Saccharin (E954) – Süßstoff: Wirkung & Sicherheit
Saccharin (E954) ist ein künstlicher Süßstoff, der etwa 300- bis 500-mal süßer als Zucker ist. Er wird kalorienfrei in Lebensmitteln, Getränken und als Tafelsüße eingesetzt.
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Saccharin (E954) ist ein künstlicher Süßstoff, der etwa 300- bis 500-mal süßer als Zucker ist. Er wird kalorienfrei in Lebensmitteln, Getränken und als Tafelsüße eingesetzt.
Was ist Saccharin?
Saccharin (auch bekannt unter der Bezeichnung E954) ist einer der ältesten und am häufigsten verwendeten künstlichen Süßstoffe der Welt. Es wurde im Jahr 1879 zufällig von dem Chemiker Constantin Fahlberg entdeckt und ist seitdem ein weit verbreiteter Zuckerersatz in der Lebensmittelindustrie. Saccharin ist eine synthetisch hergestellte Verbindung, die chemisch als 2,3-Dihydro-1,2-benzisothiazol-3-on-1,1-dioxid bezeichnet wird. Es besitzt keine Kalorien, da es vom menschlichen Körper nicht metabolisiert wird, und ist etwa 300- bis 500-mal süßer als herkömmlicher Haushaltszucker (Saccharose).
Vorkommen und Verwendung
Saccharin wird in zahlreichen Produkten eingesetzt, darunter:
- Kalorienreduzierte und zuckerfreie Erfrischungsgetränke
- Diätprodukte und Light-Lebensmittel
- Tafelsüße (in Tablettenform oder als Flüssigkeit)
- Zahnpflegeprodukte wie Zahnpasta und Mundspülungen
- Bestimmte Medikamente und pharmazeutische Präparate zur Geschmackskorrektur
- Diabetikergeeignete Lebensmittel
In der Europäischen Union ist Saccharin als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen und trägt die E-Nummer E954. Es unterliegt festgelegten Höchstmengen, die je nach Lebensmittelkategorie variieren.
Wirkmechanismus und Süßwahrnehmung
Saccharin aktiviert die süßen Geschmacksrezeptoren (T1R2/T1R3) auf der Zunge und löst damit die Wahrnehmung von Süße aus, ohne dass dabei Kalorien oder Kohlenhydrate aufgenommen werden. Da es im Körper nicht abgebaut wird, hat es keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Dies macht Saccharin besonders interessant für Menschen mit Diabetes mellitus sowie für Personen, die ihre Kalorienzufuhr reduzieren möchten. Saccharin kann bei hohen Konzentrationen einen leicht metallischen oder bitteren Nachgeschmack hinterlassen, weshalb es in vielen Produkten mit anderen Süßstoffen kombiniert wird.
Sicherheit und gesundheitliche Bewertung
Die Sicherheit von Saccharin wurde über Jahrzehnte intensiv erforscht. In den 1970er Jahren gab es in Tierversuchen Hinweise auf ein mögliches Krebsrisiko bei Ratten, was zu vorübergehenden Warnhinweisen auf Produkten in einigen Ländern führte. Spätere Studien zeigten jedoch, dass dieser Effekt auf einen rattenspezifschen Mechanismus zurückzuführen ist, der beim Menschen nicht auftritt.
Heute wird Saccharin von den wichtigsten internationalen Gesundheitsbehörden als sicher eingestuft:
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen akzeptablen täglichen Aufnahmewert (ADI) von 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag festgelegt.
- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) bestätigen die Sicherheit bei Einhaltung der empfohlenen Tagesdosis.
- Die US-amerikanische Lebensmittelbehörde FDA hat Saccharin im Jahr 2000 von der Liste der möglicherweise krebserregenden Stoffe gestrichen.
Neuere wissenschaftliche Diskussionen beschäftigen sich mit möglichen Auswirkungen von Saccharin und anderen Süßstoffen auf das Darmmikrobiom. Einige Studien deuten darauf hin, dass künstliche Süßstoffe die Zusammensetzung der Darmflora beeinflussen könnten. Die Forschung auf diesem Gebiet ist jedoch noch nicht abgeschlossen, und es bestehen keine gesicherten Belege für schädliche Auswirkungen beim Menschen bei normalem Konsum.
Besondere Hinweise
Für bestimmte Personengruppen gelten spezielle Empfehlungen:
- Schwangere und Stillende: Es wird empfohlen, den Konsum von Saccharin in der Schwangerschaft zu minimieren, da Saccharin die Plazentaschranke passieren kann und Daten zur Sicherheit beim ungeborenen Kind begrenzt sind.
- Säuglinge und Kleinkinder: Saccharin sollte in der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern vermieden werden.
- Phenylketonurie (PKU): Im Gegensatz zu Aspartam stellt Saccharin für Menschen mit PKU kein Problem dar, da es kein Phenylalanin enthält.
Quellen
- European Food Safety Authority (EFSA): Re-evaluation of saccharin and its sodium, potassium and calcium salts (E 954) as food additives. EFSA Journal, 2020.
- World Health Organization (WHO) / JECFA: Evaluation of certain food additives and contaminants. WHO Technical Report Series, 2019.
- Suez J. et al.: Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota. Nature, 2014; 514(7521): 181-186.
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