Hertoghe-Zeichen – Ursachen und Bedeutung
Das Hertoghe-Zeichen beschreibt den Ausfall der äußeren Augenbrauenpartie und gilt als klinisches Hinweiszeichen auf Schilddrüsenunterfunktion oder andere systemische Erkrankungen.
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Das Hertoghe-Zeichen beschreibt den Ausfall der äußeren Augenbrauenpartie und gilt als klinisches Hinweiszeichen auf Schilddrüsenunterfunktion oder andere systemische Erkrankungen.
Was ist das Hertoghe-Zeichen?
Das Hertoghe-Zeichen bezeichnet den charakteristischen Ausfall oder die Ausdünnung des äußeren Drittels der Augenbrauen. Es ist nach dem belgischen Arzt Eugene Hertoghe benannt, der dieses klinische Zeichen im Zusammenhang mit der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) beschrieb. In der medizinischen Praxis wird es als ein möglicher Hinweis auf eine zugrundeliegende Erkrankung gewertet, erfordert jedoch stets eine weiterführende diagnostische Abklärung.
Ursachen
Das Hertoghe-Zeichen kann durch verschiedene Erkrankungen und Zustände verursacht werden. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion): Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen führt zu Veränderungen des Haarwachstums, einschließlich des Ausfalls der lateralen Augenbrauen.
- Alopecia areata: Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Haarfollikel angreift und zu fleckigem Haarverlust führt.
- Atopische Dermatitis (Neurodermitis): Chronische Hauterkrankung, die durch häufiges Reiben oder Kratzen im Augenbrauenbereich zum Haarverlust führen kann.
- Lepra: In Regionen, in denen Lepra vorkommt, kann der Befall peripherer Nerven zum Ausfall der Augenbrauen führen.
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Eine systemische Autoimmunerkrankung, die ebenfalls Haarverlust verursachen kann.
- Nährstoffmangel: Insbesondere ein Mangel an Zink, Biotin oder Eisen kann das Haarwachstum beeinträchtigen.
- Altersbedingte Veränderungen: Im höheren Alter kann das äußere Drittel der Augenbrauen physiologisch ausdünnen.
Symptome und klinisches Bild
Das Hertoghe-Zeichen selbst ist ein klinischer Befund und kein eigenständiges Symptom. Es zeigt sich als sichtbarer Haarverlust im lateralen (äußeren) Bereich der Augenbrauen. Je nach zugrundeliegender Ursache können weitere Symptome auftreten:
- Bei Hypothyreose: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteintoleranz, trockene Haut, Obstipation und allgemeiner Haarausfall.
- Bei atopischer Dermatitis: Juckreiz, gerötete und schuppende Haut, besonders in den Beugefalten.
- Bei Alopecia areata: Rundliche, scharf begrenzte Kahlstellen an Kopf, Augenbrauen oder anderen behaarten Körperstellen.
Diagnose
Die Diagnose des Hertoghe-Zeichens erfolgt klinisch durch visuelle Inspektion der Augenbrauen. Um die zugrundeliegende Ursache zu ermitteln, sind weitere diagnostische Schritte erforderlich:
- Blutuntersuchungen: TSH, fT3 und fT4 zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion; Blutbild, Ferritin, Zink, Biotin.
- Autoantikörper-Tests: Anti-TPO-Antikörper bei Verdacht auf Hashimoto-Thyreoiditis; ANA bei Verdacht auf Lupus.
- Dermatologische Untersuchung: Trichoskopie oder Hautbiopsie bei Verdacht auf Alopecia areata oder andere Hauterkrankungen.
- Anamnese: Ausführliche Patientengeschichte einschließlich Medikamenteneinnahme, Familienanamnese und Begleitsymptome.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich stets nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Hypothyreose: Substitution mit Levothyroxin (L-Thyroxin); bei erfolgreicher Behandlung kann das Augenbrauenwachstum wieder einsetzen.
- Alopecia areata: Kortikosteroide lokal oder systemisch, Immuntherapie oder JAK-Inhibitoren je nach Schweregrad.
- Atopische Dermatitis: Lokale Kortikosteroide, Calcineurin-Inhibitoren, Biologika (z. B. Dupilumab) und konsequente Hautpflege.
- Nährstoffmangel: Gezielte Supplementierung des fehlenden Nährstoffs nach laborchemischer Bestätigung.
Grundsätzlich gilt: Wird die Ursache erfolgreich behandelt, kann das Hertoghe-Zeichen reversibel sein und die Augenbrauen wachsen wieder nach. Bei irreversiblen Schäden an den Haarfollikeln ist eine vollständige Erholung jedoch nicht immer möglich.
Klinische Bedeutung
Das Hertoghe-Zeichen ist ein wichtiger klinischer Hinweis, der in der körperlichen Untersuchung nicht übersehen werden sollte. Besonders in der endokrinologischen und dermatologischen Praxis dient es als einfaches, nicht-invasives Screening-Zeichen. Es erinnert daran, dass äußere Veränderungen wie Haarausfall systemische Erkrankungen widerspiegeln können, die einer gezielten Therapie bedürfen.
Quellen
- Fatourechi V. - Subclinical hypothyroidism: an update for primary care physicians. Mayo Clinic Proceedings, 2009.
- Wolff K., Johnson R.A., Saavedra A.P. - Fitzpatrick's Color Atlas and Synopsis of Clinical Dermatology. 8. Auflage, McGraw-Hill Education, 2017.
- Tosti A., Piraccini B.M. - Diagnosis and Treatment of Hair Disorders. Taylor and Francis, 2006.
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