Rektalbiopsie: Ablauf, Zweck und Ergebnisse
Die Rektalbiopsie ist eine diagnostische Methode, bei der Gewebeproben aus dem Mastdarm entnommen werden. Sie dient der Abklärung von Erkrankungen wie Darmkrebs, Morbus Crohn oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.
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Die Rektalbiopsie ist eine diagnostische Methode, bei der Gewebeproben aus dem Mastdarm entnommen werden. Sie dient der Abklärung von Erkrankungen wie Darmkrebs, Morbus Crohn oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.
Was ist eine Rektalbiopsie?
Die Rektalbiopsie ist ein medizinisches Verfahren, bei dem kleine Gewebeproben aus dem Rektum (Mastdarm) entnommen und anschließend im Labor feingeweblich (histologisch) untersucht werden. Das Rektum ist der letzte Abschnitt des Dickdarms vor dem After. Die Gewebeentnahme ermöglicht es Ärztinnen und Ärzten, krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut präzise zu diagnostizieren.
Wann wird eine Rektalbiopsie durchgeführt?
Eine Rektalbiopsie wird eingesetzt, wenn klinische Untersuchungen oder bildgebende Verfahren Hinweise auf Veränderungen im Mastdarm liefern. Typische Anwendungsgebiete sind:
- Verdacht auf kolorektales Karzinom (Darm- oder Mastdarmkrebs)
- Abklärung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Untersuchung von Rektumpolypen auf gutartige oder bösartige Natur
- Diagnose des Morbus Hirschsprung (angeborene Fehlinnervation des Darms, insbesondere bei Neugeborenen und Kleinkindern)
- Abklärung von anhaltendem Blut im Stuhl, unerklärlichem Durchfall oder Schmerzen im Afterbereich
- Kontrolle nach einer Krebsbehandlung im Darmbereich
Wie wird die Rektalbiopsie durchgeführt?
Der Ablauf der Rektalbiopsie richtet sich nach dem klinischen Kontext und dem Alter des Patienten. Grundsätzlich unterscheidet man folgende Vorgehensweisen:
Endoskopische Rektalbiopsie
Am häufigsten wird die Biopsie im Rahmen einer Rektoskopie oder Koloskopie (Darmspiegelung) durchgeführt. Dabei wird ein dünnes, flexibles oder starres Endoskop durch den After eingeführt. Über spezielle Zangen können gezielt kleine Gewebeproben aus auffälligen Bereichen der Schleimhaut entnommen werden. Der Eingriff ist in der Regel kurz und wird ambulant durchgeführt.
Saugbiopsie des Rektums
Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern, vor allem beim Verdacht auf Morbus Hirschsprung, kommt die sogenannte Saugbiopsie (Suktionsbiopsie) zum Einsatz. Dabei wird mit einem speziellen Instrument ohne Narkose eine kleine Gewebeprobe aus der Rektumschleimhaut entnommen. Diese Methode ist schonend und sicher.
Operative Biopsie
In seltenen Fällen, wenn tiefere Gewebeschichten untersucht werden müssen, erfolgt die Biopsie im Rahmen eines kleinen operativen Eingriffs unter Narkose.
Vorbereitung auf die Untersuchung
Vor einer Rektalbiopsie ist in der Regel eine Darmreinigung notwendig, damit die Darmschleimhaut gut eingesehen werden kann. Dies erfolgt durch abführende Medikamente oder Einläufe. Blutgerinnungshemmende Medikamente (z. B. Aspirin, Marcumar) müssen eventuell vorübergehend abgesetzt werden. Patienten sollten dies mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.
Was passiert mit der Gewebeprobe?
Die entnommene Gewebeprobe wird in ein Fixierungsmedium (meist Formalin) gegeben und an ein pathologisches Labor geschickt. Dort untersuchen Fachärzte für Pathologie die Zellen unter dem Mikroskop. Dieser Vorgang wird als histologische Untersuchung bezeichnet. Ergebnisse liegen in der Regel nach einigen Tagen bis zwei Wochen vor.
Risiken und Nebenwirkungen
Die Rektalbiopsie ist ein sicheres Verfahren. Mögliche, aber seltene Komplikationen umfassen:
- Leichte Blutungen an der Entnahmestelle (meist selbstlimitierend)
- Infektionen im Bereich der Biopsieentnahmestelle
- Perforation (Durchstoßung der Darmwand) – sehr selten
- Vorübergehende leichte Schmerzen oder Druckgefühl im Afterbereich
Nach dem Eingriff können leichte Blutabgänge beim Stuhlgang auftreten, die in der Regel nach kurzer Zeit aufhören. Bei starken Blutungen, Fieber oder starken Schmerzen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Bedeutung der Ergebnisse
Die histologischen Ergebnisse geben Aufschluss über den Zustand der Darmschleimhaut. Je nach Befund können folgende Diagnosen gestellt oder ausgeschlossen werden:
- Gutartige Polypen (Adenome) – Vorstufen von Darmkrebs
- Kolorektales Karzinom (Mastdarmkrebs)
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- Morbus Hirschsprung – fehlende Nervenzellen in der Darmwand
- Infektiöse Kolitis – entzündliche Veränderungen durch Erreger
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Kolorektales Karzinom. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Berlin, 2023.
- Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, AWMF): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 2.2, 2022. AWMF-Registernummer: 021/007OL.
- Pschyrembel Klinisches Worterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin, 2020.
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