Haemophilus aegypticus – Erreger, Symptome und Behandlung
Haemophilus aegypticus ist ein gramnegatives Bakterium, das eitrige Bindehautentzündungen und das Brazilian Purpuric Fever verursacht. Es tritt vor allem in tropischen Regionen auf.
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Haemophilus aegypticus ist ein gramnegatives Bakterium, das eitrige Bindehautentzündungen und das Brazilian Purpuric Fever verursacht. Es tritt vor allem in tropischen Regionen auf.
Was ist Haemophilus aegypticus?
Haemophilus aegypticus ist ein gramnegatives, stäbchenförmiges Bakterium aus der Gattung Haemophilus. Es wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts von Robert Koch und John E. Weeks beschrieben und wird daher auch als Koch-Weeks-Bazillus bezeichnet. Das Bakterium besiedelt die Schleimhäute der menschlichen Konjunktiva (Bindehaut) und der oberen Atemwege.
Ursachen und Übertragung
Die Übertragung von Haemophilus aegypticus erfolgt in der Regel durch direkten oder indirekten Kontakt mit infiziertem Augensekret, beispielsweise über Hände, gemeinsam genutzte Handtücher oder Fliegen, die als mechanische Vektoren dienen. Das Bakterium tritt besonders häufig in tropischen und subtropischen Regionen auf, wo sanitäre Bedingungen eingeschränkt und Temperaturen hoch sind.
Krankheitsbilder
Eitrige Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
Die häufigste Manifestation einer Infektion mit Haemophilus aegypticus ist die akute, hochansteckende eitrige Konjunktivitis, auch bekannt als Pinkeye oder ägyptische Augenentzündung. Sie betrifft bevorzugt Kinder und äußert sich durch folgende Symptome:
- Starke Rötung und Schwellung der Bindehaut
- Eitriger, gelblich-grüner Ausfluss aus dem Auge
- Brennen, Juckreiz und Lichtempfindlichkeit
- Verkrustung der Augenlider, besonders nach dem Schlafen
Brazilian Purpuric Fever (BPF)
Eine besonders gefährliche Komplikation ist das Brazilian Purpuric Fever (BPF), das erstmals 1984 in Brasilien beschrieben wurde. Es handelt sich um eine systemische Infektion, die vor allem Kinder im Alter von wenigen Monaten bis zu etwa 10 Jahren betrifft. Nach einer vorangegangenen Konjunktivitis kann sich das Bakterium im Blutkreislauf ausbreiten und eine lebensbedrohliche Erkrankung verursachen. Zu den Symptomen gehören:
- Hohes Fieber
- Purpura (fleckige Hautblutungen)
- Schüttelfrost und Erbrechen
- Septischer Schock im schweren Verlauf
- Hohe Sterblichkeitsrate ohne rechtzeitige Behandlung
Diagnose
Die Diagnose einer Infektion durch Haemophilus aegypticus erfolgt durch mikrobiologische Untersuchungen. Dabei wird ein Abstrich der Konjunktiva oder des Blutes entnommen und auf geeigneten Nährböden kultiviert. Ergänzend kann eine Gramfärbung des Abstrichs durchgeführt werden, die gramnegative Stäbchen zeigt. Molekularbiologische Methoden wie die PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ermöglichen eine schnelle und präzise Erregeridentifikation, insbesondere bei Verdacht auf BPF.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Infektion:
- Unkomplizierte Konjunktivitis: Lokale Antibiotikaaugentropfen oder -salben, z. B. mit Chloramphenicol oder Azithromycin, sind meist ausreichend. Zusätzlich sind Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
- Brazilian Purpuric Fever: Da es sich um eine systemische, lebensbedrohliche Infektion handelt, ist eine sofortige stationäre Aufnahme und eine intravenöse Antibiotikatherapie erforderlich. Mittel der Wahl sind Cephalosporine der dritten Generation oder Ampicillin, abhängig vom Resistenzprofil des Erregers.
Prävention
Vorbeugende Maßnahmen umfassen eine sorgfältige Händehygiene, die Vermeidung von gemeinsamem Gebrauch von Handtüchern und Augenreinigungs-utensilien sowie eine frühzeitige Behandlung von Konjunktivitiden. In Endemiegebieten ist die Aufklärung der Bevölkerung über Übertragungswege und Hygienepraktiken besonders wichtig.
Quellen
- Brazilian Purpuric Fever Study Group. Brazilian purpuric fever: epidemic purpura fulminans associated with antecedent purulent conjunctivitis. The Lancet, 1987;2(8548):757-761.
- Mandell, G. L., Bennett, J. E., Dolin, R. (Hrsg.). Mandell, Douglas, and Bennett's Principles and Practice of Infectious Diseases. 8. Auflage. Elsevier, 2015.
- World Health Organization (WHO). Bacterial eye infections – Overview and management guidelines. Genf: WHO, 2022. Verfügbar unter: https://www.who.int
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