Serumferritinmarker – Bedeutung, Normalwerte & Diagnose
Der Serumferritinmarker ist ein Laborwert, der den Eisenspeicherstatus des Körpers widerspiegelt. Er dient zur Diagnose von Eisenmangel oder Eisenüberladung.
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Der Serumferritinmarker ist ein Laborwert, der den Eisenspeicherstatus des Körpers widerspiegelt. Er dient zur Diagnose von Eisenmangel oder Eisenüberladung.
Was ist der Serumferritinmarker?
Der Serumferritinmarker bezeichnet die Messung des Ferritinspiegels im Blutserum. Ferritin ist ein körpereigenes Speicherprotein, das Eisen in einer ungiftigen und biologisch verfügbaren Form bindet und speichert. Die Konzentration von Ferritin im Serum gilt als zuverlässiger Indikator für die gesamten Eisenspeicher des Körpers. Der Test wird routinemäßig in der Diagnostik eingesetzt, um sowohl einen Eisenmangel als auch eine Eisenüberladung (Hämochromatose) zu erkennen.
Biologische Funktion von Ferritin
Ferritin ist in nahezu allen Körperzellen vorhanden, insbesondere in der Leber, der Milz und dem Knochenmark. Es speichert Eisen intrazellulär und gibt es bei Bedarf wieder frei. Ein kleiner Teil des Ferritins gelangt ins Blut und ist dort als Serumferritin messbar. Dieser Serumanteil korreliert eng mit den gesamten Eisenreserven des Organismus, weshalb der Serumferritinmarker als Goldstandard zur Beurteilung des Eisenstatus gilt.
Normalwerte und Referenzbereiche
Die Referenzwerte für Serumferritin variieren je nach Alter, Geschlecht und Labor. Allgemein anerkannte Richtwerte sind:
- Erwachsene Männer: 30–400 µg/l
- Erwachsene Frauen (prämenopausal): 13–150 µg/l
- Erwachsene Frauen (postmenopausal): 13–200 µg/l
- Kinder: abhängig vom Alter, typischerweise 7–140 µg/l
Werte unter dem Referenzbereich weisen auf einen Eisenmangel hin, während stark erhöhte Werte auf eine Eisenüberladung oder eine entzündliche Erkrankung hindeuten können.
Wann wird der Serumferritinmarker bestimmt?
Der Serumferritinmarker wird in folgenden klinischen Situationen eingesetzt:
- Verdacht auf Eisenmangelanämie (z. B. bei Müdigkeit, Blässe, Leistungsabfall)
- Kontrolle einer laufenden Eisentherapie
- Abklärung einer Hämochromatose (erbliche Eisenspeicherkrankheit)
- Überwachung bei chronischen Erkrankungen (z. B. chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Niereninsuffizienz)
- Screening bei Risikogruppen wie Schwangeren, Leistungssportlern und Veganerinnen bzw. Veganern
Interpretation des Serumferritinmarkers
Niedriger Ferritinwert
Ein erniedrigter Serumferritinwert (unter ca. 12–30 µg/l, je nach Leitlinie) gilt als sicheres Zeichen für entleerte Eisenspeicher. Dies ist häufig die erste nachweisbare Veränderung bei einem sich entwickelnden Eisenmangel, noch bevor andere Blutparameter wie Hämoglobin abfallen.
Erhöhter Ferritinwert
Ein erhöhter Ferritinwert kann auf verschiedene Ursachen hinweisen:
- Eisenüberladung durch Hämochromatose oder häufige Bluttransfusionen
- Akute und chronische Entzündungen – Ferritin ist ein sogenanntes Akute-Phase-Protein und steigt bei Entzündungsreaktionen an
- Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Hepatitis)
- Bestimmte Tumorerkrankungen
- Stoffwechselerkrankungen wie das Metabolische Syndrom
Bei erhöhtem Ferritin im Rahmen einer Entzündung spiegelt der Wert nicht zuverlässig den tatsächlichen Eisenstatus wider. In solchen Fällen müssen weitere Parameter wie Transferrinsättigung, löslicher Transferrinrezeptor und CRP hinzugezogen werden.
Diagnostisches Vorgehen
Der Serumferritinmarker wird in der Regel als Teil eines Eisenstatus-Panels bestimmt, das folgende Parameter umfasst:
- Serumferritin
- Serumeisen
- Transferrin und Transferrinsättigung
- Blutbild (Hämoglobin, MCV, MCH)
- CRP (C-reaktives Protein) zur Beurteilung einer möglichen Entzündung
Die kombinierte Auswertung dieser Werte ermöglicht eine präzise Einschätzung des Eisenstatus und die Differenzierung zwischen echtem Eisenmangel und funktionellem Eisenmangel bei Entzündung.
Behandlung bei auffälligem Serumferritinwert
Bei Eisenmangel
Bei nachgewiesenem Eisenmangel erfolgt die Behandlung abhängig von der Ursache und dem Schweregrad:
- Ernährungsanpassung: Erhöhung der Zufuhr eisenreicher Lebensmittel (rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse)
- Orale Eisenpräparate: z. B. Eisensulfat, Eisengluconat oder Eisenbisglycinat
- Intravenöse Eisentherapie: bei schwerer Anämie oder Unverträglichkeit oraler Präparate
Bei Eisenüberladung
Bei Hämochromatose oder anderen Formen der Eisenüberladung kommen folgende Maßnahmen zum Einsatz:
- Therapeutische Aderlässe (Phlebotomie): regelmäßige Blutentnahmen zur Reduktion der Eisenspeicher
- Chelattherapie: Einsatz von Eisenbindungsmitteln (Chelatoren) bei Kontraindikation zur Phlebotomie
Quellen
- World Health Organization (WHO): Haemoglobin concentrations for the diagnosis of anaemia and assessment of severity. Geneva, 2011. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Camaschella C. Iron-deficiency anemia. New England Journal of Medicine. 2015;372(19):1832–1843.
- Dignass A. et al. – Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie: Diagnostik und Therapie des Eisenmangels. Z Gastroenterol. 2020.
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