Staphylokokkenenterotoxikose – Ursachen & Therapie
Die Staphylokokkenenterotoxikose ist eine Lebensmittelvergiftung durch Giftstoffe (Enterotoxine) von Staphylokokken-Bakterien. Sie verursacht rasch einsetzende Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
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Die Staphylokokkenenterotoxikose ist eine Lebensmittelvergiftung durch Giftstoffe (Enterotoxine) von Staphylokokken-Bakterien. Sie verursacht rasch einsetzende Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Was ist eine Staphylokokkenenterotoxikose?
Die Staphylokokkenenterotoxikose ist eine Form der Lebensmittelvergiftung, die nicht durch die Bakterien selbst, sondern durch ihre hitzebeständigen Giftstoffe – die sogenannten Staphylokokken-Enterotoxine – verursacht wird. Auslöser sind meist Bakterien der Art Staphylococcus aureus, die in kontaminierten Lebensmitteln Toxine bilden. Da diese Toxine auch nach dem Erhitzen im Lebensmittel erhalten bleiben, schützt Kochen oder Pasteurisieren nicht vollständig vor der Erkrankung. Sie zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen lebensmittelbedingter Erkrankungen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Erkrankung entsteht durch den Verzehr von Lebensmitteln, in denen sich Staphylococcus aureus zuvor vermehrt und Enterotoxine produziert hat. Begünstigende Faktoren sind:
- Unzureichende Kühlung von Lebensmitteln (z. B. bei Temperaturen zwischen 10 °C und 45 °C)
- Mangelhafte Küchenhygiene und Händehygiene beim Zubereiten von Speisen
- Kontamination durch Träger von Staphylococcus aureus (z. B. Personen mit Hautverletzungen, Abszessen oder Erkältungen)
- Besonders häufig betroffene Lebensmittel: Fleischprodukte, Geflügel, Eier, Milchprodukte, Salate mit Mayonnaise, Backwaren mit Sahne- oder Cremefüllungen
Die Toxine selbst sind hitzestabil und werden durch normale Koch- oder Pasteurisierungsverfahren nicht zerstört. Selbst wenn die Bakterien abgetötet werden, können die bereits gebildeten Toxine noch krankheitsauslösend wirken.
Symptome
Charakteristisch für die Staphylokokkenenterotoxikose ist der sehr rasche Beginn der Symptome, typischerweise 1 bis 6 Stunden nach dem Verzehr des kontaminierten Lebensmittels. Die häufigsten Beschwerden sind:
- Plötzliche, heftige Übelkeit
- Starkes Erbrechen (oft das führende Symptom)
- Krampfartige Bauchschmerzen
- Durchfall (wässrig, selten blutig)
- Allgemeines Krankheitsgefühl und Schwäche
- Selten: leichtes Fieber
Die Erkrankung ist in der Regel selbstlimitierend und klingt meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab. Bei älteren Menschen, Kleinkindern oder immungeschwächten Personen kann es jedoch zu einer gefährlichen Dehydration (Austrocknung) kommen.
Diagnose
Die Diagnose wird häufig klinisch gestellt, also anhand der typischen Symptome und der zeitlichen Verbindung zu einer gemeinsamen Mahlzeit (z. B. Gruppenerkrankungen). Zur Bestätigung können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Stuhluntersuchung: Nachweis von Staphylococcus aureus oder seiner Enterotoxine
- Lebensmitteluntersuchung: Mikrobiologische Analyse der verdächtigen Speise
- Blutbild: Zum Ausschluss schwerwiegenderer Infektionen oder zur Beurteilung des Flüssigkeitshaushalts
- In Ausbruchssituationen: Meldung an das Gesundheitsamt und epidemiologische Untersuchung
Behandlung
Eine spezifische Therapie gegen die Toxine existiert nicht. Die Behandlung ist daher symptomatisch und unterstützend:
- Flüssigkeits- und Elektrolytersatz: Ausreichendes Trinken von Wasser, Tee oder oralen Rehydrationslösungen ist die wichtigste Maßnahme.
- Schonkost: Leicht verdauliche Kost wie Zwieback, Bananen oder Reis kann helfen, den Magen-Darm-Trakt zu entlasten.
- Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit) können bei starkem Erbrechen eingesetzt werden.
- Antibiotika sind bei der reinen Enterotoxikose in der Regel nicht wirksam, da die Erkrankung durch das Toxin und nicht durch die lebenden Bakterien verursacht wird.
- Bei schwerer Dehydration oder gefährdeten Personengruppen kann eine stationäre Behandlung mit intravenöser Flüssigkeitszufuhr notwendig sein.
Prävention und Lebensmittelhygiene
Da die Toxine hitzestabil sind, ist die wichtigste Schutzmaßnahme die Verhinderung der Toxinbildung durch konsequente Lebensmittelhygiene:
- Lebensmittel stets bei unter 5 °C kühlen oder bei über 60 °C warm halten
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen bei der Lebensmittelzubereitung
- Personen mit Hautinfektionen, Wunden oder Atemwegsinfektionen sollten keine Lebensmittel zubereiten
- Speisen nicht länger als nötig bei Zimmertemperatur stehen lassen
- Regelmäßige Schulungen in Lebensmittelhygiene für das Küchen- und Gastronomiepersonal
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Staphylococcus-aureus-Enterotoxine – Epidemiologie und Prävention. Berlin, aktuelle Ausgabe.
- World Health Organization (WHO): Foodborne diseases – Staphylococcal food poisoning. WHO Food Safety Factsheet, Genf.
- Heymann D.L. (Hrsg.): Control of Communicable Diseases Manual, 20. Auflage. American Public Health Association, Washington D.C., 2015.
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