Mangansulfat – Wirkung, Bedarf und Anwendung
Mangansulfat ist eine anorganische Manganverbindung, die als Mineralstoffquelle in Nahrungsergänzungsmitteln und der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird.
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Mangansulfat ist eine anorganische Manganverbindung, die als Mineralstoffquelle in Nahrungsergänzungsmitteln und der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird.
Was ist Mangansulfat?
Mangansulfat (chemische Formel: MnSO₄) ist ein anorganisches Salz des Spurenelements Mangan. Es liegt als weißes bis blassrosa kristallines Pulver vor und ist gut wasserlöslich. In der Medizin, Ernährungswissenschaft und Lebensmittelindustrie wird Mangansulfat als bioverfügbare Quelle für Mangan eingesetzt. Mangan ist ein essenzielles Spurenelement, das der menschliche Körper in kleinen Mengen für zahlreiche biochemische Prozesse benötigt.
Biologische Funktionen von Mangan
Mangan übernimmt im Körper wichtige Aufgaben als Kofaktor verschiedener Enzyme:
- Antioxidativer Schutz: Mangan ist Bestandteil der mitochondrialen Superoxiddismutase (MnSOD), einem wichtigen Enzym zur Neutralisierung freier Radikale.
- Knochen- und Knorpelbildung: Mangan ist an der Synthese von Proteoglykanen beteiligt, die für gesundes Knorpel- und Knochengewebe notwendig sind.
- Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel: Mangan aktiviert Enzyme, die am Auf- und Abbau von Kohlenhydraten und Fetten beteiligt sind.
- Wundheilung und Blutgerinnung: Mangan unterstützt die Synthese von Gerinnungsfaktoren und fördert die Wundheilung.
- Nervensystem: Mangan spielt eine Rolle bei der Bildung von Neurotransmittern und der normalen Gehirnfunktion.
Medizinische Anwendung und Nahrungsergänzung
Mangansulfat wird in folgenden Bereichen verwendet:
- Nahrungsergänzungsmittel: Als gut resorbierbare Manganquelle in Mineral- und Multivitaminpräparaten.
- Parenterale Ernährung: Bei der künstlichen Ernährung über die Vene wird Mangansulfat als Teil von Spurenelement-Lösungen eingesetzt, um einen Manganmangel zu verhindern.
- Lebensmittelzusatz: Zur Anreicherung von Lebensmitteln mit Mangan, z. B. in Säuglingsnahrung und diätetischen Produkten.
- Landwirtschaft: Als Düngemittel und Tierfutterzusatz zur Versorgung von Pflanzen und Tieren mit Mangan.
Empfohlene Tageszufuhr
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat keinen spezifischen Tagesbedarf (RDA) für Mangan festgelegt, gibt aber einen angemessenen Schätzwert (Adequate Intake, AI) an:
- Erwachsene Männer: 3,0 mg/Tag
- Erwachsene Frauen: 3,0 mg/Tag
- Schwangere: 3,0 mg/Tag
- Stillende: 3,0 mg/Tag
- Kinder: je nach Alter 0,5–2,5 mg/Tag
Die WHO und nationale Ernährungsgesellschaften empfehlen, den Manganbedarf vorrangig über eine ausgewogene Ernährung zu decken.
Mangelzustände
Ein isolierter Manganmangel ist beim Menschen selten und tritt meist nur bei sehr einseitiger Ernährung oder bei Patienten unter langfristiger parenteraler Ernährung ohne ausreichende Spurenelementzufuhr auf. Mögliche Symptome eines Manganmangels umfassen:
- Beeinträchtigte Knochen- und Knorpelentwicklung
- Störungen des Glukosestoffwechsels
- Verminderte antioxidative Kapazität
- Hautveränderungen und verzögerte Wundheilung
Nahrungsquellen
Mangan kommt natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor. Besonders reiche Quellen sind:
- Vollkornprodukte und Haferflocken
- Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen)
- Nüsse und Samen (Haselnüsse, Pinienkerne)
- Grünes Blattgemüse (Spinat, Grünkohl)
- Tee (schwarzer und grüner Tee)
- Ananas und Heidelbeeren
Überdosierung und Toxizität
Mangan ist in hohen Mengen toxisch. Eine chronische Überexposition – vor allem durch Inhalation (z. B. in der Bergbau- oder Schweißindustrie) – kann zu Manganismus führen, einem neurologischen Syndrom mit Symptomen ähnlich dem Parkinson-Syndrom (Zittern, Bewegungsstörungen, Persönlichkeitsveränderungen). Bei oraler Aufnahme über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel ist das Risiko deutlich geringer, da der Darm die Resorption reguliert. Die EFSA hat einen tolerierbaren Gesamtzufuhrwert von 11 mg/Tag für Erwachsene aus allen Quellen empfohlen.
Wechselwirkungen
Mangansulfat kann in Wechselwirkung mit anderen Nährstoffen und Substanzen treten:
- Eisen: Eisen und Mangan konkurrieren um dieselben Transporter im Darm. Eine hohe Eisenzufuhr kann die Manganresorption hemmen und umgekehrt.
- Kalzium und Phosphor: Hohe Zufuhrmengen können die Bioverfügbarkeit von Mangan verringern.
- Antazida und Protonenpumpenhemmer: Medikamente, die den Magen-pH verändern, können die Manganresorption beeinflussen.
- Antibiotika (Chinolone, Tetracycline): Mangan kann die Resorption dieser Antibiotika vermindern; ein zeitlicher Abstand von mehreren Stunden wird empfohlen.
Quellen
- European Food Safety Authority (EFSA): Dietary Reference Values for Manganese. EFSA Journal, 2013.
- World Health Organization (WHO): Trace Elements in Human Nutrition and Health. Geneva, 1996.
- Aschner, J.L. & Aschner, M.: Nutritional aspects of manganese homeostasis. Molecular Aspects of Medicine, 2005; 26(4-5): 353-362.
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