Rhinitis atrophicans: Ursachen, Symptome & Therapie
Rhinitis atrophicans ist eine chronische Erkrankung der Nasenschleimhaut, bei der es zu einem fortschreitenden Schwund von Schleimhaut und Knochengewebe der Nasenhöhle kommt.
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Rhinitis atrophicans ist eine chronische Erkrankung der Nasenschleimhaut, bei der es zu einem fortschreitenden Schwund von Schleimhaut und Knochengewebe der Nasenhöhle kommt.
Was ist Rhinitis atrophicans?
Die Rhinitis atrophicans (auch als Ozaena bekannt) ist eine seltene, chronisch verlaufende Erkrankung der Nase, bei der die Schleimhaut sowie das darunter liegende Knochen- und Knorpelgewebe der Nasenhöhle allmählich schwinden (atrophieren). Durch diesen Gewebeabbau wird die Nasenhöhle krankhaft erweitert, und es bilden sich charakteristische, übelriechende Krusten. Die Erkrankung tritt weltweit auf, ist jedoch in tropischen und subtropischen Regionen sowie in wirtschaftlich benachteiligten Bevölkerungsgruppen häufiger zu finden.
Ursachen
Die genauen Ursachen der Rhinitis atrophicans sind nicht vollständig geklärt. Man unterscheidet eine primäre und eine sekundäre Form:
- Primäre Rhinitis atrophicans (Ozaena): Die Ursache ist unklar (idiopathisch). Diskutiert werden genetische Faktoren, hormonelle Einflüsse sowie Infektionen mit Bakterien wie Klebsiella ozaenae.
- Sekundäre Rhinitis atrophicans: Entsteht als Folge anderer Erkrankungen oder Eingriffe, z. B. nach ausgedehnten Nasenoperationen (sogenannte Empty-Nose-Syndrom), Bestrahlung, chronischen Entzündungen, Granulomatosen (z. B. Morbus Wegener) oder Traumata der Nase.
Weitere begünstigende Faktoren sind Mangelernährung, schlechte Hygienebedingungen sowie ein geschwächtes Immunsystem.
Symptome
Die Rhinitis atrophicans äußert sich durch eine Vielzahl typischer Beschwerden:
- Krustenbildung in der Nase mit charakteristischem, unangenehmem Geruch (Foetor)
- Kakosmie (subjektiv wahrgenommener übler Geruch) und Anosmie (Verlust des Geruchssinns)
- Gefühl von Trockenheit und Weitung der Nase trotz objektiver Verengung des Luftstroms
- Chronische Nasenblockade und erschwertes Atmen
- Rezidivierende Epistaxis (Nasenbluten)
- Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein
- In schweren Fällen: Ausbreitung auf Nebenhöhlen, Rachen und Mittelohr
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) gestellt und umfasst folgende Schritte:
- Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und typischer Beschwerden
- Rhinoskopie / Endoskopie: Direkte Betrachtung der Nasenhöhle; typisch sind weit gestellte Nasengänge mit Krusten und atrophierter Schleimhaut
- Bakteriologische Abstriche: Nachweis von Erregern wie Klebsiella ozaenae
- Bildgebung: CT oder MRT der Nasennebenhöhlen zur Beurteilung des Ausmaßes der Atrophie und des Knochenabbaus
- Histologische Untersuchung: Gewebeprobe zum Ausschluss anderer Erkrankungen wie Tumoren oder Granulomatosen
Behandlung
Eine vollständige Heilung der primären Rhinitis atrophicans ist bislang nicht möglich. Die Therapie zielt auf die Linderung der Beschwerden und die Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung ab.
Konservative Behandlung
- Nasenspülungen mit isotoner oder leicht hypertonischer Kochsalzlösung zur Krustenlösung und Befeuchtung
- Lokale Anwendung von Nasensalben oder Ölen (z. B. Dexpanthenol, Sesamöl) zur Befeuchtung der Schleimhaut
- Antibiotika (lokal oder systemisch) bei nachgewiesener bakterieller Infektion, z. B. mit Klebsiella ozaenae
- Supplementierung von Vitaminen (insbesondere Vitamin A und Vitamin D) bei Mangelzuständen
- Regelmäßige HNO-ärztliche Kontrollen und professionelle Krustenabtragung
Operative Behandlung
- Verengung der Nasengänge durch operative Eingriffe (z. B. Einlage von Implantaten oder Gewebe), um den Luftstrom zu normalisieren und die Austrocknung der Schleimhaut zu reduzieren
- Verschluss der Nasenlöcher (temporär) nach der Young-Methode zur Schleimhautregeneration
Prognose
Die Rhinitis atrophicans verläuft chronisch und kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Mit konsequenter Behandlung lassen sich die Beschwerden jedoch deutlich reduzieren. Interessanterweise kann die Erkrankung in der Pubertät oder im mittleren Lebensalter spontan zum Stillstand kommen.
Quellen
- Damm M, Eckel HE. Rhinitis atrophicans. In: Naumann HH (Hrsg.). Oto-Rhino-Laryngologie in Klinik und Praxis. Thieme Verlag, Stuttgart.
- Tos M. Atrophic rhinitis. In: Scott-Brown's Otorhinolaryngology: Head and Neck Surgery. 7th ed. Hodder Arnold, London, 2008.
- Hildenbrand T, Weber RK, Brehmer D. Rhinitis sicca, dry nose and atrophic rhinitis: a survey of the literature. Eur Arch Otorhinolaryngol. 2011;268(1):17-26. doi:10.1007/s00405-010-1391-3.
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