Mittelohrentzündung – Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine Entzündung des Mittelohrs, die häufig bei Kindern auftritt und durch Bakterien oder Viren verursacht wird.
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Die Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine Entzündung des Mittelohrs, die häufig bei Kindern auftritt und durch Bakterien oder Viren verursacht wird.
Was ist eine Mittelohrentzündung?
Die Mittelohrentzündung, medizinisch als Otitis media bezeichnet, ist eine Entzündung des Mittelohrs – des Bereichs hinter dem Trommelfell. Sie gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter, kann jedoch auch Erwachsene betreffen. Die Entzündung entsteht meist als Folge einer Infektion der oberen Atemwege und kann akut oder chronisch verlaufen.
Ursachen
Die Mittelohrentzündung wird überwiegend durch Bakterien oder Viren ausgelöst, die über die Eustachische Röhre (Ohrtrompete) vom Nasen-Rachen-Raum in das Mittelohr gelangen. Häufige Auslöser sind:
- Bakterien wie Streptococcus pneumoniae oder Haemophilus influenzae
- Viren wie Rhinoviren (Erkältungsviren) oder das Respiratorische Synzytialvirus (RSV)
- Vorausgegangene Erkältungen, Grippe oder Allergien
- Vergrößerte Rachenmandeln (Adenoide), die den Abfluss aus dem Mittelohr behindern
Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Eustachische Röhre kürzer und flacher als bei Erwachsenen, was das Eindringen von Erregern erleichtert und das Erkrankungsrisiko erhöht.
Symptome
Die Symptome einer Mittelohrentzündung können je nach Alter des Betroffenen variieren:
Bei Kindern
- Starke, häufig plötzlich auftretende Ohrenschmerzen
- Reizbarkeit, Weinen und Schlafprobleme
- Fieber (oft über 38 °C)
- Greifen oder Ziehen am Ohr
- Hörverlust oder vermindertes Reaktionsvermögen auf Geräusche
- Eitriger oder wässriger Ausfluss aus dem Ohr (bei Trommelfellriss)
Bei Erwachsenen
- Ohrenschmerzen und Druckgefühl im Ohr
- Eingeschränktes Hörvermögen
- Tinnitus (Ohrgeräusche)
- Allgemeines Krankheitsgefühl und gelegentlich Fieber
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch den Arzt mittels Otoskopie gestellt – einer Untersuchung des Gehörgangs und Trommelfells mit einem Otoskop (Ohrenspiegel). Dabei kann der Arzt eine Rötung, Vorwölbung oder einen Riss des Trommelfells erkennen. Ergänzend können folgende Untersuchungen eingesetzt werden:
- Tympanometrie: Messung der Beweglichkeit des Trommelfells zur Beurteilung eines möglichen Ergusses im Mittelohr
- Audiometrie: Hörtests zur Feststellung eines Hörverlustes
- Abstrich: Bei Ohrausfluss kann ein Erregernachweis erfolgen
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung:
Abwartendes Vorgehen
Bei leichten bis mittelschweren Verläufen, insbesondere bei Kindern über zwei Jahren, empfehlen Leitlinien zunächst ein abwartendes Vorgehen für 48–72 Stunden, da viele Fälle sich spontan bessern.
Schmerzbehandlung
- Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol zur Linderung von Schmerzen und Fieber
- Wärmeanwendungen (z. B. Wärmekissen) können den Schmerz lindern
Antibiotika
Antibiotika werden eingesetzt, wenn:
- Das Kind unter zwei Jahren ist
- Die Symptome schwer oder beidseitig sind
- Keine Besserung nach 48–72 Stunden eintritt
- Ein Trommelfellriss mit Ausfluss vorliegt
Mittel der Wahl ist häufig Amoxicillin. Bei einer Penicillinallergie werden alternative Antibiotika eingesetzt.
Operative Behandlung
Bei häufig wiederkehrenden oder chronischen Mittelohrentzündungen mit anhaltendem Erguss kann die Einlage von Paukenröhrchen (Tympanostomieröhrchen) in das Trommelfell sinnvoll sein, um den Abfluss von Flüssigkeit zu ermöglichen.
Komplikationen
Unbehandelte oder häufig wiederkehrende Mittelohrentzündungen können zu folgenden Komplikationen führen:
- Chronischer Mittelohrerguss (Seromukotympanon)
- Dauerhafter Hörverlust
- Trommelfellriss
- Mastoiditis (Entzündung des Warzenfortsatzes hinter dem Ohr)
- In seltenen Fällen: Meningitis oder Hirnabszess
Vorbeugung
- Impfungen gegen Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b reduzieren das Risiko
- Stillen von Säuglingen verringert das Erkrankungsrisiko
- Vermeidung von Passivrauch
- Gute Handhygiene zur Vermeidung von Atemwegsinfektionen
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): Leitlinie Ohrenschmerzen, 2014 (aktualisiert 2020).
- World Health Organization (WHO): Chronic suppurative otitis media. Burden of Illness and Management Options. Geneva, 2004.
- Lieberthal AS et al. - The Diagnosis and Management of Acute Otitis Media. Pediatrics. 2013;131(3):e964-e999.
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