Serumzinkwert – Normalwerte, Mangel & Behandlung
Der Serumzinkwert gibt den Zinkgehalt im Blutserum an und dient zur Diagnose eines Zinkmangels oder Zinküberschusses. Er ist ein wichtiger Laborparameter in der Ernährungs- und Stoffwechselmedizin.
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Der Serumzinkwert gibt den Zinkgehalt im Blutserum an und dient zur Diagnose eines Zinkmangels oder Zinküberschusses. Er ist ein wichtiger Laborparameter in der Ernährungs- und Stoffwechselmedizin.
Was ist der Serumzinkwert?
Der Serumzinkwert ist ein Laborwert, der die Konzentration von Zink im Blutserum misst. Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Der Serumzinkwert dient als diagnostischer Marker, um eine ausreichende Zinkversorgung des Körpers zu beurteilen.
Zink erfüllt im Organismus zahlreiche lebenswichtige Funktionen: Es ist an der Aktivität von über 300 Enzymen beteiligt, unterstützt das Immunsystem, fördert die Wundheilung, ist wichtig für Wachstum und Entwicklung sowie für die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln.
Referenzwerte des Serumzinkwerts
Die Normwerte für den Serumzinkwert können je nach Labor leicht variieren. Allgemein anerkannte Referenzbereiche sind:
- Erwachsene (Männer): 70–120 µg/dl (10,7–18,4 µmol/l)
- Erwachsene (Frauen): 65–110 µg/dl (9,9–16,8 µmol/l)
- Kinder: 65–105 µg/dl (9,9–16,0 µmol/l)
Werte unterhalb des Referenzbereichs weisen auf einen Zinkmangel hin, Werte oberhalb können auf eine Zinkvergiftung (Zinkintoxikation) hindeuten.
Ursachen eines erniedrigten Serumzinkwerts
Ein zu niedriger Serumzinkwert kann verschiedene Ursachen haben:
- Unzureichende Zinkzufuhr durch die Ernährung (z. B. vegane oder vegetarische Diät ohne ausreichende Substitution)
- Erhöhter Bedarf (z. B. in der Schwangerschaft, Stillzeit, im Wachstum)
- Verminderte Resorption im Darm (z. B. bei Morbus Crohn, Zöliakie oder nach Magenoperationen)
- Erhöhter Zinkverlust (z. B. durch chronischen Durchfall, Verbrennungen, starkes Schwitzen)
- Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose)
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Niereninsuffizienz
- Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Diuretika, Kortikosteroide, Protonenpumpenhemmer)
Ursachen eines erhöhten Serumzinkwerts
Ein erhöhter Serumzinkwert ist seltener und tritt meist auf bei:
- Übermäßiger Einnahme von Zinkpräparaten oder zinkhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln
- Beruflicher oder umweltbedingter Zinkexposition
- Bestimmten Stoffwechselerkrankungen
Symptome bei abweichenden Werten
Symptome eines Zinkmangels
- Geschwächtes Immunsystem, häufige Infektionen
- Verzögerte Wundheilung
- Haarausfall und brüchige Nägel
- Hautveränderungen (z. B. Ekzeme, trockene Haut)
- Geschmacks- und Geruchsstörungen
- Wachstumsverzögerungen bei Kindern
- Müdigkeit und Konzentrationsschwäche
Symptome einer Zinküberdosierung
- Übelkeit und Erbrechen
- Bauchkrämpfe und Durchfall
- Kopfschmerzen
- Bei chronischer Überdosierung: Kupfermangel und neurologische Beschwerden
Diagnose und Durchführung des Tests
Die Bestimmung des Serumzinkwerts erfolgt durch eine einfache Blutentnahme. Da Zink auch in Thrombozyten und Erythrozyten vorkommt, muss das Blut unter standardisierten Bedingungen abgenommen werden, um Verfälschungen zu vermeiden. Idealerweise erfolgt die Blutentnahme nüchtern am Morgen, da der Serumzinkwert tageszeitlichen Schwankungen unterliegt und durch Mahlzeiten beeinflusst werden kann.
Zu beachten ist, dass der Serumzinkwert nur etwa 0,1 % des gesamten Körperzinks widerspiegelt und daher nur eine begrenzte Aussagekraft über den Gesamtstatus hat. Bei Verdacht auf Zinkmangel können ergänzend weitere Marker wie der Zinkgehalt in Erythrozyten oder im Urin bestimmt werden.
Behandlung bei abweichenden Werten
Behandlung des Zinkmangels
Bei einem nachgewiesenen Zinkmangel wird zunächst die Ernährung angepasst. Zinkhaltige Lebensmittel sind unter anderem:
- Fleisch (besonders Rind- und Schweinefleisch)
- Meeresfrüchte (besonders Austern)
- Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen)
- Nüsse und Samen (Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne)
- Vollkornprodukte
- Milchprodukte und Eier
Bei ausgeprägtem Mangel oder eingeschränkter Resorption können Zinkpräparate (z. B. Zinksulfat, Zinkgluconat, Zinkbisglycinat) verordnet werden. Die Dosierung sollte stets ärztlich begleitet werden, um eine Überdosierung zu vermeiden.
Behandlung einer Zinküberdosierung
Bei erhöhten Werten durch Supplementierung sollte die Einnahme von Zinkpräparaten reduziert oder abgesetzt werden. Bei akuter Vergiftung ist eine ärztliche Behandlung erforderlich.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Trace Elements in Human Nutrition and Health. WHO Press, Genf, 1996.
- Wessels I, Maywald M, Rink L: Zinc as a Gatekeeper of Immune Function. Nutrients. 2017;9(12):1286. PubMed PMID: 29186856.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Zink. Bonn, 2021. Verfügbar unter: https://www.dge.de
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