Supportiv – Bedeutung in der Medizin
Supportiv bezeichnet in der Medizin unterstützende Maßnahmen, die Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern, ohne die Grunderkrankung direkt zu behandeln.
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Supportiv bezeichnet in der Medizin unterstützende Maßnahmen, die Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern, ohne die Grunderkrankung direkt zu behandeln.
Was bedeutet supportiv in der Medizin?
Der Begriff supportiv stammt vom englischen Wort supportive und bedeutet so viel wie unterstützend oder begleitend. In der Medizin beschreibt er Maßnahmen, Therapien oder Behandlungen, die nicht direkt auf die Ursache einer Erkrankung abzielen, sondern den Patienten in seiner Gesamtsituation stärken, Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern. Supportive Behandlungen ergänzen die Haupttherapie und sind fester Bestandteil moderner medizinischer Versorgung.
Bedeutung und Anwendungsbereiche
Supportive Maßnahmen kommen in nahezu allen medizinischen Fachbereichen zum Einsatz. Besonders verbreitet sind sie in der Onkologie (Krebsmedizin), der Intensivmedizin, der Palliativmedizin sowie in der Behandlung chronischer Erkrankungen. Sie umfassen ein breites Spektrum an Interventionen, das weit über die eigentliche Medikamentengabe hinausgeht.
Typische supportive Maßnahmen
- Schmerztherapie: Einsatz von Schmerzmitteln zur Linderung von Schmerzen, die durch die Erkrankung oder deren Behandlung entstehen.
- Ernährungsunterstützung: Sicherstellung einer ausreichenden Nährstoffversorgung bei Patienten, die nicht ausreichend essen können.
- Psychosoziale Unterstützung: Psychologische Betreuung, Sozialberatung und Seelsorge zur emotionalen Stabilisierung.
- Physiotherapie und Rehabilitation: Erhalt oder Wiederherstellung körperlicher Funktionen und Mobilität.
- Antiemetische Therapie: Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, z. B. bei Chemotherapie.
- Infektionsprophylaxe: Schutzmaßnahmen bei immungeschwächten Patienten.
- Transfusionen: Blut- oder Blutproduktgaben zur Stabilisierung bei Blutarmut oder Gerinnungsstörungen.
Supportivtherapie in der Onkologie
In der Krebsmedizin spielt die Supportivtherapie eine herausragende Rolle. Krebstherapien wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder Immuntherapie können erhebliche Nebenwirkungen verursachen. Supportive Behandlungen helfen, diese Nebenwirkungen zu kontrollieren, damit Patienten die notwendige Therapie überhaupt durchhalten können. Dazu gehören z. B. Mittel gegen Übelkeit, Wachstumsfaktoren zur Anregung der Blutbildung oder Medikamente zum Schutz der Schleimhäute.
Abgrenzung zur palliativen Therapie
Supportive und palliative Behandlungen werden häufig verwechselt oder gleichgesetzt, unterscheiden sich aber in ihrem Ziel. Während die Palliativtherapie primär auf Patienten mit unheilbaren Erkrankungen ausgerichtet ist und Lebensqualität in der letzten Lebensphase in den Vordergrund stellt, begleitet die Supportivtherapie Patienten in jedem Krankheitsstadium – auch dann, wenn eine Heilung noch angestrebt wird. Supportive Maßnahmen können also parallel zu einer kurativen (heilenden) Therapie eingesetzt werden.
Ziele der supportiven Therapie
- Linderung von Symptomen wie Schmerz, Übelkeit, Erschöpfung und Angst
- Verbesserung der Lebensqualität während und nach der Haupttherapie
- Erhalt der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit
- Ermöglichung der Fortführung der Haupttherapie durch Nebenwirkungsmanagement
- Unterstützung von Angehörigen und des sozialen Umfelds
Quellen
- Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, Deutschen Krebsgesellschaft und Deutschen Krebshilfe: Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen (2020). Verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de
- Berger AM et al. - NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology: Palliative Care (2023). National Comprehensive Cancer Network.
- Feyer P, Steingräber M (Hrsg.) - Supportivtherapie in der Onkologie. Springer Medizin Verlag, Heidelberg.
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