Melperon – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Melperon ist ein Neuroleptikum aus der Gruppe der Butyrophenone, das vor allem bei Schlafstörungen und Unruhezuständen bei älteren Patienten eingesetzt wird.
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Melperon ist ein Neuroleptikum aus der Gruppe der Butyrophenone, das vor allem bei Schlafstörungen und Unruhezuständen bei älteren Patienten eingesetzt wird.
Was ist Melperon?
Melperon ist ein antipsychotisch wirksames Arzneimittel aus der Klasse der Butyrophenone. Es gehört zu den sogenannten typischen (klassischen) Neuroleptika und wird in der Psychiatrie sowie in der Geriatrie eingesetzt. Im Vergleich zu anderen Butyrophenonen wie Haloperidol weist Melperon eine deutlich schwächere antipsychotische Potenz auf, dafür aber eine ausgeprägte sedierende Wirkung, was seinen Einsatz bei bestimmten Patientengruppen begründet.
Indikationen
Melperon wird vor allem bei folgenden Erkrankungen und Zuständen eingesetzt:
- Schlafstörungen (Insomnie), insbesondere bei älteren Patienten
- Unruhezustände, Erregung und Verwirrtheit im Rahmen von Demenzerkrankungen
- Psychomotorische Unruhe bei psychiatrischen Erkrankungen
- Delirante Zustände, vor allem im Alter
- Angstzustände mit begleitender Unruhe
Wirkmechanismus
Melperon wirkt vorrangig als Dopamin-D2-Rezeptor-Antagonist. Es blockiert Dopaminrezeptoren im zentralen Nervensystem, was zu einer Dämpfung von Erregungszuständen führt. Zusätzlich hat Melperon antagonistische Wirkungen an Histamin-H1-Rezeptoren, was seine sedierende Wirkung erklärt, sowie an Alpha-1-adrenergen Rezeptoren. Im Vergleich zu hochpotenten Neuroleptika ist die D2-Blockade von Melperon weniger stark ausgeprägt, weshalb extrapyramidale Nebenwirkungen seltener auftreten.
Dosierung und Anwendung
Melperon ist in Deutschland als Tabletten und als Tropflösung erhältlich. Die Dosierung wird individuell vom Arzt festgelegt und richtet sich nach dem Krankheitsbild, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.
- Erwachsene: Typische Dosierungen liegen zwischen 25 mg und 200 mg pro Tag, aufgeteilt auf mehrere Einnahmen.
- Ältere Patienten: Es wird in der Regel mit niedrigen Dosen begonnen, da ältere Menschen empfindlicher auf Nebenwirkungen reagieren können.
- Die Einnahme erfolgt meist abends zur Behandlung von Schlafstörungen oder über den Tag verteilt bei Unruhezuständen.
Die Einnahme sollte stets nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Melperon darf nicht abrupt abgesetzt werden, sondern sollte unter ärztlicher Begleitung ausgeschlichen werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Melperon Nebenwirkungen verursachen. Häufige und wichtige Nebenwirkungen umfassen:
- Müdigkeit und Sedierung (erwünschter Effekt, kann aber tagsüber störend sein)
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
- Orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen)
- Extrapyramidale Symptome wie Zittern oder Bewegungsstörungen (seltener als bei hochpotenten Neuroleptika)
- Anticholinerge Effekte wie Mundtrockenheit oder Verstopfung
- In seltenen Fällen: QT-Zeit-Verlängerung im EKG, die zu Herzrhythmusstörungen führen kann
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Melperon sollte nicht eingenommen werden oder nur unter besonderer ärztlicher Überwachung, wenn folgende Zustände vorliegen:
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Melperon oder andere Butyrophenone
- Schwere Leberfunktionsstörungen
- Morbus Parkinson (da Dopaminantagonisten die Symptome verschlechtern können)
- Gleichzeitige Einnahme anderer QT-Zeit-verlängernder Medikamente
- Schwangerschaft und Stillzeit (nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung)
Besondere Vorsicht ist bei älteren Patienten mit Demenz geboten, da Neuroleptika in dieser Gruppe das Risiko für zerebrovaskuläre Ereignisse (z. B. Schlaganfall) und die Sterblichkeit erhöhen können.
Wechselwirkungen
Melperon kann mit verschiedenen anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten:
- Andere ZNS-dämpfende Mittel (Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Alkohol): verstärkte Sedierung
- Antihypertensiva: verstärkter blutdrucksenkender Effekt
- Antiparkinsonmittel: gegenseitige Abschwächung der Wirkung
- QT-Zeit-verlängernde Medikamente: erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen
Quellen
- Fachinformation Melperon-ratiopharm -- ratiopharm GmbH, aktuell gültige Version (letzter Abruf 2024).
- Stahl, S. M. -- Stahl's Essential Psychopharmacology, 5. Auflage, Cambridge University Press (2021).
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) -- S3-Leitlinie Schizophrenie und verwandte Erkrankungen (2019), verfügbar unter www.dgppn.de.
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