Relative Tachykardie – Ursachen, Symptome & Therapie
Relative Tachykardie bezeichnet einen Herzfrequenzanstieg, der im Verhältnis zum klinischen Zustand des Patienten unerwartet hoch ist, obwohl die absolute Herzfrequenz normal wirkt.
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Relative Tachykardie bezeichnet einen Herzfrequenzanstieg, der im Verhältnis zum klinischen Zustand des Patienten unerwartet hoch ist, obwohl die absolute Herzfrequenz normal wirkt.
Was ist eine Relative Tachykardie?
Die relative Tachykardie beschreibt einen Zustand, bei dem die Herzfrequenz im Vergleich zum allgemeinen Gesundheitszustand oder zur klinischen Situation eines Patienten unverhältnismäßig erhöht ist. Im Gegensatz zur absoluten Tachykardie, bei der die Herzfrequenz eindeutig über 100 Schläge pro Minute liegt, kann bei der relativen Tachykardie die gemessene Herzfrequenz im Normalbereich liegen – sie ist jedoch gemessen an den Begleitumständen zu hoch. Ein klassisches Beispiel ist ein fiebernder Patient: Bei einer Körpertemperatur von 38,5 °C wäre eine Herzfrequenz von 90–100 Schlägen pro Minute zu erwarten; liegt sie deutlich darunter, spricht man von einer relativen Bradykardie. Ist die Herzfrequenz hingegen für den Zustand des Patienten zu hoch, handelt es sich um eine relative Tachykardie.
Ursachen
Mögliche Auslöser einer relativen Tachykardie sind vielfältig und umfassen sowohl physiologische als auch pathologische Prozesse:
- Hypovolämie: Flüssigkeitsmangel durch Blutverlust, Dehydration oder schwere Verbrennungen führt zu einem kompensatorischen Herzfrequenzanstieg.
- Sepsis und Infektionen: Der Körper erhöht die Herzfrequenz, um das Gewebe mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.
- Anämie: Bei verringerter Sauerstofftransportkapazität des Blutes steigt die Herzfrequenz kompensatorisch an.
- Stress und Schmerz: Psychischer oder physischer Stress aktiviert das sympathische Nervensystem und erhöht die Herzfrequenz.
- Medikamente: Bestimmte Wirkstoffe wie Betasympathomimetika oder Schilddrüsenhormone können die Herzfrequenz steigern.
- Hyperthyreose: Eine Schilddrüsenüberfunktion geht häufig mit einer erhöhten Herzfrequenz einher.
- Herzinsuffizienz: Das Herz versucht, eine verminderte Pumpkapazität durch höhere Schlagfrequenz zu kompensieren.
Symptome
Die Symptome einer relativen Tachykardie sind oft unspezifisch und stark von der Grunderkrankung abhängig. Häufige Begleiterscheinungen sind:
- Herzrasen oder Herzklopfen (Palpitationen)
- Schwindel und Benommenheit
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
- Brustdruck oder -enge
- Allgemeine Schwäche und schnelle Erschöpfung
- Blutdruckabfall in schweren Fällen
Diagnose
Die Diagnose einer relativen Tachykardie erfordert eine sorgfältige klinische Einschätzung. Folgende Untersuchungen kommen zum Einsatz:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Erhebung von Symptomen, Vorerkrankungen und Medikamenten.
- Elektrokardiogramm (EKG): Beurteilung von Herzrhythmus und -frequenz.
- Blutdruckmessung: Erfassung hämodynamischer Stabilität.
- Laboruntersuchungen: Blutbild, Elektrolyte, Schilddrüsenwerte, Entzündungsmarker (z. B. CRP, Procalcitonin).
- Echokardiographie: Beurteilung der Herzfunktion bei Verdacht auf strukturelle Herzerkrankung.
Behandlung
Die Therapie der relativen Tachykardie richtet sich primär nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Volumensubstitution: Bei Hypovolämie werden Flüssigkeiten intravenös verabreicht.
- Behandlung von Infektionen: Antibiotikaoder antivirale Therapie bei Sepsis oder Infektionskrankheiten.
- Anämietherapie: Eisensubstitution, Bluttransfusionen oder die Behandlung der Grundursache.
- Medikamentöse Therapie: Betablocker oder andere Antiarrhythmika können eingesetzt werden, wenn die Herzfrequenz selbst behandelt werden muss.
- Schmerzmanagement: Adäquate Schmerztherapie zur Reduktion des sympathischen Reizes.
- Behandlung der Hyperthyreose: Thyreostatika oder andere spezifische Maßnahmen.
Klinische Bedeutung
Die relative Tachykardie ist ein wichtiges klinisches Warnsignal. Besonders in der Notfallmedizin und Intensivmedizin dient sie als früher Hinweis auf eine hämodynamische Instabilität oder eine sich entwickelnde Schocksituation. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung der Grundursache kann lebensrettend sein. Medizinisches Fachpersonal bewertet die Herzfrequenz daher stets im Kontext der gesamten klinischen Situation des Patienten.
Quellen
- Herold, G. et al. – Innere Medizin. Selbstverlag, Köln, 2023.
- Vincent, J.L. et al. – Textbook of Critical Care. 7th Edition, Elsevier, 2017.
- World Health Organization (WHO) – Cardiovascular Diseases: Key Facts. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds)
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