Vorhofflimmern – Ursachen, Symptome und Therapie
Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Die Vorhöfe des Herzens schlagen dabei unkontrolliert und unregelmäßig, was das Schlaganfallrisiko erhöht.
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Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Die Vorhöfe des Herzens schlagen dabei unkontrolliert und unregelmäßig, was das Schlaganfallrisiko erhöht.
Was ist Vorhofflimmern?
Vorhofflimmern (VHF) ist die häufigste klinisch relevante Herzrhythmusstörung (Arrhythmie) weltweit. Bei dieser Erkrankung werden die Vorhöfe des Herzens nicht mehr geordnet, sondern chaotisch und sehr schnell aktiviert – mit einer Frequenz von bis zu 600 Impulsen pro Minute. Dadurch verlieren die Vorhöfe ihre koordinierte Pumpfunktion, und der Herzschlag wird unregelmäßig. Vorhofflimmern kann vorübergehend (paroxysmal), wiederkehrend (persistierend) oder dauerhaft (permanent) auftreten.
Ursachen und Risikofaktoren
Vorhofflimmern kann durch eine Vielzahl von Erkrankungen und Risikofaktoren ausgelöst oder begünstigt werden:
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie): häufigste Ursache
- Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt
- Herzklappenfehler, insbesondere der Mitralklappe
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Diabetes mellitus
- Schlafapnoe
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Übergewicht und Adipositas
- Hohes Lebensalter (das Risiko steigt ab dem 60. Lebensjahr deutlich an)
Symptome
Vorhofflimmern kann sich sehr unterschiedlich äußern – manche Betroffene bemerken gar nichts, während andere deutliche Beschwerden verspüren. Typische Symptome sind:
- Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)
- Schwindel und Benommenheit
- Kurzatmigkeit, vor allem bei Belastung
- Brustschmerzen oder Druck in der Brust
- Erschöpfung und allgemeine Leistungsschwäche
- In seltenen Fällen: Ohnmacht (Synkope)
Besonders gefährlich ist Vorhofflimmern, weil es in den Vorhöfen zur Bildung von Blutgerinnseln führen kann. Lösen sich diese Gerinnsel und gelangen ins Gehirn, kann ein Schlaganfall entstehen. Das Schlaganfallrisiko ist bei Vorhofflimmern rund fünffach erhöht.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch folgende Untersuchungen gestellt:
- Elektrokardiogramm (EKG): Standardmethode zur Erkennung von Vorhofflimmern. Im EKG fehlen die typischen P-Wellen, und die RR-Abstände sind unregelmäßig.
- Langzeit-EKG (Holter-EKG): Aufzeichnung über 24 bis 48 Stunden oder länger, um paroxysmales (anfallsweises) Vorhofflimmern zu erfassen.
- Echokardiographie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung von Herzstruktur und -funktion sowie zur Suche nach Blutgerinnseln.
- Blutuntersuchungen: u.a. Schilddrüsenwerte, Blutbild, Elektrolyte.
Behandlung
Thromboembolieprophylaxe
Da Vorhofflimmern das Schlaganfallrisiko erheblich erhöht, ist die Verhinderung von Blutgerinnseln ein zentrales Therapieziel. Hierfür werden Blutverdünner (Antikoagulanzien) eingesetzt, z.B. direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs) wie Apixaban, Rivaroxaban oder Dabigatran, oder das klassische Phenprocoumon (Marcumar).
Frequenzkontrolle
Ziel ist es, die Herzfrequenz auf einen normalen Bereich zu senken. Eingesetzt werden dafür Betablocker, Kalziumantagonisten (z.B. Verapamil) oder Digitalisglykoside.
Rhythmuskontrolle
Bei dieser Strategie wird versucht, den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten. Dies kann medikamentös mit Antiarrhythmika (z.B. Flecainid, Amiodaron) oder durch einen elektrischen Kardioversionsschock erfolgen.
Katheterablation
Bei der Katheterablation werden die auslösenden elektrischen Impulse im Herzgewebe gezielt durch Hitze (Radiofrequenz) oder Kälte (Kryoablation) verödet. Diese Methode ist besonders bei jüngeren Patientinnen und Patienten mit symptomatischem Vorhofflimmern wirksam.
Lebensstiländerungen
Begleitend zur medikamentösen Therapie sind Lebensstiländerungen wichtig: Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung, Einschränkung des Alkoholkonsums, optimale Einstellung von Blutdruck und Blutzucker sowie Behandlung einer Schlafapnoe können das Vorhofflimmern positiv beeinflussen.
Quellen
- Hindricks G. et al. - 2020 ESC Guidelines for the diagnosis and management of atrial fibrillation. European Heart Journal, 2021; 42(5):373-498. (European Society of Cardiology)
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Cardiovascular diseases: Atrial Fibrillation. WHO Fact Sheets, 2023.
- Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) - Leitlinie zum Management von Vorhofflimmern, 2022. AWMF-Register.
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