Sorbit (E420) – Wirkung, Unverträglichkeit & Anwendung
Sorbit (E420) ist ein natürlicher Zuckeralkohol, der als Süßungsmittel und Feuchthaltemittel in Lebensmitteln und Medikamenten eingesetzt wird.
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Sorbit (E420) ist ein natürlicher Zuckeralkohol, der als Süßungsmittel und Feuchthaltemittel in Lebensmitteln und Medikamenten eingesetzt wird.
Was ist Sorbit?
Sorbit (auch Sorbitol genannt, Lebensmittelzusatzstoff E420) ist ein sechswertiger Zuckeralkohol (Polyol), der natürlicherweise in vielen Früchten wie Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Kirschen vorkommt. Er wird industriell durch die Hydrierung von Glukose hergestellt und findet als kalorienreduziertes Süßungsmittel sowie Feuchthaltemittel breite Verwendung in Lebensmitteln, Kosmetika und Arzneimitteln.
Vorkommen und Verwendung
Natürliche Quellen
- Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Pfirsiche
- Getrocknete Früchte (z. B. Dörrpflaumen, Rosinen)
- Vogelbeeren (Eberesche)
Industrielle Anwendungsgebiete
- Lebensmittel: Zuckerfreie Kaugummis, Bonbons, Backwaren, Diätprodukte und Diabetiker-Lebensmittel
- Arzneimittel: Als Hilfsstoff in Tabletten, Säften und Zäpfchen sowie als osmotisches Abführmittel
- Kosmetika: Als Feuchthaltemittel in Cremes, Lotionen und Zahnpflegeprodukten
- Medizinische Ernährung: In enteralen und parenteralen Ernährungslösungen
Stoffwechsel und Wirkmechanismus
Sorbit wird im Dünndarm langsam und nur teilweise absorbiert. Im Körper wird es in der Leber zunächst zu Fruktose und anschließend zu Glukose umgewandelt. Da dieser Stoffwechselweg insulinunabhängig beginnt, wurde Sorbit früher häufig in Diabetiker-Produkten eingesetzt. Allerdings liefert Sorbit etwa 2,4 kcal pro Gramm und kann bei Diabetikern den Blutzucker beeinflussen, weshalb sein Einsatz in dieser Gruppe heute differenzierter bewertet wird.
Nicht resorbiertes Sorbit verbleibt im Dickdarm, wo es osmotisch Wasser bindet und so eine abführende Wirkung entfaltet. Dieser Mechanismus wird therapeutisch bei Verstopfung genutzt.
Sorbitunverträglichkeit (Sorbitmalabsorption)
Viele Menschen absorbieren Sorbit nur unvollständig. Gelangt zu viel Sorbit in den Dickdarm, kann es von Darmbakterien vergoren werden, was zu typischen Beschwerden führt. Diese Unverträglichkeit betrifft schätzungsweise 60–70 % der Erwachsenen in unterschiedlichem Ausmaß.
Symptome der Sorbitmalabsorption
Diagnose
Die Sorbitunverträglichkeit wird in der Regel mittels eines Wasserstoff-Atemtests (H2-Atemtest) nach oraler Gabe einer definierten Sorbitlösung diagnostiziert. Ein Anstieg des Wasserstoffgehalts in der Ausatemluft weist auf eine unvollständige Resorption im Dünndarm hin.
Behandlung und Ernährungsanpassung
Eine spezifische medikamentöse Behandlung existiert nicht. Die wichtigste Maßnahme ist die Reduktion sorbitreicher Lebensmittel. Betroffene sollten auf Lebensmittelkennzeichnungen achten, da Sorbit unter dem Namen E420 deklariert sein muss. Viele Menschen vertragen kleine Mengen Sorbit problemlos; die individuelle Toleranzschwelle variiert erheblich.
Medizinische Anwendung als Abführmittel
Als osmotisches Laxativum wird Sorbit in Konzentrationen von 25–70 % rektal (als Klistier) oder oral eingesetzt. Es zieht Wasser in den Darm, erweicht den Stuhl und fördert die Darmperistaltik. Es wird kurzfristig bei Obstipation (Verstopfung) eingesetzt, ist aber nicht für den dauerhaften Gebrauch geeignet.
Sicherheit und Kennzeichnungspflicht
Sorbit gilt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als sicherer Lebensmittelzusatzstoff ohne festgelegten ADI-Wert (akzeptable tägliche Aufnahmemenge). Lebensmittel, die mehr als 10 g Sorbit pro 100 g enthalten, müssen den Warnhinweis tragen: Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.
Quellen
- European Food Safety Authority (EFSA): Re-evaluation of sorbitol (E 420) as a food additive. EFSA Journal 2015;13(12):4321.
- Ledochowski M. et al.: Fructose- and sorbitol-reduced diet improves mood and gastrointestinal disturbances in fructose malabsorbers. Scand J Gastroenterol. 2000;35(10):1048-1052.
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): Sorbitol – Monographie und Anwendungshinweise. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin.
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