Hepatopulmonal – Syndrom, Ursachen & Behandlung
Das hepatopulmonale Syndrom beschreibt eine schwere Komplikation bei Lebererkrankungen, bei der eine gestörte Gefäßerweiterung in der Lunge zu Sauerstoffmangel führt.
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Das hepatopulmonale Syndrom beschreibt eine schwere Komplikation bei Lebererkrankungen, bei der eine gestörte Gefäßerweiterung in der Lunge zu Sauerstoffmangel führt.
Was bedeutet hepatopulmonal?
Der Begriff hepatopulmonal setzt sich aus den lateinischen Wörtern hepar (Leber) und pulmo (Lunge) zusammen und bezeichnet die Wechselwirkung oder gemeinsame Beteiligung von Leber und Lunge an einem Krankheitsgeschehen. Im klinischen Alltag wird der Begriff vor allem im Zusammenhang mit dem hepatopulmonalen Syndrom (HPS) verwendet – einer ernsthaften Komplikation fortgeschrittener Lebererkrankungen.
Definition des hepatopulmonalen Syndroms
Das hepatopulmonale Syndrom ist eine Erkrankung, bei der eine chronische Lebererkrankung oder eine portale Hypertonie (erhöhter Blutdruck in der Pfortader) zu krankhaften Erweiterungen der kleinen Blutgefäße in der Lunge führt. Diese sogenannten intrapulmonalen vaskulären Dilatationen (IPVD) stören den Gasaustausch und verursachen einen Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut.
Ursachen
Das hepatopulmonale Syndrom entsteht typischerweise als Folge von:
- Leberzirrhose – die häufigste Grunderkrankung
- Chronischer Hepatitis (z. B. Hepatitis B oder C)
- Nicht-zirrhotischer portaler Hypertonie
- Akutem Leberversagen (seltener)
- Angeborenen Leberkrankheiten (z. B. biliäre Atresie bei Kindern)
Durch die gestörte Leberfunktion werden vasoaktive Substanzen – insbesondere Stickstoffmonoxid (NO) – vermehrt ausgeschüttet. Diese führen zu einer übermäßigen Weitstellung der Lungenkapillaren.
Symptome
Die Symptome des hepatopulmonalen Syndroms entwickeln sich oft schleichend und können zunächst unspezifisch sein:
- Dyspnoe (Atemnot), besonders bei körperlicher Belastung
- Platypnoe – verstärkte Atemnot im Stehen, Besserung im Liegen (charakteristisches Merkmal)
- Orthodesoxie – Abfall der Sauerstoffsättigung beim Aufstehen
- Zyanose (Bläulichfärbung von Lippen und Fingernägeln)
- Trommelschlegelfinger (Uhrglasnägel)
- Allgemeine Symptome der Lebererkrankung: Gelbsucht, Aszites, Spiderangiome
Diagnose
Die Diagnose des hepatopulmonalen Syndroms erfolgt durch eine Kombination aus:
- Blutgasanalyse (BGA): Nachweis einer Hypoxämie (verminderter Sauerstoffpartialdruck im Blut, PaO2 < 80 mmHg)
- Kontrastechokardiographie: Nachweis intrapulmonaler Shunts durch Blasenechokardiographie mit agitierter Kochsalzlösung
- Tc-99m-MAA-Szintigraphie: Messung des Ausmaßes des intrapulmonalen Shunts
- Pulmonale Funktionstests und hochauflösende CT der Lunge
- Laboruntersuchungen zur Beurteilung der Leberfunktion (Child-Pugh-Score, MELD-Score)
Behandlung
Bis heute gibt es keine zugelassene medikamentöse Therapie, die das hepatopulmonale Syndrom kausal heilt. Die einzige potenziell kurative Behandlung ist die:
- Lebertransplantation: Sie gilt als Therapie der Wahl und führt in den meisten Fällen zu einer vollständigen oder deutlichen Rückbildung der Lungenveränderungen. Patienten mit schwerem HPS erhalten bei der Organzuteilung Prioritätspunkte (MELD-Exception-Punkte).
Unterstützende Maßnahmen umfassen:
- Langzeit-Sauerstofftherapie zur Linderung der Hypoxämie
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. antivirale Therapie bei Hepatitis)
- In Einzelfällen: Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt (TIPS) oder experimentelle Therapien mit Garlic-Extrakt (Allium sativum) – Evidenz noch begrenzt
Prognose
Ohne Behandlung ist die Prognose des hepatopulmonalen Syndroms ungünstig. Der Schweregrad der Hypoxämie korreliert mit der Sterblichkeit. Nach erfolgreicher Lebertransplantation erholen sich die meisten Patienten gut, wobei die Normalisierung der Lungenfunktion Monate dauern kann.
Quellen
- European Association for the Study of the Liver (EASL): Clinical Practice Guidelines on the management of hepatic encephalopathy and hepatopulmonary syndrome. Journal of Hepatology, 2022.
- Rodríguez-Roisin R, Krowka MJ: Hepatopulmonary Syndrome – A Liver-Induced Lung Vascular Disorder. New England Journal of Medicine, 2008; 358(22): 2378-2387.
- Krowka MJ et al.: Hepatopulmonary Syndrome and Portopulmonary Hypertension: A Report of the Multicenter Liver Transplant Database. Liver Transplantation, 2004; 10(2): 174-182.
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