Os lunatum – Mondbein: Anatomie und Erkrankungen
Das Os lunatum ist ein mondförmiger Handwurzelknochen im Handgelenk. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Stabilität und Beweglichkeit des Handgelenks.
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Das Os lunatum ist ein mondförmiger Handwurzelknochen im Handgelenk. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Stabilität und Beweglichkeit des Handgelenks.
Was ist das Os lunatum?
Das Os lunatum (lateinisch: Mondbein) ist einer der acht Handwurzelknochen (Ossa carpi) und liegt in der proximalen Handwurzelreihe. Seinen Namen verdankt es seiner charakteristischen, halbmondförmigen Gestalt. Es befindet sich zentral im Handgelenk, zwischen dem Os scaphoideum (Kahnbein) auf der Daumenseite und dem Os triquetrum (Dreiecksbein) auf der Kleinfingerseite. Das Os lunatum bildet einen wesentlichen Teil der gelenkigen Verbindung zwischen Unterarm und Hand (Articulatio radiocarpalis).
Anatomie und Funktion
Das Os lunatum artikuliert (gelenkig verbindet) sich mit mehreren benachbarten Knochen:
- Proximal (zum Unterarm hin): mit dem Radius (Speiche)
- Distal (zur Hand hin): mit dem Os capitatum (Kopfbein) und dem Os hamatum (Hakenbein)
- Lateral: mit dem Os scaphoideum und dem Os triquetrum
Durch seine zentrale Lage trägt das Os lunatum entscheidend zur Stabilität des Handgelenks bei und ermöglicht Bewegungen wie Beugung, Streckung sowie Seitneigung der Hand. Es ist von zahlreichen Bändern umgeben, die den Zusammenhalt der Handwurzel gewährleisten.
Klinische Bedeutung
Lunatumnekrose (Morbus Kienböck)
Eine der häufigsten und bedeutsamsten Erkrankungen des Os lunatum ist die Lunatumnekrose, auch bekannt als Morbus Kienböck. Dabei kommt es zu einer avaskulären Nekrose (Absterben von Knochengewebe durch mangelnde Blutversorgung) des Mondbeins. Ursachen können Mikroverletzungen, Überbelastung oder anatomische Besonderheiten sein. Typische Symptome sind:
- Schmerzen im Handgelenk, besonders bei Belastung
- Schwellung und Druckempfindlichkeit über dem Handrücken
- Eingeschränkte Handbeweglichkeit
- Kraftverlust im Handgelenk
Lunatumfraktur
Das Os lunatum kann infolge von Stürzen auf die ausgestreckte Hand oder durch direkte Gewalteinwirkung brechen (Lunatumfraktur). Solche Frakturen sind vergleichsweise selten, werden aber aufgrund ihrer versteckten Lage häufig übersehen. Unbehandelte Frakturen können zu einer Nekrose führen.
Lunatumverlagerung (Perilunäre Luxation)
Bei schweren Handgelenksverletzungen kann es zu einer perilunären Luxation kommen, bei der das Os lunatum aus seiner normalen Position verdrängt wird. Dies ist ein orthopädischer Notfall und erfordert eine sofortige medizinische Behandlung.
Diagnose
Zur Beurteilung des Os lunatum stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Röntgenaufnahme: Erste Wahl zur Darstellung von Frakturen und Lageveränderungen
- MRT (Magnetresonanztomographie): Besonders geeignet zur Früherkennung einer Lunatumnekrose, da Veränderungen im Knochenmark sichtbar gemacht werden können
- CT (Computertomographie): Zur detaillierten Darstellung von Frakturmustern
- Szintigraphie: Zur Beurteilung der Knochendurchblutung
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und ihrem Schweregrad:
- Konservative Therapie: Ruhigstellung mit einer Schiene oder einem Gipsverband, Schmerzmedikation und Physiotherapie bei frischen Verletzungen oder im Frühstadium der Nekrose
- Operative Therapie: Bei fortgeschrittener Lunatumnekrose oder Frakturen können chirurgische Eingriffe notwendig sein, z. B. Revaskularisationsoperationen (Verbesserung der Blutversorgung), Teilversteifung des Handgelenks (Teilarthrodese) oder in schweren Fällen der Ersatz des Mondbeins durch ein Implantat
Quellen
- Lanz, T. von; Wachsmuth, W.: Praktische Anatomie - Arm. Springer Verlag, 2. Auflage, 2004.
- Schmitt, R.; Lanz, U.: Bildgebende Diagnostik der Hand. Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014.
- Allan, C. H. et al.: Kienbock's disease. Journal of the American Academy of Orthopaedic Surgeons, 9(2): 128-136, 2001. PubMed PMID: 11281636.
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