Histaminabbauprofil – Diagnose und Bedeutung
Das Histaminabbauprofil zeigt, wie gut der Körper Histamin abbaut. Es hilft, eine Histaminintoleranz zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Histaminabbauprofil"
Das Histaminabbauprofil zeigt, wie gut der Körper Histamin abbaut. Es hilft, eine Histaminintoleranz zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Was ist das Histaminabbauprofil?
Das Histaminabbauprofil ist eine diagnostische Untersuchung, bei der die Fähigkeit des Körpers bewertet wird, Histamin abzubauen. Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der unter anderem bei Immunreaktionen, der Regulierung des Schlafs, der Magenssäureproduktion und der Gefäßerweiterung eine wichtige Rolle spielt. Kann der Körper Histamin nicht ausreichend abbauen, kommt es zu einer Ansammlung im Blut und Gewebe, was vielfältige Beschwerden auslösen kann.
Das Profil umfasst typischerweise die Messung der Aktivität der wichtigsten histaminabbauenden Enzyme sowie relevanter Biomarker im Blut, um eine Histaminintoleranz oder verwandte Stoffwechselstörungen zu diagnostizieren.
Welche Enzyme werden untersucht?
Der Abbau von Histamin im menschlichen Körper erfolgt hauptsächlich über zwei Enzymsysteme:
- Diaminoxidase (DAO): Dieses Enzym ist vor allem im Dünndarm aktiv und baut Histamin aus der Nahrung ab. Eine verminderte DAO-Aktivität ist die häufigste Ursache einer Histaminintoleranz.
- Histamin-N-Methyltransferase (HNMT): Dieses Enzym baut Histamin im Zellinneren, insbesondere im Gehirn und in der Leber, ab. Es spielt eine ergänzende Rolle beim Histaminabbau.
Das Histaminabbauprofil kann zusätzlich den Histaminspiegel im Blut oder Urin sowie den Quotienten aus Histamin und DAO-Aktivität einschließen, um ein vollständiges Bild des Histaminstoffwechsels zu liefern.
Wann wird das Histaminabbauprofil eingesetzt?
Die Untersuchung wird empfohlen, wenn Patienten wiederholt Symptome zeigen, die auf eine Histaminintoleranz oder eine Störung des Histaminabbaus hinweisen, insbesondere nach dem Verzehr histaminreicher Lebensmittel. Typische Anlässe sind:
- Chronische Kopfschmerzen oder Migräne
- Hautreaktionen wie Rötungen, Juckreiz oder Nesselsucht (Urtikaria)
- Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Bauchkrämpfe
- Laufende Nase, Niesen oder nasale Verstopfung ohne allergische Ursache
- Herzrasen oder Blutdruckabfall nach dem Essen
- Schlafstörungen oder Erschöpfungszustände
Wie wird das Histaminabbauprofil durchgeführt?
Das Profil wird in der Regel durch eine Blutentnahme durchgeführt. Das Blutserum oder Plasma wird anschließend im Labor analysiert. Für eine aussagekräftige DAO-Messung sollten Patienten idealerweise 24 bis 48 Stunden vor der Blutentnahme keine histaminreichen Speisen, Alkohol oder DAO-hemmende Medikamente zu sich nehmen, da diese das Ergebnis beeinflussen können.
Interpretation der Ergebnisse
Die Ergebnisse des Histaminabbauprofils werden im Kontext der klinischen Symptome des Patienten bewertet:
- Niedrige DAO-Aktivität: Deutet auf eine eingeschränkte Fähigkeit hin, Histamin aus der Nahrung abzubauen. Dies ist ein starker Hinweis auf eine Histaminintoleranz.
- Erhöhter Histaminspiegel: Kann auf einen gesteigerten Histaminumsatz, eine Mastzellaktivierung oder eine unzureichende Abbauleistung hinweisen.
- Veränderter DAO/Histamin-Quotient: Ein ungünstiges Verhältnis von DAO-Aktivität zu Histaminkonzentration verstärkt den Verdacht auf eine Intoleranz.
Wichtig: Ein auffälliger Befund allein ist nicht ausreichend für eine Diagnose. Die Ergebnisse müssen stets mit der Krankengeschichte, den Symptomen und weiteren Untersuchungen abgeglichen werden.
Behandlung und Therapieoptionen
Liegt eine reduzierte Histaminabbaukapazität vor, stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung:
- Histaminarme Ernährung: Reduktion von Lebensmitteln mit hohem Histamingehalt wie gereiftem Käse, Rotwein, Wurstwaren und fermentierten Produkten.
- DAO-Supplementierung: Die Einnahme von Diaminoxidase als Nahrungsergänzungsmittel kann die Verdauung von Nahrungshistamin unterstützen.
- Antihistaminika: Können bei akuten Symptomen zur Linderung eingesetzt werden.
- Behandlung der Grundursache: Erkrankungen des Darms, die die DAO-Produktion beeinträchtigen (z. B. Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen), sollten gezielt behandelt werden.
- Mikronährstofftherapie: Vitamin B6, Vitamin C und Kupfer sind wichtige Kofaktoren für die DAO-Aktivität und können bei Mangel ergänzt werden.
Quellen
- Maintz L, Novak N. Histamine and histamine intolerance. American Journal of Clinical Nutrition. 2007;85(5):1185-1196.
- Schwelberger HG. Histamine intolerance: overestimated or underestimated? Inflammation Research. 2009;58(Suppl 1):51-52.
- Reese I et al. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenueber oral aufgenommenem Histamin. Allergo Journal International. 2017;26(2):72-79.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieEntzündungsscreening
Xanthinreduktion
Gelenkinjektion
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Histaminabbauprofil + Histamin-Abbauprofil + Histaminabbau-Profil