Mesenterialarterienstenose: Ursachen, Symptome & Therapie
Die Mesenterialarterienstenose ist eine Verengung der Darmgefäße, die die Blutversorgung des Darms einschränkt und zu Bauchschmerzen sowie Verdauungsstörungen führen kann.
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Die Mesenterialarterienstenose ist eine Verengung der Darmgefäße, die die Blutversorgung des Darms einschränkt und zu Bauchschmerzen sowie Verdauungsstörungen führen kann.
Was ist eine Mesenterialarterienstenose?
Die Mesenterialarterienstenose bezeichnet eine krankhafte Verengung (Stenose) einer oder mehrerer Mesenterialarterien – der Blutgefäße, die den Dünndarm und Dickdarm mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Wenn diese Arterien eingeengt sind, erhält der Darm nicht mehr genügend Blut, was insbesondere nach dem Essen zu Beschwerden führt, da der Darm dann erhöhten Sauerstoffbedarf hat. Im schlimmsten Fall kann eine vollständige Unterbrechung der Durchblutung zu einem lebensbedrohlichen Darminfakt führen.
Ursachen
Die häufigste Ursache der Mesenterialarterienstenose ist die Arteriosklerose (Arterienverkalkung), bei der sich Ablagerungen (Plaques) aus Fett, Kalk und Bindegewebe an den Gefäßwänden bilden und das Gefäßlumen einengen. Weitere mögliche Ursachen sind:
- Entzündliche Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden), z. B. die Takayasu-Arteriitis
- Fibromuskuläre Dysplasie: eine nicht entzündliche Erkrankung der Gefäßwand, die vor allem jüngere Frauen betrifft
- Aortendissektion: eine Einblutung in die Aortenwand, die die abgehenden Mesenterialarterien verlegen kann
- Strahlenschäden nach Strahlentherapie im Bauchraum
Symptome
Das Leitsymptom der Mesenterialarterienstenose ist der sogenannte Angina abdominalis (intestinale Angina): krampfartige oder drückende Bauchschmerzen, die typischerweise 15 bis 60 Minuten nach einer Mahlzeit auftreten und nach einigen Stunden wieder abklingen. Weitere häufige Beschwerden sind:
- Ungewollter Gewichtsverlust, da Betroffene aus Angst vor Schmerzen weniger essen
- Übelkeit, Blähungen und Durchfall nach dem Essen
- Malabsorption: gestörte Aufnahme von Nährstoffen im Darm
- In fortgeschrittenen Fällen: anhaltende Ruheschmerzen und Zeichen eines Darminfarkts (akutes Abdomen)
Diagnose
Die Diagnose wird durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Bildgebung und Labordiagnostik gestellt:
- Duplex-Sonografie: Ultraschalluntersuchung der Bauchgefäße zur Beurteilung von Blutfluss und Gefäßverengungen – oft erste diagnostische Methode
- CT-Angiografie (CTA): detaillierte Schnittbilddarstellung der Mesenterialarterien mit Kontrastmittel; Goldstandard in der Notfalldiagnostik
- MR-Angiografie (MRA): strahlungsfreie Alternative zur CTA, geeignet für die Verlaufsdiagnostik
- Digitale Subtraktionsangiografie (DSA): invasives Katheterverfahren, das gleichzeitig therapeutische Eingriffe (Stentimplantation) ermöglicht
- Laborwerte: Laktat, D-Dimere und Entzündungsmarker können bei akutem Verlauf auf einen Darmschaden hinweisen
Behandlung
Konservative Therapie
Bei leichten Verläufen und als begleitende Maßnahme werden folgende Ansätze eingesetzt:
- Optimale Einstellung von Risikofaktoren: Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfettwerte und Nikotinverzicht
- Thrombozytenaggregationshemmer (z. B. Acetylsalicylsäure) zur Reduktion des Thromboserisikos
- Statine zur Verlangsamung der Arteriosklerose
- Anpassung der Ernährung: kleinere, häufigere Mahlzeiten zur Reduzierung des postprandialen Sauerstoffbedarfs
Interventionelle und operative Therapie
Bei symptomatischen oder höhergradigen Stenosen ist eine Wiederherstellung des Blutflusses erforderlich:
- Perkutane transluminale Angioplastie (PTA) mit Stentimplantation: minimal-invasiver Eingriff über einen Katheter; bevorzugte Methode bei arteriosklerotischen Stenosen
- Bypass-Operation: chirurgische Umgehung der Stenose mittels Gefäßprothese oder körpereigener Vene; bei ausgedehnten Befunden oder nach interventionellem Versagen
- Thrombektomie oder Embolektomie: operative Entfernung eines Blutgerinnsels bei akutem Verschluss
Prognose und Verlauf
Bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie ist die Prognose der Mesenterialarterienstenose gut. Unbehandelt kann die Erkrankung jedoch zu einem akuten Mesenterialinfarkt fortschreiten – einem medizinischen Notfall mit hoher Sterblichkeitsrate. Regelmäßige gefäßmedizinische Kontrollen und die konsequente Behandlung von Grunderkrankungen sind daher entscheidend für den Langzeitverlauf.
Quellen
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG): Chronische Mesenterialischämie, AWMF-Register Nr. 004-023 (2023).
- Björck M. et al. – Editor's Choice: Management of the Diseases of Mesenteric Arteries and Veins. European Journal of Vascular and Endovascular Surgery, 53(4):460-510 (2017).
- Kassahun W. T. et al. – Unchanged high mortality rates from acute occlusive intestinal ischemia: six year review. Langenbeck's Archives of Surgery, 393(2):163-171 (2008).
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