Radiusköpfchenfraktur – Ursachen, Symptome und Behandlung
Die Radiusköpfchenfraktur ist ein Knochenbruch am Kopf der Speiche (Radius) im Ellenbogengelenk. Sie entsteht häufig durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm.
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Die Radiusköpfchenfraktur ist ein Knochenbruch am Kopf der Speiche (Radius) im Ellenbogengelenk. Sie entsteht häufig durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm.
Was ist eine Radiusköpfchenfraktur?
Die Radiusköpfchenfraktur ist eine der häufigsten Frakturen im Bereich des Ellenbogens. Dabei bricht der knöcherne Kopf der Speiche (Radius), der einen wesentlichen Teil des Ellenbogengelenks bildet. Sie macht etwa ein Drittel aller Ellenbogenfrakturen beim Erwachsenen aus und betrifft Frauen und Männer nahezu gleich häufig.
Ursachen
Die häufigste Ursache einer Radiusköpfchenfraktur ist ein Sturz auf den ausgestreckten Arm mit leicht gebeugtem Ellenbogen. Die dabei entstehende Kraft wird über die Speiche auf das Ellenbogengelenk übertragen und führt zum Bruch des Radiusköpfchens. Typische Unfallsituationen sind:
- Stürze im Alltag (z. B. auf glattem Untergrund)
- Sportunfälle (z. B. beim Radfahren, Skifahren oder Klettern)
- Verkehrsunfälle
- Direkte Gewalteinwirkung auf den Ellenbogen (seltener)
Klassifikation
In der klinischen Praxis wird die Radiusköpfchenfraktur häufig nach der Mason-Klassifikation eingeteilt:
- Typ I: Nicht oder kaum verschobener Bruch (undisloziert), keine Bewegungsblockade
- Typ II: Verschobener (dislozierter) Bruch eines Teilstücks des Radiusköpfchens
- Typ III: Trümmerbruch des gesamten Radiusköpfchens
- Typ IV: Fraktur in Kombination mit einer Ellenbogenluxation (Verrenkung)
Symptome
Typische Beschwerden nach einer Radiusköpfchenfraktur sind:
- Schmerzen auf der Außenseite des Ellenbogens, die sich bei Bewegung verstärken
- Schwellung und Druckschmerz im Bereich des Radiusköpfchens
- Eingeschränkte Beweglichkeit des Ellenbogens, besonders bei Drehbewegungen des Unterarms (Pro- und Supination)
- Gelegentlich ein Gelenkerguss (Flüssigkeitsansammlung im Gelenk)
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch folgende Untersuchungen gestellt:
- Klinische Untersuchung: Abtasten des Ellenbogens, Prüfung der Beweglichkeit und Stabilität
- Röntgenaufnahme: Standardmäßige Bildgebung in zwei Ebenen; kann kleinere Frakturen jedoch gelegentlich nicht eindeutig darstellen
- Computertomographie (CT): Bei komplexeren Frakturen oder unklarem Röntgenbefund zur genauen Beurteilung der Fragmentstellung
- Magnetresonanztomographie (MRT): Zur Beurteilung von Begleitverletzungen der Bänder und Knorpel
Behandlung
Konservative Behandlung
Bei nicht oder kaum verschobenen Frakturen (Typ I nach Mason) ist eine konservative Therapie meist ausreichend. Diese umfasst:
- Kurzzeitige Ruhigstellung mit einer Schlinge oder Schiene für wenige Tage
- Frühzeitige krankengymnastische Übungen zur Wiederherstellung der Beweglichkeit
- Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol) zur Linderung der Beschwerden
- Kühlung und Hochlagerung des Arms in der Akutphase
Operative Behandlung
Bei stärker verschobenen oder Trümmerfrakturen (Typ II–IV) kann eine operative Versorgung notwendig sein. Je nach Schweregrad kommen folgende Verfahren in Betracht:
- Osteosynthese: Zusammenfügen und Fixierung der Knochenfragmente mit Schrauben oder Platten
- Radiusköpfchenresektion: Entfernung des Radiusköpfchens bei nicht rekonstruierbarem Trümmerbruch (heute eher selten)
- Radiusköpfchenprothese: Ersatz des Radiusköpfchens durch ein Implantat, insbesondere bei komplexen Frakturen mit Instabilität
Heilungsverlauf und Prognose
Der Heilungsverlauf hängt wesentlich vom Schweregrad der Fraktur ab. Unkomplizierte Frakturen vom Typ I heilen in der Regel innerhalb von 4 bis 6 Wochen vollständig aus. Komplexere Verletzungen können mehrere Monate in Anspruch nehmen. Eine frühzeitige Physiotherapie ist entscheidend, um einer dauerhaften Bewegungseinschränkung vorzubeugen. Insgesamt ist die Prognose bei adäquater Behandlung gut.
Quellen
- Müller M. E. et al. - AO-Klassifikation der Frakturen. Thieme Verlag, Stuttgart.
- Rüter A., Trentz O., Wagner M. - Unfallchirurgie. Urban und Fischer Verlag, München.
- Duckworth A. D. et al. - Radial head and neck fractures: a meta-analysis. Journal of Bone and Joint Surgery, 2012. PubMed PMID: 22218384.
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