Inflammationsmarker – Entzündungswerte einfach erklärt
Inflammationsmarker sind Laborwerte, die Entzündungsprozesse im Körper anzeigen. Sie helfen Ärzten, Entzündungen zu erkennen, zu überwachen und Erkrankungen gezielt zu behandeln.
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Inflammationsmarker sind Laborwerte, die Entzündungsprozesse im Körper anzeigen. Sie helfen Ärzten, Entzündungen zu erkennen, zu überwachen und Erkrankungen gezielt zu behandeln.
Was sind Inflammationsmarker?
Inflammationsmarker (auch Entzündungsmarker genannt) sind messbare biologische Substanzen im Blut, Urin oder anderen Körperflüssigkeiten, deren Konzentration bei Entzündungsreaktionen im Körper verändert ist. Sie werden in der klinischen Diagnostik eingesetzt, um akute und chronische Entzündungen zu erkennen, zu überwachen und den Therapieerfolg zu beurteilen.
Entzündungen sind natürliche Abwehrreaktionen des Immunsystems auf Infektionen, Verletzungen oder krankhafte Veränderungen. Inflammationsmarker spiegeln die Intensität dieser Immunantwort wider und liefern wichtige Hinweise auf die Ursache und den Verlauf einer Erkrankung.
Wichtige Inflammationsmarker im Überblick
C-reaktives Protein (CRP)
Das C-reaktive Protein (CRP) ist einer der am häufigsten bestimmten Entzündungsmarker. Es wird in der Leber produziert und steigt bereits wenige Stunden nach Beginn einer Entzündung deutlich an. Ein erhöhter CRP-Wert weist auf bakterielle Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Gewebeschäden hin. Der hochsensitive CRP-Test (hs-CRP) wird zudem zur Risikoabschätzung von Herzerkrankungen eingesetzt.
Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) misst, wie schnell sich rote Blutkörperchen in einer Blutprobe absetzen. Ein erhöhter Wert deutet auf eine Entzündungsreaktion hin, ist jedoch weniger spezifisch als CRP und reagiert langsamer auf Veränderungen.
Interleukine und Zytokine
Interleukine wie IL-6 sowie andere Zytokine (z. B. TNF-alpha) sind Botenstoffe des Immunsystems. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Entzündungsreaktionen und werden bei schweren Infektionen, Sepsis oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen bestimmt.
Ferritin
Ferritin ist ein Eisenspeicherprotein, das bei Entzündungen ebenfalls ansteigt. Es wird als Entzündungsmarker eingesetzt, ist jedoch auch bei Eisenmangel, Lebererkrankungen und bestimmten Tumorerkrankungen verändert.
Prokalzitonin (PCT)
Prokalzitonin (PCT) ist ein besonders spezifischer Marker für bakterielle Infektionen und Sepsis. Erhöhte PCT-Werte helfen dabei, bakterielle von viralen Infektionen zu unterscheiden und den Einsatz von Antibiotika gezielt zu steuern.
Leukozyten (weiße Blutkörperchen)
Die Anzahl der Leukozyten im Blutbild ist ein klassischer Hinweis auf Entzündungen. Eine erhöhte Leukozytenzahl (Leukozytose) tritt häufig bei Infektionen, Entzündungen oder Stressreaktionen auf, während eine erniedrigte Zahl (Leukopenie) auf bestimmte Erkrankungen oder Therapiefolgen hindeuten kann.
Wann werden Inflammationsmarker bestimmt?
Inflammationsmarker werden in vielen klinischen Situationen eingesetzt, unter anderem bei:
- Verdacht auf bakterielle oder virale Infektionen
- Überwachung chronisch-entzündlicher Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn)
- Diagnose und Verlaufskontrolle von Autoimmunerkrankungen
- Abklärung von Fieber unklarer Ursache
- Postoperative Kontrolle und Wundinfektionen
- Beurteilung des kardiovaskulären Risikos (hs-CRP)
- Überwachung von Krebserkrankungen und deren Therapie
Diagnose und Interpretation
Die Bestimmung von Inflammationsmarkern erfolgt in der Regel über eine Blutuntersuchung. Die Werte werden immer im Kontext der klinischen Symptome und weiterer Untersuchungsergebnisse interpretiert. Ein einzelner erhöhter Marker ist selten ausreichend für eine Diagnose -- meist wird eine Kombination mehrerer Marker und klinischer Befunde herangezogen.
Referenzbereiche können je nach Labor, Alter und Geschlecht variieren. Die Interpretation sollte daher stets durch einen Arzt oder eine Ärztin erfolgen.
Klinische Bedeutung
Inflammationsmarker haben eine große Bedeutung in der modernen Medizin. Sie ermöglichen:
- Die frühzeitige Erkennung von Infektionen und Entzündungen
- Die Überwachung des Krankheitsverlaufs und des Therapieansprechens
- Die Unterscheidung zwischen bakteriellen und viralen Infektionen
- Die Einschätzung des kardiovaskulären und allgemeinen Gesundheitsrisikos
- Die gezielte und verantwortungsvolle Steuerung des Antibiotikaeinsatzes
Quellen
- Gabay C, Kushner I. Acute-phase proteins and other systemic responses to inflammation. New England Journal of Medicine. 1999;340(6):448-454.
- World Health Organization (WHO). Laboratory diagnosis of infectious diseases: essentials of diagnostic microbiology. Genf: WHO Press; 2021.
- Muller B, Becker KL. Procalcitonin: how a hormone became a marker and mediator of sepsis. Swiss Medical Weekly. 2001;131(41-42):595-602.
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