Mastoiditis: Ursachen, Symptome und Behandlung
Mastoiditis ist eine bakterielle Entzündung des Warzenfortsatzes (Mastoid) hinter dem Ohr. Sie entsteht meist als Komplikation einer Mittelohrentzündung und erfordert rasche medizinische Behandlung.
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Mastoiditis ist eine bakterielle Entzündung des Warzenfortsatzes (Mastoid) hinter dem Ohr. Sie entsteht meist als Komplikation einer Mittelohrentzündung und erfordert rasche medizinische Behandlung.
Was ist Mastoiditis?
Die Mastoiditis ist eine entzündliche Erkrankung des Warzenfortsatzes (lateinisch: Processus mastoideus), eines knöchernen Vorsprungs des Schläfenbeins direkt hinter der Ohrmuschel. Der Warzenfortsatz enthält luftgefüllte Hohlräume (sogenannte Mastoidzellen), die mit dem Mittelohr verbunden sind. Breitet sich eine Mittelohrentzündung (Otitis media) auf diese Zellen aus, kann eine Mastoiditis entstehen. Die Erkrankung gilt als die häufigste schwerwiegende Komplikation der Mittelohrentzündung und betrifft vor allem Kinder im Kleinkindalter, kann jedoch in jedem Lebensalter auftreten.
Ursachen
Die Mastoiditis wird in den meisten Fällen durch Bakterien verursacht, die sich von einem entzündeten Mittelohr auf den Warzenfortsatz ausbreiten. Zu den häufigsten Erregern gehören:
- Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken)
- Streptococcus pyogenes
- Staphylococcus aureus (einschließlich methicillinresistenter Stämme)
- Haemophilus influenzae
- Pseudomonas aeruginosa (häufiger bei chronischen Verläufen)
Risikofaktoren, die eine Mastoiditis begünstigen, sind unter anderem unzureichend behandelte Mittelohrentzündungen, ein geschwächtes Immunsystem sowie anatomische Besonderheiten, die den Abfluss von Sekret aus dem Mittelohr behindern.
Symptome
Die Symptome der Mastoiditis entwickeln sich in der Regel einige Tage bis Wochen nach einer Mittelohrentzündung. Typische Beschwerden sind:
- Schmerzen und Druckempfindlichkeit hinter dem betroffenen Ohr
- Rötung und Schwellung der Haut über dem Warzenfortsatz
- Abstehen der Ohrmuschel durch die Schwellung (sogenannte Protrusion der Ohrmuschel)
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Ohrenschmerzen und Hörminderung
- Eitriger Ohrenausfluss
In schweren Fällen können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, darunter eine Ausbreitung der Infektion auf das Gehirn (Meningitis, Hirnabszess) oder eine Thrombose des Sinus sigmoideus (eines venösen Blutleiters im Schädel).
Diagnose
Die Diagnose der Mastoiditis stützt sich auf die klinische Untersuchung sowie bildgebende Verfahren:
- Ohrinspektion (Otoskopie): Beurteilung des Trommelfells und des äußeren Gehörgangs
- Computertomographie (CT) des Schläfenbeins: Goldstandard zur Darstellung der knöchernen Strukturen und zur Erkennung von Komplikationen wie Abszessen
- Magnetresonanztomographie (MRT): Ergänzend bei Verdacht auf intrakranielle Komplikationen
- Blutuntersuchung: Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozyten) bestätigen den Infektionsprozess
- Abstrich und Erregernachweis: Zur gezielten antibiotischen Therapie
Behandlung
Antibiotische Therapie
Die Behandlung der Mastoiditis erfolgt in erster Linie mit intravenösen Antibiotika, die gegen die häufigsten Erreger wirksam sind. Typische Wirkstoffe sind Breitspektrum-Penicilline, Cephalosporine oder Clindamycin. Die Wahl des Antibiotikums wird idealerweise an den Erregerbefund angepasst.
Operative Therapie
Bei unzureichendem Ansprechen auf die antibiotische Therapie oder bei Komplikationen ist ein operativer Eingriff erforderlich:
- Parazentese (Trommelfellschnitt): Entlastung des Mittelohrs durch Einschneiden des Trommelfells
- Paukendrainage: Einlegen eines Paukenröhrchens zur dauerhaften Belüftung des Mittelohrs
- Mastoidektomie: Chirurgische Entfernung des entzündeten Knochengewebes im Warzenfortsatz; bei schweren oder komplizierten Verläufen notwendig
Behandlung von Komplikationen
Intrakranielle Komplikationen wie Hirnabszesse oder Meningitis erfordern eine intensivmedizinische Betreuung und gegebenenfalls neurochirurgische Eingriffe.
Prognose
Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose der Mastoiditis in der Regel gut. Unbehandelt oder bei verzögerter Therapie kann es jedoch zu schwerwiegenden, dauerhaften Schäden wie einem bleibenden Hörverlust oder lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen durch einen HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren-Arzt) sind nach überstandener Erkrankung empfohlen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNOKHC): S2k-Leitlinie Mastoiditis, AWMF-Registernummer 017-010 (2020).
- Vassbotn FS, Klausen OG, Lind O, Moller P - Acute mastoiditis in a Norwegian population: a 20 year retrospective study. Int J Pediatr Otorhinolaryngol. 2002;62(3):237-242.
- Patel S, Bhatt A - Mastoiditis. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2023. Verfuegbar ueber: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK560877/
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