Sehnenbiopsie – Ablauf, Zweck und Risiken
Eine Sehnenbiopsie ist eine diagnostische Gewebeentnahme aus einer Sehne zur mikroskopischen Untersuchung. Sie hilft, Erkrankungen wie Tendinopathien oder Tumore gezielt zu diagnostizieren.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Sehnenbiopsie"
Eine Sehnenbiopsie ist eine diagnostische Gewebeentnahme aus einer Sehne zur mikroskopischen Untersuchung. Sie hilft, Erkrankungen wie Tendinopathien oder Tumore gezielt zu diagnostizieren.
Was ist eine Sehnenbiopsie?
Eine Sehnenbiopsie ist ein medizinisches Verfahren, bei dem eine kleine Gewebeprobe aus einer Sehne entnommen wird. Sehnen sind straffe Bindegewebsstränge, die Muskeln mit Knochen verbinden und Bewegungen ermöglichen. Die entnommene Probe wird anschließend im Labor unter dem Mikroskop untersucht, um krankhafte Veränderungen im Sehnengewebe zu erkennen.
Wann wird eine Sehnenbiopsie durchgeführt?
Eine Sehnenbiopsie wird in der Regel dann angeordnet, wenn andere diagnostische Methoden wie Bildgebung oder klinische Untersuchung keine eindeutige Diagnose liefern können. Typische Anwendungsbereiche sind:
- Chronische Tendinopathien: Anhaltende degenerative Veränderungen der Sehne, die auf konservative Therapien nicht ansprechen.
- Verdacht auf Tumore oder tumorähnliche Läsionen: Zur Abklärung von Raumforderungen im Sehnenbereich.
- Entzündliche Sehnenerkrankungen: Zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen oder Infektionen, die das Sehnengewebe betreffen.
- Unklare Sehnenrupturen: Um die Ursache von Sehnenrissen, z.B. bei Verdacht auf systemische Erkrankungen, zu klären.
Wie wird eine Sehnenbiopsie durchgeführt?
Die Sehnenbiopsie wird in der Regel ambulant oder stationär von einem Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie oder Sportmedizin durchgeführt. Der Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung und kann offen-chirurgisch oder minimalinvasiv (z.B. ultraschallgesteuert) vorgenommen werden.
Offene Biopsie
Bei der offenen Biopsie wird ein kleiner Hautschnitt gesetzt, durch den gezielt eine Gewebeprobe aus der betroffenen Sehne entnommen wird. Diese Methode ermöglicht eine direkte Sicht auf das Gewebe und eignet sich besonders für tiefer liegende Sehnen.
Ultraschallgesteuerte Biopsie
Bei der ultraschallgesteuerten Biopsie wird eine Nadel unter Sichtkontrolle mittels Ultraschall in die Sehne geführt, um gezielt Gewebe zu entnehmen. Diese Methode ist weniger invasiv und ermöglicht eine präzise Entnahme aus bestimmten Bereichen der Sehne.
Was wird im Labor untersucht?
Das entnommene Sehnengewebe wird histologisch, also unter dem Mikroskop, untersucht. Dabei können folgende Veränderungen festgestellt werden:
- Degenerative Veränderungen: Zerrüttung der Kollagenfasern, Einlagerungen von Mukoid oder Knorpelzellen (sog. Tendinose).
- Entzündliche Infiltrate: Ansammlungen von Immunzellen, die auf eine entzündliche Erkrankung hinweisen.
- Tumoröses Gewebe: Gut- oder bösartige Zellveränderungen, z.B. bei einem Riesenzelltumore der Sehnenscheide.
- Infektionserreger: Nachweis von Bakterien oder anderen Erregern bei infektiöser Tendovaginitis.
Risiken und Nebenwirkungen
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Sehnenbiopsie gewisse Risiken, die jedoch insgesamt als gering eingestuft werden:
- Infektionen an der Entnahmestelle
- Nachblutungen oder Hämatome
- Narbenbildung
- Vorübergehende Schmerzen oder Schwellungen
- In seltenen Fällen Schwächung der Sehne durch die Entnahme
Vor dem Eingriff wird der behandelnde Arzt den Patienten ausführlich über mögliche Risiken und den Ablauf informieren.
Nachsorge und Heilung
Nach einer Sehnenbiopsie ist in der Regel eine kurze Schonung der betroffenen Region erforderlich. Je nach Lokalisation und Umfang der Biopsie kann eine physiotherapeutische Begleitung sinnvoll sein. Die Ergebnisse der Laboruntersuchung liegen meist innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen vor und bilden die Grundlage für die weitere Behandlungsplanung.
Quellen
- Maffulli, N. et al. - Tendon injuries: basic science and clinical medicine. Springer, London, 2005.
- Khan, K.M. et al. - Histopathology of common tendinopathies. Sports Medicine, 27(6), 393-408, 1999. PubMed PMID: 10418074.
- World Health Organization (WHO) - Classification of Tumours of Soft Tissue and Bone. IARC Press, Lyon, 2020.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieInnenbandverletzung
Sehnenbiopsie
Wirbelblockaden
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Sehnenbiopsie + Sehnen-Biopsie + Tendonbiopsie