Rektovaginale Fistel: Ursachen, Symptome und Behandlung
Eine rektovaginale Fistel ist eine abnorme Verbindung zwischen dem Enddarm und der Scheide. Sie verursacht typische Beschwerden und bedarf meist einer operativen Behandlung.
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Eine rektovaginale Fistel ist eine abnorme Verbindung zwischen dem Enddarm und der Scheide. Sie verursacht typische Beschwerden und bedarf meist einer operativen Behandlung.
Was ist eine rektovaginale Fistel?
Eine rektovaginale Fistel ist ein krankhafter Gang, der eine unnatürliche Verbindung zwischen dem Rektum (Enddarm) und der Vagina (Scheide) herstellt. Durch diesen Kanal können Stuhl, Schleim und Darmgase unkontrolliert aus der Scheide austreten. Dies führt neben erheblichen körperlichen Beschwerden häufig auch zu einer starken psychischen Belastung der Betroffenen. Rektovaginale Fisteln sind vergleichsweise selten, können jedoch die Lebensqualität der betroffenen Frauen massiv beeinträchtigen.
Ursachen
Die Entstehung einer rektovaginalen Fistel kann verschiedene Ursachen haben:
- Geburtsverletzungen: Die häufigste Ursache ist ein schwerer Dammriss (Grad III oder IV) während der Entbindung, der unzureichend versorgt wurde oder schlecht abgeheilt ist.
- Morbus Crohn: Diese chronisch-entzündliche Darmerkrankung kann zur Fistelbildung im Bereich des Enddarms und der Scheide führen.
- Operationen: Eingriffe im Beckenbereich, etwa an Darm, Gebärmutter oder Scheide, können als Komplikation eine Fistel verursachen.
- Strahlentherapie: Bestrahlungen im kleinen Becken, z. B. bei Zervix- oder Rektumkarzinom, können das Gewebe schädigen und eine Fistel auslösen.
- Infektionen und Abszesse: Entzündungen im Bereich des Dammes oder des Rektums können zu Fisteln führen.
- Tumoren: Bösartige Neubildungen im Rektum oder in der Vagina können durch direktes Einwachsen Fisteln bilden.
Symptome
Die Beschwerden einer rektovaginalen Fistel sind oft charakteristisch und beeinträchtigen den Alltag der Betroffenen erheblich:
- Unwillkürlicher Abgang von Stuhl, Schleim oder Darmgas durch die Scheide
- Wiederkehrende vaginale Infektionen und Entzündungen
- Unangenehmer Geruch aus dem Scheidenbereich
- Schmerzen und Druckgefühl im Damm- und Beckenbereich
- Hautreizungen und -entzündungen im Genitalbereich
- Psychische Belastung, sozialer Rückzug und Schamgefühle
Diagnose
Die Diagnose einer rektovaginalen Fistel erfolgt auf Basis verschiedener Untersuchungen:
- Gynäkologische und proktologische Untersuchung: Inspektion und Tastuntersuchung von Scheide und Enddarm.
- Spiegelung: Kolposkopie (Scheidenspiegelung) und Rektoskopie (Darmspiegelung) zur direkten Darstellung des Fistelkanals.
- Bildgebende Verfahren: MRT des Beckens gilt als Goldstandard zur genauen Lokalisation und Beurteilung der Fistel sowie zur Planung des operativen Eingriffs.
- Farbstofftest: Einbringen eines Farbstoffs (z. B. Methylenblau) in das Rektum, um die Verbindung zur Vagina sichtbar zu machen.
- Biopsie: Gewebeentnahme zum Ausschluss einer malignen Ursache, insbesondere bei Verdacht auf Tumor oder nach Strahlentherapie.
Behandlung
Die Therapie einer rektovaginalen Fistel richtet sich nach der Ursache, der Lage und Größe der Fistel sowie dem Allgemeinzustand der Patientin.
Konservative Maßnahmen
Bei kleinen, frischen Fisteln oder bei entzündlichen Grunderkrankungen wie Morbus Crohn kann zunächst ein konservativer Therapieversuch unternommen werden. Dazu gehören entzündungshemmende Medikamente, Antibiotika, Immunsuppressiva sowie eine optimierte Ernährung zur Stuhlregulierung.
Operative Behandlung
In den meisten Fällen ist eine operative Korrektur notwendig. Je nach Befund kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:
- Fistelspaltung (Fistulotomie): Einfaches Öffnen und Abtragen des Fistelkanals bei oberflächlichen Fisteln.
- Advancement Flap: Deckung des Fistelkanals mit einem Schleimhautlappen aus dem Rektum – häufig angewandtes Verfahren mit guten Erfolgsraten.
- Gracilisplastik: Verwendung des Gracilismuskels zur Rekonstruktion des Beckenbodens bei komplexen Fisteln.
- Kolostomie: In schweren Fällen kann vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, um das betroffene Gewebe zu entlasten und die Heilung zu fördern.
Behandlung bei Morbus Crohn
Bei Fisteln auf dem Boden eines Morbus Crohn ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Gastroenterologen und Chirurgen notwendig. Biologika wie TNF-alpha-Hemmer (z. B. Infliximab) können die Fistelaktivität deutlich reduzieren.
Prognose
Die Heilungschancen hängen stark von der Ursache, der Größe und der Lage der Fistel ab. Einfache, traumatisch bedingte Fisteln haben nach operativer Versorgung gute Heilungsaussichten. Strahlenbedingte oder durch Morbus Crohn verursachte Fisteln sind schwieriger zu behandeln und neigen eher zu Rückfällen. Eine engmaschige Nachsorge ist in jedem Fall empfehlenswert.
Quellen
- Pfeifer J. et al.: Practice parameters for the treatment of sigmoid diverticulitis. Diseases of the Colon and Rectum, 2006.
- Gajsek U. et al.: Systematic review of efficacy of treatment for rectovaginal fistula. International Journal of Colorectal Disease, 2018.
- Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK): Leitlinien zur Behandlung anorektaler Fisteln, 2022.
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