Propofol – Narkosemittel: Wirkung & Anwendung
Propofol ist ein intravenöses Narkosemittel, das zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie sowie zur Sedierung eingesetzt wird.
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Propofol ist ein intravenöses Narkosemittel, das zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie sowie zur Sedierung eingesetzt wird.
Was ist Propofol?
Propofol (2,6-Diisopropylphenol) ist ein schnell wirkendes intravenöses Anästhetikum, das in der modernen Anästhesiologie und Intensivmedizin weit verbreitet ist. Es wird sowohl zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie als auch zur Sedierung bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen eingesetzt. Propofol ist als milchig-weiße Öl-in-Wasser-Emulsion erhältlich und wird unter dem Handelsnamen Diprivan sowie verschiedenen Generika vermarktet.
Wirkmechanismus
Propofol entfaltet seine Wirkung hauptsächlich durch Verstärkung der GABA-A-Rezeptoraktivität im zentralen Nervensystem. GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter im Gehirn. Durch die Bindung an den GABA-A-Rezeptor verlängert Propofol die Öffnungszeit der Chloridionenkanäle, was zu einer Hyperpolarisation der Nervenzellmembran und damit zu einer Dämpfung der neuronalen Aktivität führt. Dies bewirkt:
- Bewusstlosigkeit (Hypnose)
- Amnesie (fehlende Erinnerung an den Eingriff)
- Sedierung und Anxiolyse (Angstreduktion)
Propofol besitzt keine analgetische (schmerzstillende) Wirkung und muss daher bei schmerzhaften Eingriffen mit Analgetika kombiniert werden.
Anwendungsgebiete
Allgemeinanästhesie
Propofol wird zur Narkoseeinleitung und zur Aufrechterhaltung der Narkose (als totale intravenöse Anästhesie, TIVA) eingesetzt. Es eignet sich besonders gut für ambulante Eingriffe, da die Erholungszeit kurz ist und die Patienten nach der Narkose rasch wieder orientiert sind.
Sedierung
In der Intensivmedizin wird Propofol zur Langzeitsedierung beatmeter Patienten verwendet. Ebenso findet es Anwendung bei der Sedierung für diagnostische Eingriffe wie Endoskopien, Bronchoskopien oder bildgebende Verfahren.
Weitere Anwendungen
- Sedierung auf der Intensivstation
- Sedierung bei Eingriffen in der Notaufnahme
- Behandlung von therapierefraktärem Status epilepticus
Dosierung und Verabreichung
Propofol wird ausschließlich intravenös verabreicht. Die Dosierung ist individuell und abhängig von Alter, Körpergewicht, Gesundheitszustand und der Art des Eingriffs. Typische Dosierungsbereiche sind:
- Narkoseeinleitung Erwachsene: 1,5–2,5 mg/kg Körpergewicht
- Narkoseaufrechterhaltung: 4–12 mg/kg/Stunde als kontinuierliche Infusion
- Sedierung: 0,3–4,0 mg/kg/Stunde
Bei älteren Patienten, geschwächten Personen oder Patienten mit eingeschränkter Herzfunktion sind reduzierte Dosierungen erforderlich. Die Verabreichung erfolgt stets durch geschultes medizinisches Fachpersonal unter kontinuierlichem Monitoring der Vitalfunktionen.
Nebenwirkungen
Propofol ist ein gut verträgliches Medikament, kann jedoch folgende Nebenwirkungen verursachen:
Häufige Nebenwirkungen
- Blutdruckabfall (Hypotonie) – besonders bei der Einleitung
- Atemdepression – verminderter Atemantrieb bis hin zum Atemstillstand
- Schmerzen an der Injektionsstelle
- Vorübergehende Apnoe (Atemaussetzer) bei der Einleitung
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen
- Propofol-Infusionssyndrom (PRIS): Eine seltene, lebensbedrohliche Komplikation bei Hochdosis- oder Langzeitanwendung. Gekennzeichnet durch metabolische Azidose, Rhabdomyolyse, Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen.
- Allergische Reaktionen
- Grünverfärbung des Urins (harmlos)
Kontraindikationen
Propofol sollte nicht angewendet werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Propofol oder den Hilfsstoffen (z. B. Sojaöl, Eilecithin)
- Allergie gegen Erdnüsse oder Soja (relative Kontraindikation)
- Kindern unter 1 Monat für die Anästhesie bzw. unter 16 Jahren für die Intensivsedierung
Besondere Hinweise
Propofol hat aufgrund seiner sedierenden und euphorisierenden Wirkung ein Missbrauchspotenzial. Fälle von Abhängigkeit und Missbrauch, insbesondere unter medizinischem Fachpersonal, sind dokumentiert. In Deutschland unterliegt Propofol nicht dem Betäubungsmittelgesetz, wird jedoch als verschreibungspflichtiges Arzneimittel streng reguliert. Die Verabreichung darf ausschließlich durch anästhesiologisch ausgebildetes Personal erfolgen, das in der Lage ist, Atemwege zu sichern und eine Reanimation durchzuführen.
Quellen
- Fachinformation Diprivan 1% Emulsion zur Injektion/Infusion – AstraZeneca GmbH, aktualisierte Fassung.
- Tonner PH, Hein L (Hrsg.) – Pharmakotherapie in der Anästhesie und Intensivmedizin. Springer Verlag, 2. Auflage.
- Kam PC, Cardone D – Propofol infusion syndrome. Anaesthesia. 2007;62(7):690–701. PubMed PMID: 17567345.
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