Rektumresektion – Eingriff, Verfahren & Nachsorge
Die Rektumresektion ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem das Rektum (Mastdarm) teilweise oder vollständig entfernt wird. Sie wird vor allem bei Rektumkarzinom, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder schweren Funktionsstörungen eingesetzt.
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Die Rektumresektion ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem das Rektum (Mastdarm) teilweise oder vollständig entfernt wird. Sie wird vor allem bei Rektumkarzinom, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder schweren Funktionsstörungen eingesetzt.
Was ist eine Rektumresektion?
Die Rektumresektion bezeichnet die operative Entfernung eines Teils oder des gesamten Rektums (Mastdarms). Das Rektum ist der letzte Abschnitt des Dickdarms vor dem After und hat eine Länge von etwa 15 bis 18 Zentimetern. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Stuhlspeicherung und der kontrollierten Darmentleerung. Eine Rektumresektion ist ein bedeutsamer Eingriff der Viszeralchirurgie und wird je nach Ausdehnung der Erkrankung als Teilresektion oder vollständige Entfernung (totale Rektumresektion) durchgeführt.
Indikationen
Eine Rektumresektion wird bei verschiedenen Erkrankungen und Zuständen empfohlen:
- Rektumkarzinom: Bösartiger Tumor des Mastdarms – häufigste Indikation
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa mit schwerem Befall des Rektums
- Rektumprolaps: Vorfall des Mastdarms durch den After
- Rektumpolypen: Große oder nicht endoskopisch entfernbare Polypen
- Divertikelkrankheit: Schwere Komplikationen im Rektumbereich
- Rektumverletzungen: Schwere Traumata oder Perforationen
Operationsverfahren
Es gibt verschiedene Techniken der Rektumresektion, die je nach Lage und Ausdehnung des Befunds gewählt werden:
Anteriore Rektumresektion
Bei der anterioren Rektumresektion wird das erkrankte Rektum über einen Bauchschnitt oder minimalinvasiv (laparoskopisch) entfernt. Der verbleibende Darm wird anschließend mit dem Analkanal oder dem verbliebenen Rektumstumpf verbunden (Anastomose). Diese Methode ermöglicht in vielen Fällen den Erhalt des Schließmuskels und damit die natürliche Kontinenz.
Tiefe anteriore Rektumresektion
Bei tief sitzenden Tumoren wird eine tiefe anteriore Rektumresektion mit Anlage einer tiefen Anastomose nahe am Beckenbodenbereich durchgeführt. Dabei kann vorübergehend ein schützendes Stoma (künstlicher Darmausgang) angelegt werden, das nach Abheilung der Anastomose wieder rückverlagert wird.
Abdominoperineale Rektumexstirpation
Wenn der Tumor sehr tief sitzt und den Schließmuskel befällt, ist eine abdominoperineale Exstirpation notwendig. Hierbei werden Rektum und Schließmuskelapparat vollständig entfernt. Ein dauerhafter künstlicher Darmausgang (Kolostoma) ist dann erforderlich.
Totale mesorektale Exzision (TME)
Die totale mesorektale Exzision (TME) ist der Goldstandard bei der operativen Behandlung des Rektumkarzinoms. Dabei wird das Rektum gemeinsam mit seinem Fett- und Lymphgewebsmantel (Mesorektum) en bloc entfernt, um eine möglichst vollständige Entfernung des Tumors und seiner Lymphabflusswege zu erreichen.
Minimalinvasive Verfahren
Heute werden viele Rektumresektionen laparoskopisch (Schlüssellochoperation) oder roboterassistiert durchgeführt. Diese Methoden bieten gegenüber der offenen Chirurgie Vorteile wie kleinere Narben, geringere postoperative Schmerzen, kürzere Krankenhausaufenthalte und eine schnellere Erholung.
Vorbereitung und Nachsorge
Vor der Operation erfolgen eine gründliche Diagnostik (Koloskopie, MRT, CT) sowie eine Darmvorbereitung. Bei Rektumkarzinom wird häufig eine neoadjuvante Radiochemotherapie (Bestrahlung und Chemotherapie vor der Operation) eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern und das Rückfallrisiko zu senken.
Nach dem Eingriff sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, Beckenbodentraining und gegebenenfalls eine Ernährungsberatung wichtig. Bei angelegtem Stoma erhalten Patientinnen und Patienten eine intensive pflegerische Betreuung durch speziell ausgebildete Stomatherapeutinnen und -therapeuten.
Mögliche Komplikationen
Wie bei jedem größeren operativen Eingriff können Komplikationen auftreten:
- Anastomoseninsuffizienz (undichte Verbindungsstelle im Darm)
- Nachblutungen
- Wundinfektionen
- Verletzung von Nachbarorganen (Blase, Harnleiter, Nerven)
- Störungen der Blasen- und Sexualfunktion durch Nervenverletzungen im Becken
- Veränderungen der Stuhlkontinenz (Low Anterior Resection Syndrome, LARS)
Lebensqualität nach der Operation
Viele Patientinnen und Patienten erleben nach einer Rektumresektion zunächst Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, wie häufigeren Stuhldrang oder vorübergehende Inkontinenz. Mit gezielter Rehabilitation, Beckenbodentraining und – falls notwendig – medikamentöser Unterstützung kann die Lebensqualität in den meisten Fällen deutlich verbessert werden.
Quellen
- Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Version 2.1 (2019), AWMF-Registernummer 021/007OL.
- Soreide K et al. - Rectal cancer. The Lancet, 2024; 403(10430): 927-941. DOI: 10.1016/S0140-6736(23)02052-0.
- Schumpelick V, Kasperk R, Sterk P (Hrsg.) - Operationsatlas Chirurgie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 4. Auflage, 2013.
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