zu steigern.
Kardiogener Schock
Beim kardiogenen Schock versagt das Herz als Pumpe, oft infolge eines Herzinfarkts. Hier ist die intensivmedizinische Gabe von Inotropika lebensrettend.
Anwendung in der Intensivmedizin
In der Intensivmedizin werden positiv inotrope Substanzen wie Dobutamin, Dopamin, Adrenalin oder Levosimendan eingesetzt, um die Herzfunktion zu stabilisieren. Diese Medikamente erhoehen die Kontraktionskraft und verbessern so die Durchblutung lebenswichtiger Organe.
Inotropie und verwandte Begriffe
Inotropie ist ein Teil eines groesseren Konzepts zur Beschreibung der Herzfunktion. Verwandte Begriffe sind:
- Chronotropie: Beschreibt die Herzfrequenz (Schlaege pro Minute).
- Dromotropie: Beschreibt die Erregungsleitungsgeschwindigkeit im Herzen.
- Bathmotropie: Beschreibt die Erregbarkeit des Herzens.
- Lusitropie: Beschreibt die Relaxationsfaehigkeit des Herzens nach einer Kontraktion.
Messung der Inotropie
Die Inotropie laesst sich nicht direkt im klinischen Alltag messen. Als Surrogat-Parameter werden haufig verwendet:
- Ejektionsfraktion (EF): Der Anteil des Blutes, der pro Herzschlag aus der linken Herzkammer ausgeworfen wird. Normalwert: 55–70 %.
- Herzzeitvolumen (HZV): Die Blutmenge, die das Herz pro Minute in den Kreislauf pumpt.
- Echokardiographie: Bildgebendes Verfahren zur Beurteilung der Herzwandbewegung und Pumpfunktion.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Woerterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
- Erdmann E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie – Krankheiten des Herzens, des Kreislaufs und der herznahen Gefaesse. 8. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2011.
- Hasenfuss G., Pieske B.: Calcium cycling in congestive heart failure. Journal of Molecular and Cellular Cardiology. 2002; 34(8): 951–969. PubMed PMID: 12206939.
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