Hiatushernie – Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Hiatushernie ist ein Zustand, bei dem ein Teil des Magens durch den Zwerchfellspalt in den Brustkorb gleitet. Sie kann Sodbrennen und Reflux verursachen.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Hiatushernie"
Eine Hiatushernie ist ein Zustand, bei dem ein Teil des Magens durch den Zwerchfellspalt in den Brustkorb gleitet. Sie kann Sodbrennen und Reflux verursachen.
Was ist eine Hiatushernie?
Eine Hiatushernie (auch Zwerchfellhernie genannt) entsteht, wenn ein Teil des Magens durch die natürliche Öffnung im Zwerchfell – den sogenannten Hiatus oesophageus – in den Brustraum gleitet. Normalerweise verläuft die Speiseröhre durch diese Öffnung, und der Magen bleibt vollständig im Bauchraum. Ist das Gewebe rund um den Hiatus geschwächt oder geweitet, kann Magengewebe nach oben rutschen.
Hiatushernien sind weit verbreitet und betreffen häufig Menschen ab dem mittleren Lebensalter. Viele Betroffene haben keine oder nur geringe Beschwerden, während andere unter deutlichen Symptomen wie Sodbrennen oder gastroösophagealem Reflux leiden.
Arten der Hiatushernie
- Axiale Gleithernie (Typ I): Die häufigste Form. Der Mageneingang (Kardia) gleitet zusammen mit dem unteren Speiseröhrenabschnitt in den Brustraum. Diese Form ist meist mit Reflux verbunden.
- Paraösophageale Hernie (Typ II): Ein Teil des Magenfundus gleitet neben der Speiseröhre in den Brustraum, während die Kardia an ihrer normalen Position bleibt. Seltener, aber potenziell ernster.
- Mischformen (Typ III und IV): Kombinationen beider Typen oder das Hineinrutschen weiterer Bauchorgane in den Brustraum.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache ist nicht immer eindeutig feststellbar. Folgende Faktoren können zur Entstehung einer Hiatushernie beitragen:
- Altersbedingte Schwäche des Bindegewebes und der Muskulatur rund um den Hiatus
- Erhöhter intraabdominaler Druck (z. B. durch Übergewicht, Schwangerschaft, chronischen Husten oder Verstopfung)
- Körperliche Schwerarbeit oder intensives Pressen
- Genetische Veranlagung
- Frühere Bauchoperationen oder Verletzungen
Symptome
Kleine Hiatushernien verlaufen häufig symptomlos. Bei größeren Hernien oder wenn Reflux auftritt, können folgende Beschwerden auftreten:
- Sodbrennen, besonders nach dem Essen oder im Liegen
- Saures Aufstoßen oder Regurgitation
- Brustschmerzen oder Druckgefühl hinter dem Brustbein
- Schluckbeschwerden (Dysphagie)
- Übelkeit
- Chronischer Husten oder Heiserkeit (durch Reflux bedingt)
Diagnose
Die Diagnose einer Hiatushernie erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
- Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie, ÖGD): Direkte Sichtung der Speiseröhre, der Kardia und des Magens mittels eines flexiblen Endoskops.
- Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Breischluck): Darstellung der Speiseröhre und des Magens nach Schlucken eines Kontrastmittels.
- pH-Metrie und Manometrie: Messung des Säuregehalts in der Speiseröhre sowie der Beweglichkeit und des Drucks der Speiseröhrenmuskulatur.
- Computertomographie (CT): Bei komplizierteren Fällen zur genauen anatomischen Darstellung.
Behandlung
Konservative Maßnahmen
Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden stehen zunächst konservative Maßnahmen im Vordergrund:
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Mehrere kleine Mahlzeiten statt weniger großer
- Vermeidung von Auslösern wie fetthaltigen Speisen, Alkohol, Koffein und Nikotin
- Schlafen mit erhöhtem Oberkörper
- Vermeidung von enganliegender Kleidung
Medikamentöse Therapie
Zur Linderung von Refluxbeschwerden werden häufig eingesetzt:
- Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol oder Pantoprazol – reduzieren die Magensäureproduktion
- H2-Blocker – hemmen ebenfalls die Säureproduktion
- Antazida – neutralisieren die Magensäure kurzfristig
Operative Behandlung
Bei großen, symptomatischen oder paraösophagealen Hernien sowie bei Komplikationen (z. B. Einklemmung des Magens) ist eine Operation erforderlich. Der häufigste Eingriff ist die laparoskopische Fundoplikatio, bei der der Mageneingang wieder in den Bauchraum verlagert und die Zwerchfellöffnung verengt wird. Dabei wird der obere Magenanteil um die Speiseröhre gewickelt, um den unteren Speiseröhrenschließmuskel zu stärken.
Komplikationen
Unbehandelte oder schwere Hiatushernien können zu Komplikationen führen:
- Refluxösophagitis: Entzündung der Speiseröhre durch anhaltenden Säurekontakt
- Barrett-Ösophagus: Veränderung der Schleimhautzellen der Speiseröhre, ein Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs
- Magenblutungen durch Schleimhautläsionen
- Einklemmung (Inkarzeration) des Magens – ein medizinischer Notfall
Quellen
- Koop H. et al. - Gastroösophageale Refluxkrankheit. S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), 2023.
- Kahrilas P.J. - Hiatus hernia. In: UpToDate, Wolters Kluwer, 2023.
- Lanas A., Chan F.K.L. - Peptic ulcer disease. The Lancet, 2017; 390(10094): 613-624.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieImpressio cardiaca
Hexokinase
Hepatische Enzephalopathie
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Hiatushernie + Hiatus Hernie + Hiatushernien + Zwerchfellhernie