Relative Bradykardie – Ursachen & Diagnose
Die relative Bradykardie bezeichnet einen Herzschlag, der im Vergleich zum Fieber ungewöhnlich langsam ist. Sie kann auf bestimmte Infektionen oder Erkrankungen hinweisen.
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Die relative Bradykardie bezeichnet einen Herzschlag, der im Vergleich zum Fieber ungewöhnlich langsam ist. Sie kann auf bestimmte Infektionen oder Erkrankungen hinweisen.
Was ist eine relative Bradykardie?
Die relative Bradykardie – auch als Faget-Zeichen bekannt – beschreibt ein klinisches Phänomen, bei dem die Herzfrequenz (Puls) eines Patienten trotz erhöhter Körpertemperatur (Fieber) ungewöhnlich niedrig bleibt. Normalerweise steigt die Herzfrequenz mit zunehmendem Fieber an: Pro Grad Celsius Temperaturerhöhung ist ein Anstieg der Herzfrequenz um etwa 8–10 Schläge pro Minute zu erwarten. Bleibt dieser Anstieg aus oder fällt die Herzfrequenz sogar ab, spricht man von einer relativen Bradykardie.
Ursachen
Die relative Bradykardie tritt häufig im Zusammenhang mit bestimmten Infektionskrankheiten auf, bei denen Erreger direkt oder indirekt das Herzleitungssystem oder das autonome Nervensystem beeinflussen. Typische Ursachen sind:
- Typhus abdominalis (Salmonella typhi) – klassische Ursache, erstmals von Jean-Charles Faget beschrieben
- Brucellose – bakterielle Infektionskrankheit durch Brucella-Arten
- Legionellose – Lungenentzündung durch Legionella pneumophila
- Q-Fieber – Infektion mit Coxiella burnetii
- Dengue-Fieber – virale Infektionskrankheit, übertragen durch Stechmücken
- Leptospirose – bakterielle Zoonose
- Gelbfieber – virale Erkrankung in tropischen Regionen
- Malaria – parasitäre Infektionskrankheit
Neben Infektionen können auch bestimmte Medikamente (z. B. Betablocker, Kalziumkanalblocker) sowie Herzerkrankungen (z. B. Sinusknoten-Dysfunktion) eine relative Bradykardie verursachen.
Symptome
Die relative Bradykardie selbst ist ein diagnostisches Zeichen und kein eigenständiges Krankheitsbild. Begleitsymptome hängen von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Häufig treten auf:
- Fieber (oft über 39 °C)
- Niedriger oder normal wirkender Puls trotz hohem Fieber
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Schwäche und Erschöpfung
- Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Gliederschmerzen
- Je nach Grunderkrankung: Durchfall, Hautausschlag, Husten oder Gelbfärbung der Haut
Diagnose
Die Diagnose der relativen Bradykardie erfolgt durch eine einfache klinische Beobachtung: Gleichzeitige Messung von Körpertemperatur und Herzfrequenz. Von einer relativen Bradykardie spricht man, wenn bei einer Körpertemperatur von 39 °C oder höher die Herzfrequenz unter 100 Schlägen pro Minute liegt, obwohl ein Anstieg auf mindestens 100–110 Schläge pro Minute zu erwarten wäre.
Zur Abklärung der Grunderkrankung werden weitere diagnostische Maßnahmen eingeleitet:
- Blutbild und Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten)
- Blutkulturen zum Nachweis bakterieller Erreger
- Serologie (Antikörpernachweis) für spezifische Erreger
- EKG zur Beurteilung der Herzfunktion
- Bildgebung (Röntgen, Ultraschall) bei Verdacht auf Organbefall
Behandlung
Die Behandlung richtet sich in erster Linie nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Es gibt keine spezifische Therapie der relativen Bradykardie selbst, da sie ein Symptom bzw. ein diagnostisches Zeichen ist.
- Bakterielle Infektionen: Antibiotische Therapie, z. B. Fluorchinolone oder Cephalosporine bei Typhus, Doxycyclin bei Brucellose und Q-Fieber
- Virale Infektionen: Symptomatische Behandlung, ggf. antivirale Medikamente
- Parasitäre Infektionen (Malaria): Antiparasitäre Medikamente wie Artemisinin-Kombinationstherapie
- Medikamentös bedingte Bradykardie: Anpassung der Medikation nach Rücksprache mit dem Arzt
In schweren Fällen, bei denen die Bradykardie zu einer hämodynamischen Instabilität führt, können intensivmedizinische Maßnahmen notwendig sein.
Klinische Relevanz
Das Erkennen einer relativen Bradykardie hat eine hohe diagnostische Bedeutung, insbesondere bei Reiserückkehrern aus tropischen oder subtropischen Ländern. Es kann ein wichtiger Hinweis auf eine bestimmte Infektionskrankheit sein und die gezielte Diagnostik und Therapie entscheidend beschleunigen. Ärzte sollten bei Fieber immer auch die Herzfrequenz sorgfältig beurteilen, um dieses klinische Zeichen nicht zu übersehen.
Quellen
- Herold, G. et al. – Innere Medizin. Eigenverlag Gerd Herold, Köln, 2023.
- Mandell, G.L., Bennett, J.E., Dolin, R. – Mandell, Douglas, and Bennett's Principles and Practice of Infectious Diseases. Elsevier, 9. Auflage, 2019.
- World Health Organization (WHO) – Typhoid fever fact sheet. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/typhoid (abgerufen 2024).
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