Mannit (Mannitol, E421) – Wirkung und Anwendung
Mannit (Mannitol) ist ein natürlicher Zuckeralkohol, der als Süßungsmittel, Arzneistoff und osmotisches Diuretikum eingesetzt wird.
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Mannit (Mannitol) ist ein natürlicher Zuckeralkohol, der als Süßungsmittel, Arzneistoff und osmotisches Diuretikum eingesetzt wird.
Was ist Mannit?
Mannit (auch Mannitol genannt, Lebensmittelzusatzstoff E421) ist ein sechswertiger Zuckeralkohol, der natürlich in vielen Pflanzen, Pilzen und Algen vorkommt. Chemisch leitet er sich von der Mannose ab und gehört zur Gruppe der Polyole. In der Natur findet sich Mannit beispielsweise in Eschen, Meeresalgen, Pilzen und verschiedenen Früchten. Industriell wird er durch Hydrierung von Mannose oder Fructose gewonnen.
Anwendungsgebiete
Als Lebensmittelzusatzstoff
In der Lebensmittelindustrie wird Mannit als Süßungsmittel (E421) verwendet. Er besitzt etwa 50–70 % der Süßkraft von Haushaltszucker (Saccharose) und wird häufig in zuckerfreien Kaugummis, Süßigkeiten und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Da Mannit nur langsam und unvollständig im Dünndarm resorbiert wird, hat er einen niedrigen glykämischen Index und eignet sich daher als Zuckeraustauschstoff für Diabetiker.
Als Arzneistoff
In der Medizin wird Mannit vor allem als osmotisches Diuretikum eingesetzt. Es wird intravenös verabreicht und erhöht den osmotischen Druck im Blut und in den Nierentubuli, wodurch die Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten über die Nieren gefördert wird. Wichtige medizinische Einsatzgebiete sind:
- Hirnödem: Mannit reduziert den intrakraniellen Druck, indem es Flüssigkeit aus dem Hirngewebe ins Blut zieht.
- Akutes Nierenversagen: Zur Förderung der Harnproduktion und Vorbeugung von Tubulusschäden.
- Vergiftungen: Zur Steigerung der renalen Ausscheidung toxischer Substanzen.
- Glaukom (grüner Star): Zur kurzfristigen Senkung des Augeninnendrucks.
Als Hilfsstoff in Arzneimitteln
Mannit dient als Füll- und Trägerstoff in Tabletten, Kapseln und lyophilisierten (gefriergetrockneten) Arzneimitteln, da er chemisch stabil, nicht hygroskopisch und gut verträglich ist.
Wirkmechanismus
Als osmotisch wirksame Substanz wird Mannit nach intravenöser Gabe frei im Blutplasma verteilt, aber weder metabolisiert noch in nennenswertem Umfang rückresorbiert. In den Nierentubuli verbleibt Mannit im Filtrat und bindet dort Wasser osmotisch, wodurch die Harnmenge (Diurese) deutlich zunimmt. Gleichzeitig erhöht Mannit im Blutkreislauf die Plasmaosmolalität, was bewirkt, dass Gewebeflüssigkeit – etwa aus dem Gehirn – in den Gefäßraum zurückgezogen wird.
Dosierung und Anwendungshinweise
Die Dosierung von Mannit als Arzneistoff richtet sich nach dem Körpergewicht und der klinischen Indikation. Typische intravenöse Dosierungen liegen zwischen 0,25 und 2 g pro Kilogramm Körpergewicht, verabreicht als Infusion über 30–60 Minuten. Die Anwendung erfolgt ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht in klinischen Einrichtungen.
Nebenwirkungen und Risiken
Bei bestimmungsgemäßer Anwendung ist Mannit gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Elektrolytstörungen (z. B. Hyponatriämie, Hypokaliämie)
- Dehydratation bei übermäßiger Diurese
- Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit
- Herzkreislaufbelastung durch erhöhtes Blutvolumen
- Bei hohen Dosen: Nierenschäden möglich
Bei oraler Aufnahme großer Mengen (als Lebensmittelzusatzstoff) kann Mannit abführend wirken und Blähungen sowie Durchfall verursachen, da er im Dickdarm von Bakterien fermentiert wird.
Kontraindikationen
Mannit darf nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden bei:
- Schwerer Niereninsuffizienz (Anurie)
- Schwerer Herzinsuffizienz
- Lungenödem
- Intrakranieller Blutung (außer bei lebensrettenden Eingriffen)
- Schwerer Dehydratation
Quellen
- Europäische Arzneimittelagentur (EMA): Produktmonographie Mannitol 20 % Infusionslösung, 2023.
- Lüllmann, H.; Mohr, K.; Hein, L.: Pharmakologie und Toxikologie, 18. Auflage, Thieme Verlag, 2016.
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Re-evaluation of mannitol (E 421) as a food additive. EFSA Journal, 2019.
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