Hirsutismus – Ursachen, Symptome und Behandlung
Hirsutismus bezeichnet das vermehrte Wachstum von Körper- und Gesichtshaaren bei Frauen nach männlichem Muster. Ursache sind meist erhöhte Androgenspiegel.
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Hirsutismus bezeichnet das vermehrte Wachstum von Körper- und Gesichtshaaren bei Frauen nach männlichem Muster. Ursache sind meist erhöhte Androgenspiegel.
Was ist Hirsutismus?
Hirsutismus ist eine medizinische Bezeichnung für das übermäßige Wachstum dunkler, grober Haare bei Frauen und Mädchen in Körperregionen, in denen Behaarung typischerweise nur bei Männern auftritt – etwa im Gesicht (Oberlippe, Kinn), an der Brust, dem Bauch, dem Rücken oder den Oberschenkeln. Der Zustand entsteht durch einen erhöhten Einfluss männlicher Geschlechtshormone, sogenannter Androgene, auf die Haarfollikel.
Hirsutismus ist nicht dasselbe wie Hypertrichose, bei der generalisiert vermehrt Körperbehaarung auftreten kann, unabhängig von hormonellen Einflüssen.
Ursachen
Die häufigste Ursache des Hirsutismus ist das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), das bis zu 75 % aller Fälle ausmacht. Weitere Ursachen umfassen:
- Androgenproduzierende Tumoren der Eierstöcke oder Nebennieren (selten, aber wichtig auszuschließen)
- Kongenitale adrenale Hyperplasie (CAH): eine angeborene Störung der Nebennierenfunktion
- Morbus Cushing: erhöhter Cortisolspiegel durch Überproduktion in der Nebenniere oder durch Tumor
- Hyperprolaktinämie: erhöhte Prolaktinwerte, z. B. durch ein Prolaktinom
- Medikamente wie Anabolika, bestimmte Antiepileptika, Glukokortikoide oder Minoxidil
- Idiopathischer Hirsutismus: erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Androgenen ohne messbar erhöhte Hormonspiegel
Symptome und Begleitbeschwerden
Das Leitsymptom ist die unerwünschte Behaarung in androgenabhängigen Körperzonen. Häufig treten begleitend weitere Zeichen eines Androgenüberschusses auf:
- Akne und fettige Haut
- Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation
- Haarausfall am Kopf (androgenetische Alopezie)
- Gewichtszunahme und Insulinresistenz (besonders bei PCOS)
- Tiefere Stimme oder Klitorisvergrößerung (bei schwerer Virilisierung)
Der Schweregrad des Hirsutismus wird häufig anhand des Ferriman-Gallwey-Scores bewertet, der Behaarung in neun Körperregionen auf einer Skala von 0 bis 4 bewertet.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt klinisch sowie durch Laboruntersuchungen. Typischerweise werden folgende Werte bestimmt:
- Gesamttestosteron und freies Testosteron
- DHEA-S (Dehydroepiandrosteron-Sulfat)
- 17-OH-Progesteron (zum Ausschluss einer CAH)
- LH und FSH (Verhältnis bei PCOS oft erhöht)
- Prolaktin und TSH
Bei Verdacht auf einen hormonproduzierenden Tumor können bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT eingesetzt werden.
Behandlung
Medikamentöse Therapie
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Häufig eingesetzte Medikamente sind:
- Kombinierte orale Kontrazeptiva (Antibabypille): hemmen die Androgensynthese und senken den freien Androgenspiegel
- Antiandrogene wie Spironolacton, Cyproteronazetat oder Flutamid: blockieren die Wirkung von Androgenen an den Haarfollikeln
- Metformin: bei PCOS-assoziiertem Hirsutismus mit Insulinresistenz
- Glukokortikoide: bei kongenitaler adrenaler Hyperplasie
Kosmetische und nicht-medikamentöse Maßnahmen
Zur Reduktion sichtbarer Haare werden ergänzend eingesetzt:
- Rasur, Wachsen, Epiliercreme
- Laserhaarentfernung: langfristig wirksam bei dunklen Haaren
- Elektrolyse (Elektrodepilation): dauerhafte Haarentfernung
- Eflornitin-Creme (Vaniqa): verlangsamt das Haarwachstum im Gesicht
Lebensstilanpassungen
Bei PCOS-bedingtem Hirsutismus kann eine Gewichtsreduktion die Androgenspiegel senken und die Symptome verbessern. Regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung sind empfehlenswert.
Quellen
- Martin K.A. et al. - Evaluation and treatment of hirsutism in premenopausal women: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2018.
- Rosenfield R.L. - Hirsutism. New England Journal of Medicine, 2005;353(24):2578-2588.
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) - Leitlinie zum Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS), 2020.
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