Radiosynoviorthese (RSO) – Behandlung & Wirkung
Die Radiosynoviorthese (RSO) ist ein minimal-invasives nuklearmedizinisches Verfahren zur Behandlung entzündeter Gelenkschleimhäute, z. B. bei Rheuma oder Arthrose.
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Die Radiosynoviorthese (RSO) ist ein minimal-invasives nuklearmedizinisches Verfahren zur Behandlung entzündeter Gelenkschleimhäute, z. B. bei Rheuma oder Arthrose.
Was ist die Radiosynoviorthese?
Die Radiosynoviorthese (RSO) ist ein nuklearmedizinisches Therapieverfahren, bei dem radioaktive Substanzen direkt in ein erkranktes Gelenk injiziert werden. Ziel ist es, die entzündete Gelenkschleimhaut (Synovialis) gezielt zu veröden und so Schmerzen sowie Entzündungen dauerhaft zu reduzieren. Das Verfahren gilt als minimal-invasiv und wird ambulant durchgeführt.
Wann wird die Radiosynoviorthese eingesetzt?
Die RSO kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn konservative Therapien wie Kortison-Injektionen oder Medikamente nicht ausreichend wirken. Typische Anwendungsgebiete sind:
- Rheumatoide Arthritis – chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung
- Arthrose mit begleitender Synovitis (Entzündung der Gelenkschleimhaut)
- Psoriasis-Arthritis – Gelenkentzündung bei Schuppenflechte
- Reaktive Arthritis – Gelenkentzündung als Reaktion auf Infektionen
- Hämophile Arthropathie – Gelenkschäden durch Einblutungen bei Bluterkrankheit
- Pigmentierte villonoduläre Synovitis (PVNS) – seltene Erkrankung der Gelenkschleimhaut
Wirkmechanismus
Bei der RSO wird ein Radiopharmakum – ein radioaktiver Wirkstoff – in Form einer Lösung direkt in den Gelenkspalt injiziert. Dieses Radiopharmakum wird von den entzündeten Zellen der Gelenkschleimhaut aufgenommen. Die dabei freigesetzte Beta-Strahlung schädigt gezielt das überschießend wuchernde Gewebe der Synovialis und führt zu dessen narbigem Umbau (Fibrose). Dadurch wird die Entzündungsaktivität dauerhaft gesenkt.
Je nach behandeltem Gelenk werden unterschiedliche Radiopharmaka eingesetzt:
- Yttrium-90 – für große Gelenke wie das Kniegelenk
- Rhenium-186 – für mittelgroße Gelenke wie Schulter, Hüfte oder Sprunggelenk
- Erbium-169 – für kleine Gelenke wie Finger- und Zehengelenke
Durchführung des Verfahrens
Die RSO wird in der Regel ambulant in einer nuklearmedizinischen Praxis oder Klinik durchgeführt. Der Ablauf ist wie folgt:
- Desinfektion und ggf. örtliche Betäubung des Gelenks
- Ultraschall- oder Röntgen-gestützte Injektion des Radiopharmakums in den Gelenkspalt
- Anschließend wird oft ein Kortison-Präparat mitinjiziert, um eine unmittelbare Entzündungsreaktion zu dämpfen
- Das behandelte Gelenk wird für 48 Stunden ruhiggestellt (z. B. mit einer Schiene oder einem Verband)
Nach der Behandlung sollte das Gelenk für mindestens 48 Stunden geschont werden, um die lokale Verweildauer des Radiopharmakums zu maximieren und Strahlungsexposition der Umgebung zu minimieren.
Wirksamkeit und Ergebnisse
Studien zeigen, dass die RSO bei etwa 60–80 % der behandelten Patienten zu einer deutlichen Beschwerdeverbesserung führt. Die Wirkung tritt häufig erst nach einigen Wochen vollständig ein, da die Geweberegeneration Zeit benötigt. In manchen Fällen kann eine zweite Behandlung nach 6 Monaten sinnvoll sein.
Nebenwirkungen und Risiken
Die RSO gilt als sehr sicheres Verfahren mit geringem Nebenwirkungsprofil. Mögliche Nebenwirkungen sind:
- Vorübergehende Schwellung oder Schmerzzunahme im behandelten Gelenk (Strahlungsreaktion)
- Sehr seltene Entzündungsreaktionen durch die Injektion
- Minimale Strahlenbelastung für den gesamten Körper, die jedoch als klinisch nicht relevant gilt
Die Gesamtstrahlendosis für den Körper ist bei korrekter Durchführung sehr gering. Dennoch ist die RSO bei Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 20 Jahren kontraindiziert.
Vor- und Nachteile gegenüber anderen Verfahren
Im Vergleich zur chirurgischen Synovektomie (operative Entfernung der Gelenkschleimhaut) bietet die RSO folgende Vorteile:
- Minimal-invasiv und ambulant durchführbar
- Keine Vollnarkose erforderlich
- Kurze Erholungszeit
- Geringeres Komplikationsrisiko
Ein Nachteil ist, dass die Wirkung nicht sofort eintritt und mehrere Wochen Geduld erfordert.
Quellen
- Schneider P. et al. – Radiosynoviorthese: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin, DGN, 2020.
- Jahangier ZN et al. – The effect of radiation synovectomy in patients with persistent arthritis: a systematic review. Rheumatology (Oxford), 2006; 45(5):539–547.
- European Association of Nuclear Medicine (EANM) – EANM guidelines for radiosynoviorthesis, 2003. Verfügbar unter: www.eanm.org
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