Calciumcarbonat – Wirkung, Anwendung & Dosierung
Calciumcarbonat (CaCO3) ist eine natürlich vorkommende Calciumverbindung, die als Nahrungsergänzungsmittel, Antazidum und Calciumquelle in der Medizin eingesetzt wird.
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Calciumcarbonat (CaCO3) ist eine natürlich vorkommende Calciumverbindung, die als Nahrungsergänzungsmittel, Antazidum und Calciumquelle in der Medizin eingesetzt wird.
Was ist Calciumcarbonat?
Calciumcarbonat (chemische Formel: CaCO3) ist eine anorganische Verbindung, die in der Natur weit verbreitet vorkommt – etwa in Kalkstein, Marmor und Kreide sowie in den Schalen von Meerestieren. In der Medizin und Ernährung wird es als wichtige Calciumquelle genutzt, da es einen hohen Calciumgehalt von etwa 40 % elementarem Calcium aufweist. Es ist eines der am häufigsten verwendeten Calciumpräparate weltweit.
Biologische Funktionen und medizinische Bedeutung
Calcium ist ein essenzielles Mineral, das zahlreiche lebenswichtige Funktionen im Körper erfüllt:
- Knochen- und Zahngesundheit: Etwa 99 % des körpereigenen Calciums befinden sich in Knochen und Zähnen, wo es für Festigkeit und Struktur sorgt.
- Muskelkontraktion: Calcium spielt eine zentrale Rolle bei der Aktivierung von Muskelzellen, einschließlich des Herzens.
- Nervenübertragung: Es ist an der Weiterleitung von Nervenimpulsen beteiligt.
- Blutgerinnung: Calcium ist ein notwendiger Kofaktor in der Gerinnungskaskade.
- Zellsignalisierung: Es fungiert als intrazellulärer Botenstoff in vielen biochemischen Prozessen.
Anwendungsgebiete
Als Nahrungsergänzungsmittel
Calciumcarbonat wird häufig zur Vorbeugung und Behandlung von Calciummangel eingesetzt. Es eignet sich besonders für Personen mit erhöhtem Calciumbedarf, wie Kinder im Wachstum, Schwangere, Stillende und ältere Menschen. Da die Resorption von Calcium aus dem Darm von der Magensäure abhängig ist, sollte Calciumcarbonat idealerweise zu den Mahlzeiten eingenommen werden.
Als Antazidum
Calciumcarbonat neutralisiert überschüssige Magensäure und wird daher bei Sodbrennen, saurem Aufstoßen und Magenverstimmung eingesetzt. Die Wirkung setzt schnell ein und hält mehrere Stunden an. Gängige Produkte in dieser Kategorie sind Kautabletten oder Suspensionen.
Bei Osteoporose
Im Rahmen der Prävention und Behandlung von Osteoporose wird Calciumcarbonat häufig in Kombination mit Vitamin D3 verordnet, da Vitamin D die Calciumaufnahme im Darm fördert. Leitlinien empfehlen bei postmenopausalen Frauen und älteren Männern eine ausreichende Calciumzufuhr zur Erhaltung der Knochendichte.
Bei chronischer Nierenerkrankung
Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz kann Calciumcarbonat als Phosphatbinder eingesetzt werden. Es bindet Phosphat aus der Nahrung im Darm und verhindert so eine übermäßige Phosphataufnahme, die bei Nierenerkrankungen problematisch sein kann.
Empfohlene Tageszufuhr
Die empfohlene tägliche Calciumzufuhr variiert je nach Alter und Lebensphase. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Calciumzufuhr von etwa 1000 mg. Für Jugendliche (13–18 Jahre), Schwangere und Stillende sowie ältere Menschen ab 65 Jahren gelten erhöhte Empfehlungen von bis zu 1200 mg pro Tag.
Nebenwirkungen und Risiken
Bei normaler Dosierung ist Calciumcarbonat gut verträglich. Bei übermäßiger Einnahme können jedoch folgende unerwünschte Wirkungen auftreten:
- Verstopfung (Obstipation): Häufige Nebenwirkung, insbesondere bei höheren Dosen.
- Blähungen und Völlegefühl
- Hyperkalzämie: Ein erhöhter Calciumspiegel im Blut, der bei sehr hohen Dosen auftreten kann und sich in Übelkeit, Schwäche und Nierensteinen äußern kann.
- Milch-Alkali-Syndrom: Seltene, aber ernste Komplikation bei exzessiver Einnahme zusammen mit Milchprodukten (Hyperkalzämie, Alkalose, Nierenversagen).
- Wechselwirkungen: Calciumcarbonat kann die Resorption bestimmter Medikamente hemmen, darunter Tetracycline, Fluorchinolone, Bisphosphonate und Schilddrüsenhormone. Ein zeitlicher Abstand von mindestens 2 Stunden ist empfohlen.
Vorkommen in Lebensmitteln
Natürliche Calciumquellen in der Ernährung umfassen:
- Milch und Milchprodukte (Joghurt, Käse)
- Grünes Blattgemüse (Brokkoli, Grünkohl, Spinat)
- Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen)
- Fisch mit essbaren Knochen (Sardinen, Lachs aus der Dose)
- Angereicherte Lebensmittel und Getränke (z. B. calciumangereicherte Pflanzenmilch)
Calciumcarbonat als Lebensmittelzusatzstoff
In der Lebensmittelindustrie wird Calciumcarbonat unter der Bezeichnung E 170 als Farbstoff (weißes Pigment), Füllstoff und Säureregulator eingesetzt. Es gilt als sicher und ist in der Europäischen Union zugelassen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Calcium. www.dge.de (2024).
- World Health Organization (WHO) / Food and Agriculture Organization (FAO): Vitamin and Mineral Requirements in Human Nutrition, 2nd edition. Geneva, 2004.
- Straub, D.A.: Calcium supplementation in clinical practice: a review of forms, doses, and indications. Nutrition in Clinical Practice, 22(3), 286–296, 2007.
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