Magenkarzinom – Ursachen, Symptome & Behandlung
Das Magenkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Magens. Es zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen und wird oft erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt.
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Das Magenkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Magens. Es zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen und wird oft erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt.
Was ist ein Magenkarzinom?
Das Magenkarzinom ist ein bösartiger (maligner) Tumor, der aus den Schleimhautzellen des Magens entsteht. Es handelt sich in den meisten Fällen um ein sogenanntes Adenokarzinom, also einen Tumor, der von drüsenbildenden Zellen ausgeht. Das Magenkarzinom gehört weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen und ist eine der führenden krebsbedingten Todesursachen. In Deutschland erkranken jährlich mehrere tausend Menschen daran, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache des Magenkarzinoms ist oft multifaktoriell, das heißt, mehrere Faktoren wirken zusammen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Helicobacter-pylori-Infektion: Dieses Bakterium gilt als bedeutendster Risikofaktor. Es verursacht chronische Magenschleimhautentzündungen, die langfristig zu Krebsvorstufen führen können.
- Ernährungsgewohnheiten: Häufiger Verzehr von stark gesalzenen, geräucherten oder gepökelten Speisen erhöht das Risiko.
- Rauchen und Alkohol: Beide Substanzen fördern die Entstehung von Magenkrebs.
- Familiäre Vorbelastung: Personen mit Angehörigen ersten Grades, die an Magenkrebs erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko.
- Chronische Magenerkrankungen: Dazu gehören atrophische Gastritis, Magengeschwüre und bestimmte Magenpolypen.
- Genetische Faktoren: Bestimmte Genmutationen, z. B. im CDH1-Gen, können das Risiko erheblich steigern.
Symptome
Das Magenkarzinom verursacht in frühen Stadien häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden, was die frühzeitige Diagnose erschwert. Mögliche Symptome umfassen:
- Anhaltende Oberbauchschmerzen oder Druckgefühl
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Appetitverlust und schnelles Sättigungsgefühl
- Übelkeit und Erbrechen, gelegentlich mit Blutbeimengungen
- Schwarzer Stuhl (Teerstuhl) als Hinweis auf Magenblutungen
- Schluckbeschwerden (vor allem bei Tumoren im Mageneingang)
- Anhaltende Müdigkeit und Blässe infolge von Blutarmut
Da diese Symptome auch bei harmlosen Erkrankungen auftreten können, ist eine ärztliche Abklärung bei anhaltenden Beschwerden unbedingt empfehlenswert.
Diagnose
Die wichtigste Untersuchungsmethode zur Diagnose des Magenkarzinoms ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Dabei wird ein dünnes, flexibles Instrument mit Kamera durch den Mund in den Magen eingeführt. Verdächtige Gewebeveränderungen können direkt entnommen und im Labor untersucht werden (Biopsie).
Weitere diagnostische Verfahren umfassen:
- Computertomographie (CT): Zur Beurteilung der Tumorausdehnung und möglicher Metastasen in anderen Organen.
- Endosonographie: Ultraschall von innen zur Beurteilung der Eindringtiefe des Tumors in die Magenwand.
- PET-CT: In ausgewählten Fällen zur Detektion von Fernmetastasen.
- Laboruntersuchungen: Tumormarker wie CEA oder CA 72-4 können unterstützend eingesetzt werden.
Behandlung
Operative Therapie
Die einzige kurative (heilende) Behandlungsoption ist die vollständige operative Entfernung des Tumors. Je nach Lage und Ausdehnung des Karzinoms wird ein Teil des Magens (Magenresektion) oder der gesamte Magen (Gastrektomie) entfernt. Dabei werden in der Regel auch die umgebenden Lymphknoten entfernt.
Chemotherapie
Eine Chemotherapie wird häufig vor der Operation eingesetzt (neoadjuvant), um den Tumor zu verkleinern, sowie nach der Operation (adjuvant), um verbliebene Krebszellen abzutöten. Typische Wirkstoffe sind Epirubicin, Cisplatin, Oxaliplatin und Fluorouracil.
Zielgerichtete Therapie und Immuntherapie
Bei bestimmten Tumoreigenschaften können zielgerichtete Therapien eingesetzt werden. So wirkt der Antikörper Trastuzumab bei Tumoren mit Überexpression des HER2-Proteins. Immuntherapeutika wie Checkpoint-Inhibitoren (z. B. Nivolumab, Pembrolizumab) gewinnen zunehmend an Bedeutung bei fortgeschrittenen Stadien.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie spielt beim Magenkarzinom eine untergeordnete Rolle, kann aber in bestimmten Situationen, etwa zur Symptomlinderung bei fortgeschrittener Erkrankung, eingesetzt werden.
Prognose
Die Prognose des Magenkarzinoms hängt stark vom Erkrankungsstadium zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Bei frühzeitiger Entdeckung (Frühkarzinom) sind die Heilungsaussichten gut. In fortgeschrittenen Stadien ist die Prognose jedoch deutlich schlechter, da der Tumor häufig bereits Lymphknoten oder andere Organe befallen hat. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt in Deutschland insgesamt bei etwa 30 bis 35 Prozent, variiert aber stark je nach Stadium.
Vorbeugung
Folgende Maßnahmen können das Risiko für ein Magenkarzinom senken:
- Behandlung einer nachgewiesenen Helicobacter-pylori-Infektion mit Antibiotika
- Gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse
- Reduktion des Konsums von geräucherten, gepökelten und stark gesalzenen Speisen
- Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei familiärer Vorbelastung
Quellen
- Lordick F. et al. - Magenkarzinom: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), aktualisierte Fassung 2019/2022.
- World Health Organization (WHO) - Global Cancer Observatory: Stomach Cancer Fact Sheet (2020). Verfügbar unter: https://gco.iarc.fr
- Siewert J. R., Stein H. J. - Chirurgie des Magenkarzinoms. In: Chirurgie. Springer Verlag, 9. Auflage, 2012.
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