Opipramol – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Opipramol ist ein Psychopharmakon, das bei Angststörungen und somatoformen Störungen eingesetzt wird. Es wirkt beruhigend und angstlösend, ohne das Abhängigkeitsrisiko von Benzodiazepinen.
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Opipramol ist ein Psychopharmakon, das bei Angststörungen und somatoformen Störungen eingesetzt wird. Es wirkt beruhigend und angstlösend, ohne das Abhängigkeitsrisiko von Benzodiazepinen.
Was ist Opipramol?
Opipramol ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der trizyklischen Verbindungen, das in der Psychiatrie und Allgemeinmedizin zur Behandlung von Angststörungen und somatoformen Störungen eingesetzt wird. Somatoforme Störungen sind Erkrankungen, bei denen körperliche Beschwerden ohne eindeutige organische Ursache auftreten, zum Beispiel Schmerzen, Herzrasen oder Magen-Darm-Probleme, die durch psychische Belastung bedingt sind. Opipramol ist in Deutschland seit Jahrzehnten zugelassen und zählt zu den am häufigsten verschriebenen Psychopharmaka.
Wirkmechanismus
Im Gegensatz zu klassischen Antidepressiva beeinflusst Opipramol kaum die Wiederaufnahme von Neurotransmittern wie Serotonin oder Noradrenalin. Stattdessen wirkt es vor allem über folgende Mechanismen:
- Sigma-Rezeptor-Agonismus: Opipramol bindet an sogenannte Sigma-1- und Sigma-2-Rezeptoren im Gehirn, die eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Angst, Stimmung und Schmerzverarbeitung spielen.
- Histamin-H1-Rezeptor-Blockade: Diese Wirkung ist verantwortlich für die sedierende (beruhigende) Eigenschaft des Medikaments.
- Blockade von Dopamin-D2- und Serotonin-5-HT2-Rezeptoren: Diese trägt zur antipsychotischen und stimmungsstabilisierenden Wirkung bei.
Durch diese Kombination wirkt Opipramol angstlösend (anxiolytisch), beruhigend (sedierend) und stimmungsaufhellend (thymoleptisch), ohne ein nennenswertes Abhängigkeitspotenzial zu besitzen.
Anwendungsgebiete
Opipramol ist zugelassen für:
- Generalisierte Angststörung: anhaltende, übermäßige Sorgen und innere Unruhe ohne konkreten Auslöser
- Somatoforme Störungen: körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Schwindel, Herzklopfen oder Müdigkeit ohne organischen Befund
Darüber hinaus wird Opipramol gelegentlich ergänzend bei Schlafstörungen, Reizbarkeit und leichten depressiven Verstimmungen im Rahmen der genannten Störungsbilder eingesetzt.
Dosierung und Anwendung
Opipramol wird in der Regel als Tablette eingenommen. Die übliche Tagesdosis für Erwachsene liegt zwischen 50 mg und 150 mg, aufgeteilt auf zwei bis drei Einnahmen pro Tag. Zu Beginn der Therapie wird meist mit einer niedrigen Dosis begonnen, die schrittweise angepasst wird. Die abendliche Einnahme eines Teils der Dosis kann die sedierende Wirkung nutzen, um den Schlaf zu verbessern. Die genaue Dosierung sollte stets von einem Arzt oder einer Ärztin festgelegt werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Opipramol Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen umfassen:
- Müdigkeit und Sedierung, besonders zu Beginn der Behandlung
- Mundtrockenheit
- Schwindel und orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen)
- Gewichtszunahme
- Verstopfung
Seltener können Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen oder allergische Reaktionen auftreten. Ältere Patientinnen und Patienten sind besonders auf Schwindel und Sturzgefahr zu achten.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Opipramol sollte nicht eingenommen werden bei:
- Engwinkelglaukom (erhöhter Augeninnendruck)
- Schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung
- Harnverhalt oder Prostatavergrößerung
- Gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern
Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit anderen zentral dämpfenden Substanzen (z. B. Alkohol, Schlafmittel), Antihypertensiva und Anticholinergika. Eine sorgfältige Medikamentenanamnese durch den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin ist daher wichtig.
Abgrenzung zu anderen Anxiolytika
Im Vergleich zu Benzodiazepinen wie Diazepam hat Opipramol den Vorteil, kein relevantes Abhängigkeitspotenzial zu besitzen und ist daher für eine längerfristige Behandlung besser geeignet. Im Vergleich zu modernen Antidepressiva wie SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) wirkt Opipramol schneller beruhigend, hat jedoch ein anderes Nebenwirkungsprofil.
Quellen
- Müller WE, Siebert B, Holoubek G, Gentsch C. Neuropharmacology of the anxiolytic drug opipramol, a sigma site and histamine H1 receptor agonist. Pharmacopsychiatry. 2004;37(Suppl 3):S189-S197.
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). S3-Leitlinie: Behandlung von Angststörungen. 2021. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
- Fachinformation Opipramol. Ingelheim pharma GmbH & Co. KG. Aktuelle Fassung gemaess Zulassung.
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