Organell – Funktion und Bedeutung in der Zelle
Ein Organell ist eine spezialisierte Struktur innerhalb einer Zelle, die bestimmte lebenswichtige Funktionen erfüllt – ähnlich wie Organe im menschlichen Körper.
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Ein Organell ist eine spezialisierte Struktur innerhalb einer Zelle, die bestimmte lebenswichtige Funktionen erfüllt – ähnlich wie Organe im menschlichen Körper.
Was ist ein Organell?
Ein Organell (auch: Zellorganell) ist eine abgegrenzte, funktionelle Einheit innerhalb einer Zelle. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort für Werkzeug oder kleines Organ ab. Organellen übernehmen in der Zelle spezialisierte Aufgaben, die für das Überleben und die Funktion der Zelle unerlässlich sind. Sie kommen in nahezu allen eukaryotischen Zellen vor – also in tierischen, pflanzlichen und pilzlichen Zellen – und sind häufig von einer eigenen Membran umgeben.
Arten von Organellen und ihre Funktionen
Es gibt membranumschlossene und nicht-membranumschlossene Organellen. Die wichtigsten werden im Folgenden beschrieben:
Zellkern (Nukleus)
Der Zellkern ist das Kontrollzentrum der Zelle. Er enthält die DNA (Erbinformation) und steuert die Genexpression sowie die Zellteilung. Er ist von einer doppelten Membran, der Kernhülle, umgeben.
Mitochondrien
Die Mitochondrien werden oft als Kraftwerke der Zelle bezeichnet. Sie produzieren durch die oxidative Phosphorylierung Adenosintriphosphat (ATP), die wichtigste Energiewährung der Zelle. Mitochondrien besitzen eine eigene DNA und vermehren sich durch Teilung.
Endoplasmatisches Retikulum (ER)
Das Endoplasmatische Retikulum ist ein ausgedehntes Membransystem. Es gibt zwei Formen: Das raue ER trägt Ribosomen und ist an der Proteinsynthese beteiligt. Das glatte ER ist an der Lipidsynthese und dem Abbau von Giftstoffen beteiligt.
Golgi-Apparat
Der Golgi-Apparat funktioniert wie eine Verpackungs- und Versandstation. Er nimmt Proteine und Lipide vom endoplasmatischen Retikulum entgegen, modifiziert sie und verteilt sie an ihre Zielstrukturen innerhalb oder außerhalb der Zelle.
Ribosomen
Ribosomen sind kleine, nicht-membranumschlossene Strukturen, die aus RNA und Proteinen bestehen. Sie sind für die Proteinsynthese (Translation) zuständig und kommen sowohl frei im Zytoplasma als auch am rauen ER vor.
Lysosomen
Lysosomen sind membranumschlossene Organellen, die Verdauungsenzyme enthalten. Sie bauen zelluläre Abfallstoffe, beschädigte Strukturen und Fremdstoffe ab. Dieser Vorgang wird als Autophagie bezeichnet.
Peroxisomen
Peroxisomen sind kleine Organellen, die am Abbau von Fettsäuren und schädlichen Substanzen wie Wasserstoffperoxid beteiligt sind. Sie kommen in Leber- und Nierenzellen besonders häufig vor.
Vakuolen
Vakuolen sind membranumschlossene Hohlräume, die vor allem in Pflanzenzellen eine zentrale Rolle spielen. In pflanzlichen Zellen dienen sie der Speicherung von Wasser, Nährstoffen und Abfallstoffen sowie der Aufrechterhaltung des Zelldrucks (Turgor).
Chloroplasten
Chloroplasten kommen ausschließlich in Pflanzenzellen vor. Sie enthalten das grüne Pigment Chlorophyll und sind der Ort der Photosynthese, bei der Lichtenergie in chemische Energie umgewandelt wird.
Zytoskelett
Das Zytoskelett ist zwar kein Organell im klassischen Sinne, übernimmt aber wesentliche strukturelle Aufgaben. Es besteht aus Proteinfasern (Mikrotubuli, Aktinfilamente, Intermediärfilamente) und gibt der Zelle Form, ermöglicht Bewegung und unterstützt den intrazellulären Transport.
Prokaryoten und Organellen
In prokaryotischen Zellen (z. B. Bakterien) fehlen membranumschlossene Organellen. Diese Zellen besitzen zwar Ribosomen und andere funktionelle Strukturen, aber keinen abgegrenzten Zellkern. Dies ist eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen Prokaryoten und Eukaryoten.
Klinische Bedeutung
Störungen in der Funktion von Organellen können zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. So liegen beispielsweise bei mitochondrialen Erkrankungen Defekte in den Mitochondrien vor, die Muskeln, Nerven und andere energieabhängige Gewebe betreffen. Lysosomale Speichererkrankungen wie Morbus Gaucher entstehen durch das Fehlen bestimmter Abbauenzyme in den Lysosomen.
Quellen
- Alberts B. et al. - Molekularbiologie der Zelle. 6. Auflage. Wiley-VCH, 2017.
- Lodish H. et al. - Molecular Cell Biology. 8th Edition. W.H. Freeman, 2016.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Basic Cell Biology Resources. Verfügbar unter: https://www.who.int
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