Haemophilus ducreyi – Erreger des Ulcus molle
Haemophilus ducreyi ist ein gramnegatives Bakterium und der Erreger des Ulcus molle (weicher Schanker), einer sexuell übertragbaren Infektionskrankheit mit schmerzhaften Genitalgeschwüren.
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Haemophilus ducreyi ist ein gramnegatives Bakterium und der Erreger des Ulcus molle (weicher Schanker), einer sexuell übertragbaren Infektionskrankheit mit schmerzhaften Genitalgeschwüren.
Was ist Haemophilus ducreyi?
Haemophilus ducreyi ist ein gramnegatives, stäbchenförmiges Bakterium aus der Familie der Pasteurellaceae. Es ist der Erreger des sogenannten Ulcus molle, im Volksmund auch als weicher Schanker bekannt. Diese Erkrankung zählt zu den sexuell übertragbaren Infektionen (STI) und ist weltweit verbreitet, tritt jedoch besonders häufig in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas auf.
Übertragung und Risikofaktoren
Die Übertragung von Haemophilus ducreyi erfolgt ausschließlich durch direkten Schleimhaut- oder Hautkontakt, in der Regel beim ungeschützten Geschlechtsverkehr. Das Bakterium dringt durch kleine Hautläsionen oder Mikrotraumata in das Gewebe ein.
- Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit infizierten Personen
- Mehrere Sexualpartner
- Bestehende Hautverletzungen im Genitalbereich
- Leben in oder Reise in Endemiegebiete (tropische Regionen)
- Mangelnde Intimhygiene und eingeschränkter Zugang zu medizinischer Versorgung
Symptome
Die klinischen Zeichen des Ulcus molle treten typischerweise 3 bis 7 Tage nach der Infektion auf. Im Gegensatz zum harten Schanker (Syphilis) ist der weiche Schanker durch ausgeprägte Schmerzhaftigkeit gekennzeichnet.
- Schmerzhafte Geschwüre im Genital- oder Analbereich mit weichem, unregelmäßigem Rand
- Geschwüre mit gelblich-grauem Belag und blutend-eitriger Basis
- Schwellung und Rötung der umgebenden Haut
- Bubonen: schmerzhafte Lymphknotenschwellungen in der Leistengegend (bei ca. 50 % der Betroffenen)
- Allgemeines Unwohlsein und Fieber (in schweren Fällen)
Diagnose
Die Diagnose von Haemophilus ducreyi-Infektionen basiert auf klinischen Befunden sowie mikrobiologischen und molekularbiologischen Untersuchungen.
Klinische Diagnose
Aufgrund des charakteristischen Erscheinungsbildes der Geschwüre kann oft eine klinische Verdachtsdiagnose gestellt werden. Wichtig ist die Abgrenzung von anderen Genitalulzerationen, insbesondere von Syphilis (Treponema pallidum) und Herpes genitalis (Herpes-simplex-Virus).
Labordiagnostik
- Kultivierung: Anzucht des Bakteriums auf Spezialmedien (z. B. GC-Agar mit Supplementen); gilt als Goldstandard, ist jedoch technisch anspruchsvoll
- PCR (Polymerase-Kettenreaktion): hochsensitiver und spezifischer Nachweis der bakteriellen DNA aus Abstrichmaterial
- Gramfärbung und Mikroskopie: typisches Bild von kettenförmig angeordneten Stäbchen
- Ausschluss einer Koinfektion mit Treponema pallidum und HSV ist medizinisch empfohlen
Behandlung
Das Ulcus molle ist gut mit Antibiotika behandelbar, sofern die Diagnose rechtzeitig gestellt wird. Eine frühzeitige Therapie verhindert Komplikationen wie die Ausbreitung der Geschwüre oder eine Abszessbildung der Lymphknoten.
Empfohlene Antibiotikatherapie
- Azithromycin: 1 g oral als Einmalgabe (bevorzugte Therapie)
- Ceftriaxon: 250 mg intramuskulär als Einmalgabe
- Ciprofloxacin: 500 mg oral zweimal täglich über 3 Tage (Anwendung in der Schwangerschaft kontraindiziert)
- Erythromycin: 500 mg oral dreimal täglich über 7 Tage
Sexualpartner der betroffenen Person sollten ebenfalls untersucht und ggf. behandelt werden, auch wenn keine Symptome vorliegen. Die Verwendung von Kondomen reduziert das Übertragungsrisiko deutlich.
Komplikationen
Unbehandelt kann eine Infektion mit Haemophilus ducreyi zu ernsthaften Komplikationen führen:
- Ausgedehnte, nekrotisierende Geschwüre
- Abszessbildung der Inguinallymphknoten (inguinale Bubonen) mit spontaner Perforation
- Erhöhtes Risiko für die Übertragung und den Erwerb von HIV, da offene Wunden als Eintrittspforte dienen
- Phimose oder Paraphimose bei männlichen Patienten durch Narbenbildung
Prävention
- Konsequente Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr
- Regelmäßige STI-Untersuchungen bei Risikogruppen
- Aufklärung und Sexualerziehung
- Frühzeitige Behandlung und Partnerbenachrichtigung
Quellen
- World Health Organization (WHO): Guidelines for the management of sexually transmitted infections. WHO Press, Genf, 2003 (aktualisierte Empfehlungen verfügbar unter who.int).
- Lewis DA. Chancroid: clinical manifestations, diagnosis, and management. Sexually Transmitted Infections. 2003;79(1):68-71. PubMed PMID: 12576620.
- Robert Koch-Institut (RKI): Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Berlin, 2011. Verfügbar unter rki.de.
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