Retikuloendotheliales System – Funktion und Bedeutung
Das retikuloendotheliale System (RES) ist ein Netzwerk spezialisierter Immunzellen, das Krankheitserreger, Fremdstoffe und abgestorbene Zellen im Koerper erkennt und beseitigt.
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Das retikuloendotheliale System (RES) ist ein Netzwerk spezialisierter Immunzellen, das Krankheitserreger, Fremdstoffe und abgestorbene Zellen im Koerper erkennt und beseitigt.
Was ist das retikuloendotheliale System?
Das retikuloendotheliale System (RES) bezeichnet ein weitverzweigtes Netzwerk aus spezialisierten Zellen, die hauptsaechlich der koerpereigenen Abwehr und der Reinigung des Blutes dienen. Es umfasst vor allem Makrophagen (Fresszellen), Monozyten und retikulaere Zellen, die in verschiedenen Organen und Geweben des Koerpers verteilt sind. Heute wird dieses System haeufig auch als mononukleaeres Phagozytensystem (MPS) bezeichnet, da diese Bezeichnung die zellulaere Zusammensetzung praeziser beschreibt.
Aufbau und Bestandteile
Die Zellen des retikuloendothelialen Systems finden sich in nahezu allen Organen des menschlichen Koerpers, besonders konzentriert jedoch in:
- Leber: Hier sind die sogenannten Kupffer-Zellen angesiedelt, die einen Grossteil des zirkulierenden Blutes filtern und Bakterien, Toxine sowie alte Blutzellen abbauen.
- Milz: Die Milz filtert das Blut und entfernt gealterte oder beschaedigte Erythrozyten (rote Blutkoerperchen) sowie Krankheitserreger.
- Knochenmark: Hier entstehen die Vorlaeuferzellen der Makrophagen und Monozyten.
- Lymphknoten: Lymphknoten enthalten Makrophagen, die Fremdstoffe und Erreger aus der Lymphfluessigkeit herausfiltern.
- Lunge: Die sogenannten Alveolarmakrophagen schuetzen die Atemwege vor inhalierten Fremdstoffen und Krankheitserregern.
- Gehirn: Mikrogliazellen uebernehmen im zentralen Nervensystem die Aufgaben des RES.
Funktion und Wirkmechanismus
Die Hauptaufgabe des retikuloendothelialen Systems ist die Phagozytose - das Aufnehmen und Verdauen von Fremdstoffen, Mikroorganismen, abgestorbenen Zellen und Zelltraemmern. Darueber hinaus uebernimmt das RES folgende wichtige Funktionen:
- Immunabwehr: Makrophagen erkennen Krankheitserreger und loesen gezielt Immunreaktionen aus, indem sie andere Immunzellen aktivieren und Botenstoffe (Zytokine) ausschuetten.
- Antigenpraesentation: Zellen des RES koennen Bestandteile von Erregern auf ihrer Oberflaeche praesentieren und so T-Lymphozyten aktivieren, was zur spezifischen Immunantwort fuehrt.
- Blutfilterung und Erythrozytenabbau: Gealterte rote Blutkoerperchen werden in Leber und Milz durch RES-Zellen abgebaut, und wertvolle Bestandteile wie Eisen werden recycelt.
- Entgiftung: Schadstoffe und Toxine werden aus dem Blut gefiltert und unschaedlich gemacht.
- Entzuendungsregulation: Das RES spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Entzuendungsreaktionen im Koerper.
Klinische Bedeutung
Stoerungen oder Erkrankungen des retikuloendothelialen Systems koennen schwerwiegende Folgen fuer die Gesundheit haben. Zu den klinisch relevanten Erkrankungen gehoeren:
- Histiozytosen: Erkrankungen, bei denen es zu einer unkontrollierten Vermehrung von Zellen des RES kommt, wie z. B. die Langerhans-Zell-Histiozytose.
- Speicherkrankheiten: Bei genetischen Erkrankungen wie dem Morbus Gaucher oder dem Morbus Niemann-Pick koennen Makrophagen bestimmte Substanzen nicht abbauen, was zu gefaehrlichen Ablagerungen in Organen fuehrt.
- Sepsis: Eine ueberwiegende Aktivierung des RES kann zur systemischen Entzuendungsreaktion (Sepsis) beitragen.
- Immundefekte: Eine gestoerte Funktion der Makrophagen kann die Infektionsabwehr erheblich beeintraechtigen.
- Lebererkrankungen: Bei Lebererkrankungen kann die Funktion der Kupffer-Zellen eingeschraenkt sein, was die Blutfiltration beeintraechtigt.
Diagnostik
Die Beurteilung des retikuloendothelialen Systems erfolgt ueber verschiedene diagnostische Methoden:
- Blutbild und Differenzialblutbild zur Beurteilung von Monozyten und Makrophagen-Vorlaeufern
- Biopsien von Leber, Milz oder Lymphknoten zur histologischen Untersuchung
- Bildgebende Verfahren (Ultraschall, MRT, CT) zur Beurteilung von Milz- und Lebergroesse
- Spezielle immunhistochemische Faerbungen zum Nachweis von RES-Zellen in Gewebeproben
Quellen
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Koeln, aktuelle Auflage.
- Abbas, A. K., Lichtman, A. H., Pillai, S. - Cellular and Molecular Immunology. Elsevier, aktuelle Auflage.
- World Health Organization (WHO) - Classification of Tumours of Haematopoietic and Lymphoid Tissues. IARC Press, Lyon.
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