Morbus Gilbert-Meulengracht – Ursachen & Symptome
Morbus Gilbert-Meulengracht ist eine harmlose, erbliche Stoffwechselstörung der Leber, bei der der Bilirubinspiegel im Blut leicht erhöht ist. Sie verursacht keine ernsthaften Beschwerden.
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Morbus Gilbert-Meulengracht ist eine harmlose, erbliche Stoffwechselstörung der Leber, bei der der Bilirubinspiegel im Blut leicht erhöht ist. Sie verursacht keine ernsthaften Beschwerden.
Was ist Morbus Gilbert-Meulengracht?
Morbus Gilbert-Meulengracht (auch Gilbert-Meulengracht-Syndrom oder kurz Morbus Gilbert genannt) ist eine gutartige, erblich bedingte Stoffwechselstörung der Leber. Bei dieser Erkrankung ist die Fähigkeit der Leber eingeschränkt, das Abbauprodukt Bilirubin aus dem Blut aufzunehmen und in eine wasserlösliche Form umzuwandeln. Dadurch kommt es zu einem leicht erhöhten Bilirubinspiegel im Blut, was gelegentlich zu einer leichten Gelbfärbung der Haut oder der Augen (Ikterus) führen kann. Die Erkrankung ist weit verbreitet und betrifft schätzungsweise 5–10 % der Bevölkerung.
Ursachen
Die Ursache von Morbus Gilbert-Meulengracht liegt in einer genetischen Veränderung (Mutation) im UGT1A1-Gen. Dieses Gen kodiert für das Enzym UDP-Glucuronosyltransferase 1A1, das in der Leber für die Umwandlung von indirektem (unkonjugiertem) Bilirubin in die wasserlösliche, ausscheidbare Form zuständig ist. Bei Betroffenen ist die Aktivität dieses Enzyms auf etwa 30 % der Normalaktivität reduziert, was zu einer milden Ansammlung von unkonjugiertem Bilirubin im Blut führt.
Die Erkrankung wird autosomal-rezessiv vererbt, das heißt, beide Kopien des betroffenen Gens müssen verändert sein, damit sich die Erkrankung vollständig manifestiert. Eine Einzelkopie der Mutation kann jedoch bereits zu leicht erhöhten Bilirubinwerten führen.
Auslösende Faktoren für erhöhte Bilirubinwerte
Bestimmte Situationen können den Bilirubinspiegel vorübergehend weiter ansteigen lassen und damit Symptome verstärken:
- Fasten oder unregelmäßige Mahlzeiten
- Körperlicher oder emotionaler Stress
- Infektionen oder Fieber
- Alkoholkonsum
- Übermäßige körperliche Anstrengung
- Schlafmangel
- Menstruation (bei Frauen)
Symptome
Morbus Gilbert-Meulengracht verläuft in den meisten Fällen ohne spürbare Beschwerden. Die häufigsten Zeichen sind:
- Leichte Gelbfärbung der Haut und/oder der Augen (Ikterus), die vor allem in Stresssituationen oder beim Fasten auftritt
- Gelegentlich Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein
- Selten Bauchschmerzen oder Übelkeit
Die Symptome sind in der Regel mild und vorübergehend. Eine ernsthafte Beeinträchtigung der Leberfunktion findet nicht statt.
Diagnose
Die Diagnose wird meist zufällig gestellt, etwa bei Routineblutuntersuchungen. Typische Befunde sind:
- Erhöhter Bilirubinspiegel im Blut (meist zwischen 1,5 und 3,0 mg/dl), bei normalem direktem Bilirubin
- Normale Leberwerte (GOT, GPT, GGT, alkalische Phosphatase)
- Normales Blutbild
Um andere Erkrankungen auszuschließen, kann der Arzt oder die Ärztin folgende Untersuchungen anordnen:
- Differenzierung von direktem und indirektem Bilirubin
- Ultraschalluntersuchung der Leber und Gallenwege
- Genetischer Test auf die UGT1A1-Mutation (in unklaren Fällen)
Abgrenzung von anderen Erkrankungen
Wichtig ist die Unterscheidung von Morbus Gilbert-Meulengracht von anderen Ursachen erhöhter Bilirubinwerte, wie hämolytische Anämie (erhöhter Abbau roter Blutkörperchen), Hepatitis, Leberzirrhose oder Gallensteine.
Behandlung
Morbus Gilbert-Meulengracht ist eine harmlose Erkrankung, die keiner spezifischen Behandlung bedarf. Die Lebenserwartung und Leberfunktion der Betroffenen sind vollständig normal. Empfohlen wird:
- Regelmäßige Mahlzeiten und Vermeidung von längerem Fasten
- Reduktion von Stress und ausreichend Schlaf
- Moderater Umgang mit Alkohol
- Aufklärung über mögliche Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten, da das UGT1A1-Enzym auch für den Abbau einiger Arzneistoffe zuständig ist (z. B. Irinotecan, ein Krebsmedikament)
Betroffene sollten ihren Arzt oder ihre Ärztin über die Diagnose informieren, damit bei der Verschreibung bestimmter Medikamente Vorsicht geboten ist.
Prognose
Die Prognose bei Morbus Gilbert-Meulengracht ist ausgezeichnet. Die Erkrankung hat keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit und erfordert keine dauerhafte medizinische Behandlung. Betroffene können ein vollständig normales Leben führen.
Quellen
- Strassburg CP. - Hyperbilirubinemia syndromes (Gilbert-Meulengracht, Dubin-Johnson, and others). - Best Practice & Research Clinical Gastroenterology, 2010.
- Bosma PJ et al. - The genetic basis of the reduced expression of bilirubin UDP-glucuronosyltransferase 1 in Gilbert's syndrome. - New England Journal of Medicine, 1995.
- Robert Koch-Institut / Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): Informationen zu Stoffwechselerkrankungen der Leber, 2023.
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